Klara Haase

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Klara Gertrud Haase und ihre Zwillingsschwester Minna wurden am 23. März 1923 in der heutigen Poststraße 24 in Immenhausen geboren. Da der Vater SPD-Mitglied war, stand die Familie unter besonderer Beobachtung. Politischer Druck und psychische Belastungen sollen der Grund gewesen sein, dass Martin Haase Selbstmord beging. Klara war damals 12 Jahre alt.

Nach ihrer Schulentlassung 1935 arbeitete sie als Hausgehilfin auf einem Bauernhof in der Neuen Straße 14, wo sie in Kost und Logis lebte.

Einige Häuser entfernt, in der Bäckerei Neue Straße 9, war ab Kriegsbeginn 1939 der polnische Zivilarbeiter Gerhard Czaplinski einquartiert. Er stammte aus Lopienno in Polen und war damals 18 Jahre alt.

Während ihr nach einer Darstellung Gerhard Czaplinksi beim Ziehen eines schwerbeladenen Handwagens die Neue Straße hinauf geholfen haben soll, berichteten andere von einer freundschaftlichen Begrüßung der beiden jungen Leute. Durch einen ortsansässigen Schuhmachermeister wurden die beiden jedenfalls denunziert.

Obwohl Klara den Vorwurf, ein "rassenpolitisches Verbrechen" begangen zu haben, immer bestritten hat, wurde sie in das Konzentrationslager Breitenau inhaftiert.

An ihrem 20. Geburtstag verlegte man sie ins Frauen-KZ Ravensbrück, wo sie „an den Folgen von Tuberkulose am 23. Mai 1943 verstirbt“.

Gerhard wurde am 2. Mai 1945 aus Buchenwald befreit. Er kehrte 1946 nochmals nach Immenhausen zurück und gab im Rathaus zu Protokoll, dass er keine Beziehung zu Klara Haase gehabt habe. Die Anschuldigung sei seinerzeit völlig aus der Luft gegriffen gewesen.

Angeblich wurde der Denunziant von Klara Haase nach dem Zweiten Weltkrieg - offenbar wegen seines fortgeschrittenen Alters - durch die Spruchkammer in Hofgeismar zu nur 1 Jahr Arbeitslager verurteilt.

siehe auch