Klaus Richter

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Diskokönig Kassels

//Klaus Richter hat Kassels Nacht- und Partyleben wie kein anderer geprägt//

Vor über 40 Jahren begann Richters Gastro-Karriere. Der in Hirschberg (Schlesien) geborene Richter kam 1946 mit seinen Eltern nach Kassel. Der Sohn der einstigen Awo-Geschäftsführerin und SPD-Kommunalpolitikerin Käthe Richter lernte Dekorateur. So baute er das Café Däche um und richtete für Brauereien Gaststätten ein.

Richter stellte Ende der 50er-Jahre fest, dass es in Kassel keine Begegnungsstätte für junge Leute gab. In den Bars und Tanzcafés herrschte meist Garderoben- und Gedeckzwang. Da reichte das Taschengeld nicht aus, erinnerte sich der 68-Jährige im Juli 2003 in einem HNA-Interview. So machte er 1959 kurzerhand seinen eigenen Club in den Kellerräumen des Autohauses Bierschenk am Friedrichsplatz auf. Es brummte sofort.

Das Bier kostete damals 70 Pfennige und ein Pils mit Sekt zwei Mark. Pils mit Sekt? Das war das absolute Modegetränk für Damen, die etwas auf sich hielten. 1966 wurde es zu eng am Friedrichsplatz und Richter zog mit seinem Club 21 in die Friedrich-Ebert-Straße um. Zu der Zeit gab es hier nur das Café Lange. Nach und nach machten weitere Läden auf, es entstand Kassels Kneipenmeile.

Doch der Club 21 reichte dem innovativen Gastronom nicht aus. 1965 eröffnete er die Standuhr in der Fünffensterstraße. Daneben organisierte er zig Veranstaltungen in der Stadt. Er stellte das Stadtfest auf die Beine, veranstaltete Konzerte, rief das Straßenfest in der Friedrich-Ebert-Straße ins Leben.

Bis 2002 war der vierfache Vater mit seinem Club 21 immer auf dem Zissel. "Als DJ bin ich schon mal aus mir rausgegangen", sagt Richter, der ansonsten ruhig und gelassen wirkt. Zudem ist er wohl der Erfinder der After-Work-Partys. Als diese in Mode kamen, konnte Richter nur lächeln. Schon seit Mitte der 90er-Jahre gab es im Club den Pilsmontag, bei dem sich die Angestellten bei ihm trafen.