Kloster Immichenhain

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Das Kloster Immichenhain ist ein ehemaliges Doppelkloster, das am westlichen Rand des heutigen Ottrauer Ortsteils Immichenhain lag. Zum Kloster gehörte auch die Klosterkirche, die heute noch erhalten ist und mittlerweile als Pfarrkirche zum Kirchspiel Immichenhain-Ottrau der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck zählt.

Die Klosterkirche Immichenhain.
(Archivfoto: © HNA/Grede)


Geschichte

Gründung

Die Angaben zur Gründungs- und Bauzeit des Doppelklosters, in dem Nonnen wie Mönche lebten, varrieren von 1124 bis 1175. Die Gründung geht vermutlich auf die Adeliga Immecha, Witwe des Ritters Manegold, zurück.[1]

1355 übertrugen die Grafen von Ziegenhain das ihnen gehörige am Kloster gelegene Dorf mit allen Rechten und Zubehör dem Kloster Immichenhain. Die Grafen behalten sich jedoch die hohe und niedere Gerichtsbarkeit über das Dorf Immichenhain vor.

In der Folgezeit entwickelte sich das Kloster zum wichtigsten Grundherr am Ort, in dem es weiter Güter in Immichenhain und Umgegend erwarb. Bis zum Jahr 1360 war das Dorf Zubehör des Gerichts auf dem Wasen und gehörte zum Amt Ziegenhain. Ab 1360 gehörte der Ort dann zum Amt und Gericht Neukirchen.

Reform und Reformation

Das Kloster erfuhr 1441 unter dem Einfluss des Klosters Böddeken eine Reform hin zu einem strengen und regeltreuen Klosterleben, weiter Reformen folgten 1493 sowie 1497 auf Veranlassung von Landgraf Wilhelm II.. 1498 wurde Alt-Hattendorf nach Immichenhain eingepfarrt. Mit der Reformation wurd das Kloster 1527 durch Landgraf Philipp aufgehoben, die Nonnen abgefunden und das Klostergut landgräfliche Domäne.

Ab 1538 belehnte Landgraf Philipp seinen Kammerdiener Konrad (Kurt) Diede mit der Hälfte des Klosters Immichenhain samt Zubehör, dies waren die Höfe Volkershof und Niederberf. Die andere Hälfte diente zur Hof- und Landesverwaltung sowie zu Pfarrzwecken. 1544 wurde die Familie Diede zum Fürstenstein erneut mit dem Kloster samt Bauhof, dem Dorf Immichenhain, Weinzapf ebenda, dem Hof Volkersdorf sowie zusätzlich mit Einkünften zu Leimbach, Neukirchen, Riebelsdorf, Holzburg sowie Einkünften aus dem Zehnten zu Niederberf belehnt. 1585 gibt es in Immichenhain 47 Hausgesesse. Im gleichen Jahr werden Niederberf und Völkershof in die Kirche von Immichenhain eingepfarrt.

Mit dem Wechsel von Landgraf Moritz zum reformierten Glauben wurde auch die Immichenhainer Kirche 1605 evangelisch-reformiert. Im Dreißigjährigen Krieg wurde durch den Fürstabt zu Fulda versucht das Kloster neu zu beleben. Tatsächlich besetzen im Jahr 1631 fünf Mönche vorübergehend das Kloster, jedoch noch im selben Jahr verwüsten die Truppen Graf Tillys Kloster und Dorf.

Königreich Westphalen, Kurhessen und die Gegenwart

Nach dem Aussterben des Diede-Familienstammes 1807 kam Immichenhain an das Königreich Westphalen, dann an Kurhessen. Seitdem wird es als Domäne betrieben. 1942 brannte ein Teil der Klosteranlage ab, die Überreste wurden in den 1950er-Jahren abgerissen.[2]

Quellen und Links

  1. Margitta Handloser/Heimatkundlicher Arbeitskreis Buseck und Heimatverein Beuern: Heimatkundlicher Spaziergang durch Beuern
  2. HNA Schwälmer Allgemeine vom 13. Februar 2002: Alte Steine, neuer Glanz

Evangelischer Kirchenkreis Ziegenhain - Gemeinden