Kloster Helmarshausen

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Der Klosterhof in Helmarshausen

Das ehemalige Kloster Helmarshausen (damals Helmwardeshusen) wurde im Jahr 997 gegründet. Es bestand bis zum 16. Jahrhundert und wurde im Zuge der Reformation im Jahre 1538 aufgelöst.

Bedeutende Kunstwerke

Aus dem ehemaligem Benediktinerkloster St. Maria und Petrus in Helmarshausen stammen bedeutende Kunstwerke, etwa das Evangeliar Heinrichs des Löwen aus dem Jahr 1173, von dem ein Faksimile in Helmarshausen zu besichtigen ist.

Heute erinnern nur noch Überreste des ehemaligen Klosters an die ehemalige klösterliche Goldschmiedewerkstatt, die Malschule oder das Skriptorium, wo im Mittelalter bedeutende Buchmalereien und Handschriften entstanden.

EcoPfad Helmarshausen

EcoPfad Helmarshausen

Der Eco-Pfad Archäologie Helmarshausen führt interessierte Besucherinnen und Besucher auch zum Gelände des ehemaligen Klosters Helmarshausen und zur Krukenburg mit der ehemaligen Krukenburgkirche.

Geschichte

Bereits im Jahre 987 hatte Graf Eckhard von Reinhausen den Benediktinern einen befestigten Hof an der Diemel zur Errichtung eines Klosters übertragen. Die Zustimmung zur Gründung eines Klosters erteilten Papst Silvester II. und Kaiser Otto III. am 8. Oktober 997. Der dem Kloster verliehene Status einer freien Reichsabtei wurde allerdings von Bischof Meinwerk erfolgreich angefochten und die Abtei Helmarshausen dem Paderborner Bischof unterstellt.

Der erste Abt des Klosters, Abt Haulf war von 997 bis 1013 im Amt, eine für das junge Kloster fruchtbringende Zeit. Im Jahre 1011 wurde die Abteikirche des Klosters von Bischof Meinwerk eingeweiht. Erste Ausgrabungen in den Jahren 1965 und 1966 brachten Erkenntnisse von der genauen Lage. Das Kloster bekam von Anfang an Rechte und Privilegien, auch das Markt-, Münz- und Zollrecht.

Schon bald wurden im Kloster auch ein Skriptorium sowie eine Gold- und Silberschmiede eingerichtet.

Das Evangeliar Heinrichs des Löwen (Faksimile)

Besonders Abt Thietmar I. (1080 - 1112) führte das Kloster zur Blüte. Durch Bischof Poppo von Paderborn wurde er zum Dekan der Kirchen in Helmarshausen, Herstelle, Wahmbeck, Beverungen, Deisel, Sielen und Eberschütz ernannt. Unter seiner Führung erfuhr das Kloster in Helmarshausen eine deutliche Belebung einschließlich der Befestigung des Klosterbezirks und von Helmarshausen.

In diese Zeit fällt auch die Goldschmiedetätigkeit des Mönchs Rogerus, der heute als bedeutenster mittelalterlicher Künstler anerkannt ist.

Berühmt war das ehemalige Kloster in Helmarshausen aber auch wegen seiner Buchmalereien; u.a. dem mit Gold und Silber verzierten Evangeliar, das der Mönch Herimann eigens für Heinrich den Löwen fertigte.

Im 12. Jahrhundert, zur Blütezeit des Klosters Helmarshausen, erfuhr die Klosterkirche auch mehrere Umbauten und der Grundriss wurde auf über 65 m verlängert. An die Kirche schlossen sich die Klostergebäude an.

Ein wichtiges Ereignis für das Klosters waren die Überführung der Gebeine des Heiligen Modoald (Erzbischof in Trier von 622 bis 647) in einem feierlichen Geleitzug von Trier nach Helmarshausen. Den Reliquien wurden wundersame Heilwirkungen zugeschrieben und die zahlreichen Pilger brachten dem Kloster weiteren Reichtum.

