Klassizismus

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Museum Fridericianum
(Foto: Günther Pöpperl)
Hofgeismar - Schloss Schönburg
Kassel - Schloss Wilhelmshöhe

Im Zeitalter des Klassizismus - etwa 1780 bis 1850 - orientierte sich die Baukunst vornehmlich an der griechischen Antike.

Der Klassizismus ist eine Stilepoche, die das klassische Altertum nachahmt. Er steht für Weiträumigkeit und massive, gradlinige Formen.

Im Holzbau drückt sich diese Architektur durch glattes und völlig schmuckloses Fachwerk aus (siehe zum Beispiel in der Stadt Hann. Münden), aber auch durch breitere Fassaden, immer größere Geschosshöhen und zunehmend gestreckte Fensterformate.

Durchaus bekannter sind jedoch die in Stein errichteten Gebäude.

In Kassel enstand in den Jahren 1769 - 1779 mit dem Museum Fridericianum nach den Plänen von Simon Louis du Ry der erste klassizistische Baukörper in Deutschland. Für den Kasseler Oberhofbaumeister Simon Louis du Ry war das Museum Fridericianum eine völlig neue Aufgabe, da es bisher keinen Museums- und Bibliotheksbau in Kassel gegeben hatte. Seine Pläne fanden nicht überall Zustimmung. Es wurden kontroverse Diskussionen geführt. Man fand das Gebäude zu niedrig für den großen Friedrichsplatz. Auf Einladung von Landgraf Friedrich II. legte der französische Architekt Claude Nicolas Ledoux einen eigenen Entwurf vor, der auf das Gebäude eine erdrückende Attika mit einem Rundtempel vorsah. Doch der Landgraf entschied sich für die Konzeption seines Baumeisters. Den Einwänden seiner Widersacher trat du Ry mit dem Hinweis auf den wenig festen Baugrund und die Notwendigkeit eines Ausgleichs zwischen den höher gelegene Häusern der Oberneustadt und den tiefer gelegenen der Altstadt durch ein zwischen den Höhenunterschieden ausgewogenes Maßverhältnis des Museums entgegen.

In Hofgeismar entstand ebenfalls nach den Plänen von Simon Louis du Ry das Schlösschen Schönburg im Park Gesundbrunnen („Montcherie“, erbaut 1787-1789) im frühklassizistischen Baustil. Das Schlösschen diente ursprünglich als Wohnsitz von Landgraf Wilhelm IX. von Hessen-Kassel (seit 1803: Kurfürst Wilhelm I.) während seiner Aufenthalte in den Sommermonaten in Hofgeismar und beheimatet heute die Evangelische Akademie Hofgeismar.

Ebenso war Simon Louis du Ry beteiligt am Bau des Schlosses Wilhelmshöhe, bei dem nach seinen Plänen die Seitenflügel (Weißenstein- und Kirchflügel) zwischen 1786 und 1792 entstanden. Seine Pläne für den Mittelbau wurden aber verworfen; gegen die endgültigen Entwürfe von H. Chr. Jussow, bei denen er keine Einheit mit den Seitenflügeln mehr sah, widersetzte er sich vergeblich.

siehe auch