Kloster Flechtdorf

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Kloster Flechtdorf - ehemalige Klosterkirche

Das Flechtdorfer Kloster hat eine bewegte Geschichte hinter sich.

Nach einem neueren baugeschichtlichen Gutachten stammen die ältesten Steine aus der Zeit um 1130. Ab diesem Zeitpunkt wurde die Klosterkirche in mehreren Bauabschnitten errichtet.

Der Ort Flechtdorf ist heute ein Ortsteil der Gemeinde Diemelsee im Landkreis Waldeck-Frankenberg mit etwa 600 Einwohnern.

Bauwerk

Kennzeichnend für die ehemalige Benediktinerabtei Flechtdorf sind die wuchtigen Doppeltürme der Klosterkirche.

Bei der Ansiedlung der Benediktinerabtei St. Maria in Flechtdorf bestand dort bereits eine Kirche, die zur Klosterkirche umgestaltet und zwischen 1104 und 1114 um die notwendigen Konventsgebäude ergänzt wurde, übrigens die einzige zweitürmige Kirchenanlage im Waldecker Land.

Die Klosterkirche wurde in mehreren Bauabschnitten errichtet. Bis 1190 entstanden die Türme und der Westteil der Kirche in Form einer Basilika. Anfang des 13. Jahrhunderts wurde die gotische Hallenkirche vollendet und das südliche Seitenschiff in gotischem Stil umgebaut.

Der Chor der Kirche wurde später abgebrochen und die früheren Altäre sind verschwunden. Beim Wiederaufbau nach einem Brand in 1639 bekam das Langhaus einen barocken Abschluss.

Im Innern der ehemaligen Klosterkirche findet sich Chorgestühl aus dem ehemaligen Kloster Volkhardinghausen sowie ein Taufstein aus dem frühen 16. Jahrhundert.

Förderverein

Im Frühjahr 2006 erwarb der Förderverein Kloster Flechtdorf die landwirtschaftlich genutzten Gebäude. Der Förderverein hat mittlerweile rund 250 Mitglieder und hat in Zusammenarbeit mit dem Architekten Eckhard Lohmann ein Nutzungskonzept erarbeitet. Im Vordergrund des Konzeptes stehen die Ideen einer Pilgerstätte und die touristische Nutzung, eingebettet in ein Kultur-, Bildungs- und Begegnungszentrum.

Insgesamt ist das ausgearbeitete Finanzierungskonzept des Klosters Flechtdorf mit sechs Millionen Euro veranschlagt.

Die dringend notwendige Sanierung der Klosterkirche und ihre erneute Inbetriebnahme ist ein wichtiger, wenn auch nur kleiner Schritt bei der Umsetzung des Gesamtkonzeptes.

Galerie

Hauptportal der Kirche
Innenansicht der Kirche
Taufstein und Chorgestühl

Geschichte

Das Kloster Flechtdorf war das erste und später auch reichste Kloster im Waldecker Land mit Grundbesitz in 72 Dörfern.

Im Jahre 1101 von Grafen Erpo von Padberg gegründet, wurde es mit Benediktiner-Mönchen besetzt.

Nach der Reformation und der Klosterauflösung im Jahre 1580 erfolgte die Dorf- und Hospitalgründung.

Literatur

Seitenportal
  • Waldeckische Bibliographie, bearbeitet von Heinrich Hochgrebe, 1998 (für die Präsentation im Internet eingerichtet von Dr. Jürgen Römer, 2010 - pdf)
  • Waldecker Land - vom Sauerland zum Edersee, bearb. von Horst König, Korbach 2002

siehe auch

Wussten Sie schon ...

  • ...dass Graf Erpo von Padberg das Benediktinerkloster Flechtdorf stiftete? Der Ort Fliathorpe - daraus entstand Flechtdorf - wurde schon 830 urkundlich erwähnt und gehörte zu Anfang des 12. Jahrhunderts zu Graf Erpos Herrschaftsbereich. Die Grafschaft Waldeck entstand erst später.
  • ...dass der Westflügel des Benediktiner-Klosters in Flechtdorf das älteste bis in unsere Zeit erhaltene ehemalige Wohngebäude Waldeck-Frankenbergs ist? Vor etwa 850 Jahren wurde dieses ehrwürdige Bauwerk aus Kalk- und Schiefersteinen errichtet.
  • ...dass das Kloster Flechtdorf eine ungefähr 450-jährige Geschichte als Benediktiner-Kloster hatte, danach eine etwa ebenso lange Geschichte als Ort von Pflege- und Betreuungseinrichtungen? Es gab dort nach der Reformation ein Armen- und Siechenhaus, später ein Landeshospital, ein Entbindungsheim für „arme Wöchnerinnen“. Daraus wurde schließlich ein Alters- und Pflegeheim, das heute das Waldecksche Diakonissenhaus betreibt.

Winfried Becker, Mengeringhausen

Weblinks

Am ehemaligen Kloster