Ein Förderer des Klosters, Erzbischof Heinrich der II. (Graf von Werl), ließ die Johannes-Kapelle auf dem Krukenberg um 1120 bauen und schenkte sie dem Kloster. Zum Schutz der Kapelle wurden später eine Wehranlage und weitere Gebäude erbaut, sodass eine Kirchenburg entstand.

Nachdem das Kloster Helmarshausen im Zuge der Reformation 1538 aufgelöst worden war, diente die Klosteranlage offenbar als bequemer "Steinbruch".

Auch die Krukenburg in Helmarshausen verlor ihre Bedeutung als Schutzburg und verfiel zunehmend.

Die Grundmauern der ehemaligen Klosterkirche sind inzwischen wieder rekonstruiert. Und mit der Ausstellung "Buchmalerei im Mittelalter" und einer Faksimilie-Ausgabe des Evangeliars Heinrichs des Löwen erinnert das Heimatmuseum in Helmarshausen an die bedeutetende Epoche des Klosters.

Im Schutz der Krukenburg

Die Ruine der Krukenburg oberhalb von Helmarshausen

Dem Schutz des Klosters in Helmarshausen sowie einer schon zu Beginn des 12. Jahrhunderts errichteten Bergkirche dient die Krukenburg, die seit Anfang des 13. Jahrhunderts als Befestigungsanlage mit Ringmauer, Bergfried und Wohngebäuden auf dem Krukenberg errichtet wurde.

Bei der heute noch vorhandenen Ruine der Krukenburgkirche handelte es sich übrigens um einen Nachbau der Grabeskirche von Jerusalem.

Jubiläumsjahr 2007

Nach einer Pressemitteilung in der HNA – Ausgabe Hofgeismar vom 24. September 2007 wanderten sechs Helmarshäuser im Jubliäumsjahr 2007 in Mönchsgewändern von Köln in die Klosterburgstadt und erinnerten damit an das Helmarshäuser Doppeljubliäum:

Im Jahr 1107 erhielt nicht nur das ehemalige Benediktinerkloster die Gebeine des Heiligen Modoald von Trier und wurde mit diesen Reliquien zum Wallfahrtsort. Im selben Jahr kam auch der Mönch Rogerus von Köln nach Helmarshausen, der von dem damaligen Abt Thietmar I. berufen worden war, die Kunstwerkstätten des Klosters aufzubauen. Er wurde als Künstler und Autor einer lateinischen Schrift über die Kunsthandwerkstechniken des Mittelalters bekannt.

Klosterkirche

Start und Ziel für den Eco-Pfad Helmarshausen: der Klosterhof.

Nicht nur die Grundmauern der ehemaligen Klosterkirche in Helmarshausen sind inzwischen wieder rekonstruiert.

Bereits im Jahre 987 hatte Graf Eckhard von Reinhausen den Benediktinern einen befestigten Hof an der Diemel zur Errichtung eines Klosters übertragen und 1011 konnte die Abteikirche des Klosters von Bischof Meinwerk von Paderborn eingeweiht werden. Erste Ausgrabungen in den Jahren 1965 und 1966 brachten Erkenntnisse von der genauen Lage.

Im 12. Jahrhundert, zur Blütezeit des Klosters Helmarshausen, erfuhr die Klosterkirche mehrere Umbauten und der Grundriss wurde auf über 65 m verlängert. An die Kirche schlossen sich die Klostergebäude an.

Nachdem das Kloster Helmarshausen im Zuge der Reformation 1538 aufgelöst worden war, verfiel auch die Klosterkirche zunehmend, aus deren Steinen die noch auf dem Gelände erhaltene Scheune erbaut wurde. Die Klosteranlage diente in den Folgejahren offenbar als bequemer "Steinbruch".

Literatur

  • Ingrid Baumgärtner, Helmarshausen. Buchkultur und Goldschmiedekunst im Hochmittelalter , Kassel 2003
  • Gero Lenhardt, Mein Reinhardswald, Wandern - Kultur - Freizeit, 1. Auflage, Calden 2013
  • Hermann Schmidt, "Die Abteikirche des Benediktinerklosters Helmarshausen", im "Heimatjahrbuch für den Kreis Hofgeismar 1968", S. 30 ff.
  • Bücherliste des Heimatvereins

siehe auch

Weblinks