Knallhütte

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Brauhaus Knallhütte

Die Knallhütte ist heute und schon seit langer Zeit ein Begriff für eine "Örtlichkeit", die unweit südlich von Kassel gelegen, für viele Menschen ein Synonym für Märchen, Gastlichkeit oder ganz einfach "Quelle" eines süffigen Bieres ist; denn in der Knallhütte wird schon seit Jahrhunderten Bier gebraut; heute bekannt als Hüttbier. Der große Sudkessel ist seit vielen Jahrzehnten ein Blickfang von der vorbeiführenden Straße aus; egal ob früher von der Bundesstraße oder heute von der Autobahn.

Jedenfalls hatte die Knallhütte mit ihrer Lage an einer erheblichen Steigung einer alten Handelsstraße, der heutigen Autobahn A 49 (kreuzt kurz zuvor mit der Autobahn A 44), davor Bundesstrasse B 3 und viel früher "Alte Reichsstraße nach Frankfurt", schon seit früheren Zeiten für Handelszüge eine große Bedeutung, besonders als diese noch aus Pferdefuhrwerken und Pferdekutschen bestanden. Eine Deutung des Namens besagt, dass der wegen der knallenden Peitschen der Fuhrleute an der Steigung so gewählt worden sei und bedeute ganz einfach: "Dort an der Hütte wird geknallt"!

Aber nicht zuletzt durch Dorothea Viehmann, der Märchenerzählerin der Brüder Grimm ist die Knallhütte weltbekannt. 1755 kam in Rengershausen die "in aller Welt wohl berühmteste hessische Frau", so Dr. Bernhard Lauer, Direktor des Kasseler Brüder-Grimm-Museums, als Tochter der hugenottischen Familie Pierson im Gasthaus "Zum Birkenbaum", der heutigen Knallhütte zur Welt. Bis 1787 lebte sie auf dem Anwesen, schon damals Brauerei und Gasthaus, ehe sie mit ihrem Ehemann, dem Schneider Nikolaus Viehmann, nach Niederzwehren zog. Mann und Kinder - sie gebar sieben, von denen drei bald starben - ernährte die Viehmännin mit dem Verkauf bäuerlicher Produkte in Kassel. Dort lernte sie 1813 die Brüder Grimm kennen, denen sie etwa 40 Geschichten erzählte. Der Kontakt währte allerdings nur etwa zwei Jahre, am 17. November 1815 starb Dorothea Viehmann.

Bekannt ist die Knallhütte aber auch durch eine nicht unbedeutende und folgenreiche Schlacht, die hier im Jahre 1809 stattfand, als der Freiherr von Dörnberg mit Gefolge, von Homberg (Efze) kommend, gegen "König Lustig", den Bruder von Napoleon Bonaparte, "zu Felde zog" und hier in der Nähe der Knallhütte dann jedoch vernichtend geschlagen wurde.

siehe auch

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Wussten Sie schon, dass ...

  • ... es 1809 bei dem unglücklichen Aufstand unter dem Oberst von Dörnberg gegen die Franzosen (Jerome) im ersten Gefecht bei der Knallhütte vier Tote gab? Es waren H. Hahn, Leineweber, 29 Jahre alt; C. Kriesel, Ackermann, 18 Jahre alt; B. Kilian, Leineweber, 22 Jahre alt. Alle aus Böddiger und der Nachtwächter aus Felsberg, 68 Jahre alt. Vor der Kirche in Rengershausen steht ein Gedenkstein.
    August Bollerhey, Wehren

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