Kloster Walkenried

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Kloster Walkenried - Ansicht

Das Kloster Walkenried war eine ehemalige Zisterziensermönchsabtei und liegt am Südrand des Harzes nahe dem Dreiländereck Niedersachen/ Sachsen-Anhalt/ Thüringen.

Geschichte

Kloster und Ruine der Klosterkirche

Das im Jahre 1127 von Adelheid von Walkenried gestiftete Kloster war das dritte Zisterzienserkloster im deutschsprachigen Raum.

Ruine der Klosterkirche

Nach Trockenlegung und Urbarmachung des Oberen Rieds am südlichen Harzrand, gehörten neben der Agrarwirtschaft über zwei Jahrhunderte auch Berg- und Hüttenwerke im Harz zu den wirtschaftlichen Standbeinen des Walkenrieder Klosters, das zudem umfangreiche Waldgebiete vor allem für die Herstellung von Holzkohle nutzen konnte.

In der Blütezeit des Klosters im 13. Jahrhundert lebten, beteten und arbeiteten rund 100 Chormönche und über 200 Laienbrüder im Kloster, das zu einem der reichsten und politisch bedeutendsten Klöster des Reformordens der Zisterzienser gehörte.

Mitte des 14. Jahrhundert begann der Niedergang, auch bedingt durch die Krise im Harzer Bergbau und in der Agrarwirtschaft durch Pest und ökologische Probleme.

Im Jahre 1509 gehörten dem Klosterkonvent lediglich noch 12 Mönche und ein Abt an, bevor dann während der Bauernkriege das Kloster im Jahr 1525 durch aufständische Bauern erstürmt. Der hölzerne Dachreiter der Klosterkirche wurde zum Einsturz gebracht und hinterließ ein Loch im Gewölbe der Klosterkirche, das nicht mehr abgedichtet wurde.

Nach der Auflösung des Kovents und der Säkularisierung des Klosters im Jahre 1648 wurde die gotische Klosterkirche für rund 150 Jahre als „Steinbruch“ genutzt und erst 1817 ihr weiterer Abriss verboten.

Kirche im Kapitelsaal

Bereits im 16. Jahrhundert wurde anstelle der beschädigten Klosterkirche der Kapitelsaal des Klosters umgebaut, um Gottesdienste abhalten zu können. Bis heute dient dieser Raum der evangelisch-lutherischen Gemeinde am Ort als Kirche.

Museum

Erhalten sind neben der Ruine der Klosterkirche sowie zu einem Großteil das gotische Klausurgebäude, das im Jahre 2006 zum Museum ausgebaut wurde und durch eine sehenswerte Ausstellung einen Einblick in die Geschichte des Klosters und des Zisterzienserordens bietet.

Im doppelschiffigen Kreuzgang des Klosters finden die Walkenrieder Kreuzgangkonzerte statt.

Auf dem seit 2008 jährlich veranstalteten KLostermarkt Walkenried bieten zahlreiche Klöster und Ordensgemeinschaften ihre Produkte aus Garten, Werkstatt, Küche und Keller an.

Die Gemeinde Walkenried liegt in Niedersachsen am Rande des Südharz im Landkreis Osterode am Harz und ist Teil der Samtgemeinde Walkenried.

Unesco-Welterbe

Vom UNESCO-Welterbekomitee wurde am 1. August 2010 die Oberharzer Wasserwirtschaft und mit ihr das Kloster Walkenried in die Liste des Kultur- und Naturerbes aufgenommen. Zisterziensermönche des Klosters hatten im frühen 13. Jahrhundert erste Teich- und Grabensysteme konstruiert, die dann von Bergleuten über die Jahrhunderte ausgebaut wurden.

siehe auch

Innenansicht

Weblinks