Klinikum Hann. Münden

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Das Klinikum Hann. Münden ist die geplante Fusion des Nephrologischen Zentrums Niedersachsen (NZN) am Vogelsang und des Krankenhauses Hann. Münden in der Burkhardtstraße in Hann. Münden. Für die Erweiterung des Standortes Vogelsang durch die Arbeiterwohlfahrt Gesundheitsdienste (AWO GSD) hatte die Landesregierung im Oktober 2013 einen Zuschuss in Höhe von 34 Millionen Euro genehmigt. Die Eröffnung des Klinikums Hann. Münden, der Name der neuen Einrichtung, ist für Dezember 2016 geplant. Bauherrin sind die Versorgungsbetriebe Hann. Münden. Das bisherige Krankenhaus Hann. Münden will die AWO zu einem Gesundheitscampus umfunktionieren.

Zeitplan

Im Mai 2014 sollen spätestens die Ausschreibungen für den Neubau beginnen, damit im Juni der Wirtschaftshof eingerichtet werden kann. Der Start der Abbrucharbeiten zum Bau des Bettenhauses ist für Oktober terminiert. Der Rohbau für den Bettentrakt mit den angeschlossenen Versorgungsbereichen wie Kantine, zentraler Umkleidebereich sowie Anlieferung und Warenlogistik soll bis Oktober 2015 fertig gestellt sein. Im Dezember 2013 wurde der Bauantrag für ein Parkhaus mit insgesamt 314 Stellplätzen beantragt. Dieses muss erst fertig gestellt sein, bevor mit dem Bau des Bettentrakts begonnen werden kann. Ab dem 18. Dezember 2016 werden operative chirugische Eingriffe in den Nephrologischen Zentrum Niedersachsen (NZN) am Vogelsang vorgenommen.

Geschichte

Nephrologisches Zentrum Niedersachsen

Das Nephrologische Zentrum Niedersachsen (NZN) Hann. Münden wurde am 1. Juli 1972 eröffnet. Ausschlaggebend für den Bau sei nach eigenen Angaben die Notwendigkeit gewesen, die technische Errungenschaft der künstlichen Niere für die immer größer werdende Zahl von Patienten mit Nierenerkrankungen zu nutzen und so Leben zu erhalten. [1] Zu den zentralen Aufgaben des NZN gehört die Patientenbehandlungen im allgemeinen, internistischen und urologischen stationären Bereich. Außerdem ist es Dialyseschwerpunkt und Nierentransplantationszentrum des Landes Niedersachsen.

2002 ist am NZN ein elf Millionen Euro teurer Anbau eingeweiht worden, der damals zu den modernsten Operationstakten landesweit gehörte.

Im Oktober 2004 wurde ein Ärztehaus an das NZN angebunden. Niedergelassene Ärzte arbeiten dort mit dem Klinikpersonal zusammen. Ebenfalls mit im Haus befindet sich eine Apotheke.

Vereinskrankenhaus Hann. Münden

Das Krankenhaus Hann. Münden ist ursprünglich als Vereinskrankenhaus (VKH) im September des Jahres 1875 gegründet worden. Die Initiative ergriff der an St. Blasien tätige Pastor Schumann, der mit einem Flugblatt im Januar 1875 zum Bau eines Krankenhauses aufforderte. Auslöser waren die „schwarzen Blattern“ – eine der schwersten Formen der Pocken – die nach dem Krieg 1871 auch in Münden auftraten.

Die medizinische Versorgung Anfang der 1870er-Jahre war seitens der Stadt sehr schlecht. Aus der Verlegenheit der Pockeninfektionen heraus errichtete man vor den Toren der Stadt in Alt-Münden ein Haus zur Aufnahme und Pflege von Kranken. Auf Anfrage des Bürgervorstehers Becker beim Magistrat wurden die vorhandenen Räume zur Krankenpflege begutachtet – mit ernüchterndem Ergebnis.

Einige Jahre später hinterließ die Mündener Bürgerin Doris Gebhard 50 Taler für den Bau eines Krankenhauses in Münden. Die daran gekoppelte Bedingung war, dass das Geld nur für fünf Jahre nach ihrem Ableben zur Verfügung steht. Pastor Schumann nutzte die Gelegenheit und setzte ein von 37 Mündenern unterschriebenes Schriftstück auf, das den Bau eines Krankenhauses forderte. Ein gutes Krankenhaus sei noch nicht vorhanden, da die Kosten dafür zu bedeutend erschienen, heißt es darin. Seine Spendenaufforderung an die vielen Auswärtigen, die „seien sie auch durch Länder und Meere von uns getrennt – ihrer Heimat noch zugetan sind“, fand regen Anklang. Ende 1975 waren bereits 19.000 Mark zusammen gekommen, sodass im September des Jahres der „Krankenhaus-Verein“ gegründet und von Kaiser Wilhelm I abgesegnet wurde. Die Mitglieder verpflichteten sich, jährlich eine Mark oder einmalig mindestens fünf Mark zu zahlen.

Die Grundsteinlegung erfolgte am 11. August 1876. Der Bau konnte nach fast zwei Jahren abgeschlossen werden, sodass die Eröffnung am 12. Juni 1878 erfolgte. Noch bis ins Jahr 1886 war Pastor Schumann die Spitze des Krankenhauses und des dazugehörigen Vereins. [2]

Im Jahr 2012 verkauften die ProDiako sowie der Krankenhaus-Verein ihre Anteile am VKH an die AWO-GSD. Seither ist das Krankenhaus im alleinigen Besitz der AWO. Sie wendete damit eine drohende Insolvenz des VKH ab und sicherte die 240 Arbeitsplätze. Sie ziehen nach der Eröffnung des Klinikums in den Neubau um. Die Pforte des VKH an der Burckhardtstraße wird weiter von 07.30 bis 22.30 Uhr besetzt sein und ist unter der Telfonnummer 05541/77-0 erreichbar. In dem Gebäude verbleibt die Ärztliche Notdienstzentrale, ebenso die Praxis Dres. Winkelsesser und Herzig und die Krankenhausverwaltung, sowie das Mündener Bildungszentrum mit der Gesundheits- und Krankenpflegeschule. Die Betreiberfrage des ehemaligen Evangelischen Krankenhaus ist aktuell noch ungeklärt.

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. Nephrologisches Zentrum Niedersachsen – Internetauftritt.
  2. 125 Jahre Mündener Krankenhausverein – Festzeitschrift.

Weblinks