Kloster Hersfeld

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Stiftsruine

Erzbischof Lullus von Mainz, später auch Abt des Klosters Hersfeld, ein Nachfolger des Heiligen Bonifatius, gründete im 8. Jahrhundert das Kloster in „Haerulfisfelt“, das im Jahre 775 als Reichabtei unmittelbar dem Kaiser unterstellt war. Hier fanden auch die Gebeine des Heiligen Wigbert eine Ruhestätte.

Geschichte

Das beeindruckende Breviarium Sancti Lulli (auch: Brevarium Lulli), ein frühes Güterverzeichnis des Klosters, zählt den den Besitz auf, den das Kloster zur Zeit des Klostergründers Lullus erhalten hat.

Nicht zuletzt der wachsende Pilgerstrom führte im 9. Jahrhundert dann zur Erweiterung des Klosters und der Errichtung der Klosterkirche in den Jahren 831 bis 850.

Nach einem verheerenden Brand wurde im Jahre 1040 die neue Krypta und später auch der Neubau der Stiftskirche fertiggestellt, der erst im Jahre 1144 seinen Abschluss fand.

Im kleinen Turm bei der Stiftskirche, dem Katharinenturm, befindet sich die älteste gegossene Glocke in Deutschland, die "Lullusglocke". Sie wurde im Jahre 1038 in der Form einer Theophilusglocke gegossen.

Eine Kapelle im Erdgeschoss des Turms war der heiligen Katharina geweiht.

Letzter Abt des Stiftes Hersfeld war Joachim Roell (1592 - 1606).

Die Stiftsruine aus hellbraunem Mauerwerk ist heute die grösste romanische Kirchenruine in Europa und dient als Aufführungsort der Bad Hersfelder Festspiele. Sie liegt mitten in Bad Hersfeld und ist zugleich das Wahrzeichen der Stadt.

Zur Ruine wurde das Bauwerk im 18. Jahrhundert: Im 7-jährigen Krieg benutzten die Franzosen die Stiftskirche als Getreidelager. Doch als die feindlichen Truppen des Herzogs von Braunschweig näher kamen, sollte ihnen das Getreide nicht in die Hände fallen. Die Franzosen legten Feuer, so dass die Kirche beim Rückzug der Franzosen im Jahre 1761 niedergebrannt wurde. Die ehemalige Stiftskirche blieb danach eine Ruine mit durchaus imponierenden Ausmaßen (25 Meter hoch und über 100 Meter lang).

Museum

Der Katharinenturm des einstigen Klosters Hersfeld

In dem noch erhaltenen Ostflügel des ehemaligen Klosters ist heute das Museum der Stadt untergebracht. Auf insgesamt drei Etagen wird die Geschichte von Stadt und Kloster Hersfeld dargestellt. Ausmalungen in einer Altarnische im ersten Stock, der "Abtskapelle", werden der Zeit unter Abt Godehard zugerechnet.

siehe auch

Weblinks