Kloster Merxhausen

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Kloster Merxhausen

Das ehemalige Augustiner-Kloster in Merxhausen, in späteren Jahren Hospital und Landesheilanstalt, ist eine gotische Klosteranlage aus dem 13. Jahrhundert südwestlich von Kassel.

Geschichte

1213 wurde die Klosterstiftung der Herren von Blumenstein bei Dörnberg durch den Erzbischof von Mainz als sogenanntes Augustiner-Chorherren-Doppelstift belegt. Nach 43-jähriger Bauzeit wurde die Klosterkirche im Jahre 1256 geweiht.

Zunächst war das Kloster ein Doppelstift und es lebten sowohl Nonnen auch als Mönche dort.

Nachdem die Chorherren abgewandert waren, wurde das Kloster als Nonnenkloster genutzt.

Das Klostergebäude wurde im Jahre 1475 durch einen Brand zerstört und das Klosterleben vorübergehend eingestellt. Unter Landgraf Wilhelm II. von Hessen wurden die verbliebenen Nonnen in andere Klöster verlegt. Augustiner-Chorherren aus dem westfälischen Bödecken übernahmen daraufhin das Kloster und bauten es wieder auf.

Im Zuge der Reformation in Hessen wurde das Kloster 1527 und 27 Chorherren und Brüder abgefunden. Landgraf Philipp I. wandelte das Kloster - ebenso wie weitere Klöster - in ein Hospital für arme Kranke aus der Landbevölkerung um. Dabei blieb dem Hospital der gesamte Klosterbesitz erhalten.

Nach der Teilung Hessens im Jahre 1575 gehörte Kloster Merxhausen mit 365 Kranken zu den vier Hohen Hospitälern, die bis 1810 unter einer gemeinsamen Verwaltung standen.

1631 (im Dreißigjährigen Krieg) wurde das Hospital von Tillys Truppen zunächst zerstört, aber umgehend wieder aufgebaut. Die Betreuung der Kranken übernahmen auswärtige Ärzte.

1881 wurde das Hospital auch für Kranke aus den Städten gegen Zahlung der Kosten geöffnet. In dieser Zeit wurde der erste Arzt fest angestellt. 1929 wurde das Hospital dann in Landesheilanstalt umbenannt.

Im "Dritten Reich" starben hier Patienten an Euthanasiemaßnahmen.

Seit der Schließung des Heimes wird die historische Klosteranlage als Psychiatrisches Krankenhaus des Landeswohlfahrtsverband Hessens genutzt.

Klosterkirche

Nach 43-jähriger Bauzeit wurde die Klosterkirche in Merxhausen im jahre 1256 geweiht.

Die Kirche ist in ihrer heutigen Form eine gotische Kirche, sie enthält aber noch romanische Elemente aus der Zeit vor ihrem Umbau im 14. Jahrhundert.

Klostermuseum

Nicht nur die gotische Klosterkirche kann in Merxhausen besichtigt werden. Erhalten geblieben sind von der mittelalterlichen Klosteranlage außerdem der Kreuzgang und der Gewölbekeller.

Das angeschlossene Museum informiert anschaulich über die Geschichte des Klosters Merxhausen von der Gründung bis zum heutigen Tag.

Klosterspiele und Freilichbühne

Ankündigungsplakat - Klosterfestspiele 2010

Die Darbietungen der Freilichtbühne "Klosterspiele Merxhausen" beziehen auch Patienten des psychiatrischen Krankenhauses und der heilpädagogischen Einrichtung in Merxhausen mit ein.

Die Aufführungen der Freilichtbühne finden alle zwei Jahre im Sommer innerhalb der Klosteranlage statt. In 2008 konnte man bereits auf „25 Jahre Theater im Klostergarten“ zurückblicken.

Literatur

siehe auch

Wandern

Von Merxhausen durch den Wald, im Tal der Ems nach Riede und zurück verläuft der Eco Pfad Friedenspädagogik Bad Emstal mit insgesamt ca. 10 km Länge.

Stationen sind die Kriegsgräberstätte Bad Emstal (der 1958 eingeweihte Friedhof ist die letzte Ruhestätte von 242 Menschen, die durch Gewaltherrschaft oder Kriegseinwirkungen gestorben sind), die Synagoge in Riede (Haus an der Elbenberger Str. 3) oder der UNRRA/IRO-Friedhof Merxhausen (der 2011 neu gestaltete Friedhof ist die letzte Ruhestätte von 63 Displaced Persons (DPs), die in der Landesheilanstalt Merxhausen zwischen 1946 und 1949 infolge der menschenunwürdigen Lebensbedingungen tödlich erkrankten oder entkräftet starben).

Weblinks