Klaus Pfromm

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Stadtplaner und Kulturförderer: Klaus Pfromm.
Klaus Pfromm, viele Jahre Professor für Stadtplanung an der Universität Kassel, starb am 15. Januar 2009 im Alter von 73 Jahren an einem Krebsleiden. Damit verlor Kassel nicht nur einen Hochschullehrer der ersten Stunde, der ab 1972 die Entwicklung der damaligen Gesamthochschule entscheidend vorantrieb. Zugleich hinterließ der gebürtige Schwälmer auch eine Lücke im Kasseler Kulturleben, wo er sich zuletzt etwa im "documenta forum" engagierte.

Über eine Maurerlehre und ein abgebrochenes Architekturstudium gelang dem 1935 in Ziegenhain geborenen Sohn eines Regierungsoberinspektors 1958 "die Flucht" an die Hochschule für Gestaltung in Ulm, wie Pfromm, seinen Lebenslauf beschrieb. Dort wurden Design, Film und Architektur unter einem Dach vereint. Gastdozent in der Donaustadt war der Schweizer Nationalökonom Lucius Burckhardt, der später Pfromms Kollege in Kassel wurde.

Nach einer Tätigkeit im Stadtplanungsamt von Winterthur in der Schweiz und einer einjährigen Lehrtätigkeit an der renommierten ETH in Zürich, kam Pfromm 1972 nach Kassel, wo er an der gerade gegründeten Gesamthochschule einen Lehrstuhl für Stadt- und Regionalplanung erhielt. Er galt als Anreger mit Visionen, der immer wieder neue Wege aufzeigte. In einem Nachruf der Uni heißt es, dass er sich "für Querdenker einsetzte, Kollegen mit unkonventionellen Arbeitsansätzen an die Hochschule holte, sich für die Studierenden engagierte und die Verknüpfung von Theorie und Praxis vorlebte". Unter anderem leitete er die Arbeitsgruppe Stadt.

Auch nach seiner Emeritierung im Jahr 2000 wechselte der dreifache Familienvater, der mit der Architektin Cornelia Issmer-Pfromm verheiratet war, nicht in den Ruhestand, sondern betrieb das Studium der städtischen Lebensart und ihrer Selbstregulierung als Liebhaberei, wie er schrieb. Als Mitglied des "documenta forums" ermöglichte er die Aktion "Mein Lasermeter", mit der der Laser über Kassel erneuert wurde. Und schon von der Krankheit gezeichnet, entwickelte er ein Papier für ein visionäres Bode-Centrum.

Im Gespräch, so heißt es im Nachruf seiner Uni-Kollegen, liebte er die Polemik, ohne zu verletzen: "Klaus Pfromm hat sich stets eingemischt im besten Sinne."


Quelle

HNA vom 27.1.2009