Ehemaliges Prämonstratenser-Doppelkloster Germerode

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Kloster Germerode
Klosterkirche Germerode - Innenansicht
Zugang zur Kirche - unterhalb der Nonnenempore
Kloster Germerode
Klosterkirche Germerode

Bereits 1144/ 55 wurde am Meißner von den Grafen von Bilstein ein Prämonstratenserkloster gegründet, das heute als eines der bedeutendsten Bauwerke in Nordhessen gilt.

Kloster und Klosterkirche in Gemerode

Mitte des 12. Jahrhunderts stiftete Graf Rugger III. von Bilstein in Germerode ein Prämonstratenserdoppelkloster und stattete es mit reichem Landbesitz aus. In späteren Jahren wurde das Kloster als reines Nonnenkloster fortgeführt.

Das Klostergebäude in Germerode gilt als ein bedeutendes Beispiel spätromanischer Ordensarchitektur in Nordhessen. In dem Doppelkloster waren auch in der romanischen Basilika für die Chorherren (Priester) und Chorfrauen getrennte Bereiche vorgesehen: für die Priester gab es den Chorraum, für die Chorfrauen eine Nonnenempore, auf der später insbesondere die Orgel untergebracht wurde.

Das ursprüngliche Doppelkloster hatte etwa 100 Jahre Bestand, dann überließen die Chorherren das Kloster den Chorfrauen, vorwiegend Frauen aus dem hessischen Adel.

Die ehemalige Klosterkirche entstand nach dem Vorbild der Klosterkirche in Lippoldsberg an der Weser in den Jahren 1122 - 1140 und wurde der Gottesmutter Maria geweiht.

Vorwiegend wird die Kirche heute durch ein zur Strasse hin gelegenes Portal betreten. Betritt der Besucher die ehemalige Klosterkirche allerdings aus der Richtung unterhalb der Nonnenempore her, entsteht für ihn ein besonderer Eindruck. Er steht zunächst in einer kleinen, niedrigen Säulenhalle, wie in der Klosterkirche in Lippoldsberg. Aus dieser eng wirkenden Vorhalle öffnet sich dann umso mehr das im Stil einer Basilika errichtete hohe Kirchenschiff.

Hier fällt besonders der deutlich höher gelegene Altarbereich auf. Das rechte Seitenschiff ist durch Arkaden mit runden Bögen vom Mittelschiff abgetrennt, auf der linken Seite erstreckt sich die Verlängerung der Nonnenempore in das Mittelschiff hinein. Alle drei Chöre der Kirche werden von halbrunden Apsiden abgeschlossen.

Im Zuge der Reformation in Hessen wurde das Kloster im Jahre 1527 aufgelöst und es entstand ein hessisches Staatsgut.

In der Klosterkirche feiert heute die evangelische Kirchengemeinde Germerode ihre Gottesdienste, das Kloster ist Tagungsstätte.

Die Klosterkirche Germerode, eine romanische Basilika, wurde inzwischen stilgetreu restauriert.

In ihr befindet sich die Krypta der Bilsteiner Grafen.

Der Freundeskreis romanische Klosterkirche Germerode und die „Gesellschaft zur Erhaltung der Klosteranlage Germerode e.V.“ haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Klosteranlage zu erhalten und weiter auszubauen.

Im ehemaligen Domänenpächterhaus und einem angrenzenden modernen Neubau wurde eine Tagungsstätte eingerichtet.

Weitere Informationen zur Geschichte unter:

Literatur

  • Günther Freymann, Germerode und seine Klosterkirche, in: "900 Jahre Meißner-Abterode 1076-1976"
  • Johannes Schilling (Hrsg.), Kloster Germerode: Geschichte - Baugeschichte - Gegenwart, Kassel 1994

Ökumenischer Pilgerweg Nordhessen/ Eichsfeld

Seit 1998 gibt es den Ökumenischen Pilgerweg Nordhessen/ Eichsfeld. Mitträger des Pilgerweges ist auch das Kloster Germerode am Meißner.

siehe auch

Weblinks