Konrad Duden

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Konrad Alexander Friedrich Duden (* 3. Januar 1829 auf dem Gut Bossigt in Lackhausen, Kreis Rees, Rheinprovinz (heute ein Stadtteil von Wesel),; † 1. August 1911 in Wiesbaden-Sonnenberg, Hessen-Nassau) war ein preußisch-deutscher Gymnasiallehrer und trat als Philologe und Lexikograf hervor. Von ihm stammt die Idee für das nach ihm benannte Rechtschreib-Wörterbuch der deutschen Sprache, den „Duden“.

Leben

Die Statue von Konrad Duden, rechts
Der 1829 im westfälischen Lackhausen geborene Konrad Duden stammte aus einer verarmten Unternehmerfamilie: Sein Vater hatte sich als Schnapsfabrikant verschuldet. Als Duden ein Junge war, musste die Familie ihr Gut aufgeben. Abitur konnte Duden nur mithilfe eines Stipendiums machen, auch lebte er unter der Woche im Waisenhaus in Wesel, um dort das Lyzeum besuchen zu können.

Duden studierte Geschichte und Germanistik in Bonn, musste aber abbrechen, um Geld zu verdienen. Erst später holte er den Abschluss nach und promovierte. Fünf Jahre lebte er als Hauslehrer in Italien und traf dort seine spätere Frau: Adeline Sophia Jakob war die Tochter eines deutschen Konsuls in Messina. Als Ehepaar kehrten beide nach Deutschland zurück. 1869 zog die Familie mit drei Kindern nach Schleiz in Thüringen, vier weitere Kinder wurden dort geboren. Duden wurde Direktor am Gymnasium. Und er begann, die Rechtschreibung zu seinem Steckenpferd zu machen.

Ein Pedant scheint er aber nicht gewesen zu sein. So schaffte Duden das Fach Schönschreiben ab und führte stattdessen Turnen ein. Doch er stellte fest, dass jeder Lehrer eigene Maßstäbe anlegte, wenn es um die Schreibweise ging. Um dem täglichen Ärgernis Herr zu werden, verfasste der Direktor den Leitfaden „Zur deutschen Rechtschreibung“, an den sich Lehrer und Schüler zu halten hatten.

Von Schleiz wechselte Duden 1876 als Direktor ans königliche Gymnasium in Bad Hersfeld. Dort verfasste er ein Wörterbuch, in dem er die korrekte Schreibweise von 27.000 Wörtern festlegte: Entstanden war der erste Duden.

Nich alle Vorschläge Dudens setzten sich durch: So war der Lehrer ein erklärter Feind der Großschreibung: „Die Substantiv-Großschreibung schädigt durch nutzlose Gedächtnisbelastung die geistige und leibliche Gesundheit unserer Jugend, sie wirkt verdummend“, lautet ein von ihm überliefertes Zitat.

Duden starb am 1. August 1911 mit 82 Jahren in seinem Altersruhesitz Wiesbaden-Sonneberg.

Bad Hersfeld

Bad Hersfeld ist bis heute Konrad-Duden-Stadt. 30 Jahre lang hat der Sprachwissenschaftler dort gelebt und unterrichtet, dort liegt er auf dem Hauptfriedhof begraben. Und in Bad Hersfeld verfasste er sein wichtigstes Werk: den ersten Duden.

Auf seinen eigenen Wunsch hin wird Konrad Duden nach seinem Tod im Familiengrab auf dem Hauptfriedhof von Bad Hersfeld beigesetzt.

Die Kurstadt bewahrt das Andenken an Konrad Duden an mehreren Stellen: Das ehemalige Wohnhaus der Familie Duden am Neumarkt ist heute als Museum eingerichtet. Es befindet sich in Bad Hersfeld am Neumarkt 31.

Aus dem königlichen Gymnasium wurde die Konrad-Duden-Gesamtschule und im Stiftspark von Bad Hersfeld steht seit Juni 2005 eine Bronzestatue Dudens. Der Bildhauer Andreas Krämmer hat sie so in Form gegossen, dass sie im scheinbaren Dialog mit einer Statue Konrad Zuses steht, dem Erfinder des Computers.