Kirche in Harle

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Die Kirche in Harle

Vermutlich nutzten bereits die Chatten den Basaltfels, auf dem heute die Harler Kirche steht, als Kultplatz. Möglicherweise handelt es sich auch um ein germanisches Sonnenheiligtum, das dem Gott Odin geweiht gewesen ist. Dieser Fels ist noch heute unter dem Altarraum zu sehen.

Der Ort Harle wird erstmals im Jahr 1196 als "Harleve" in einer Urkunde des ehemaligen Klosters Hardehausen (in der Nähe von Warburg) erwähnt.

Die Harler Kirche wurde zwischen 1200 und 1250 als Wehrkirche mit einem ca. 20 Meter hohen Turm errichtet und mit einer hohen, festen Mauer umgeben. Sie diente also, außer als Gebetsstätte, auch zur Abwehr von Feinden. Im Jahr 1253 verzeichnet das Kloster Breitenau den Besitz in "Harlon". Bereits 1266 wird in Harle ein Pfarrer, ein Pleban Sibert genannt.

1425 wird erneut urkundlich eine Kirche erwähnt und wenig später, im Jahr 1492 wird am Abend des Bonifatiustages, dem 5. Juni, mit dem Bau eines neuen Kirchenschiffes begonnen.

Ab dem 16. Jahrhundert gehörte Harle zum Amt Felsberg und am 10. November 1501 wird Paul Winther als Pfarrer erwähnt. Bis zur Reformation hatte das Stift Fritzlar das Patronat über die Kirche inne, danach ging es an den Landgraf.

Um 1525 wurde auf den Turm der Kirche das markante Dach mit seinen vier kleinen Türmchen gesetzt. Im gleichen Jahr wurde Paul Winther als erster evangelischer Pfarrer erwähnt.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Harle 1637 nahezu vollständig zerstört. Lediglich ein Wohnhaus, das 1614 erbaute Pfarrhaus sowie die Wehrkirche entgingen der Vernichtung. Nach Ende des Krieges wird das Dorf wieder aufgebaut und im Jahre 1680 in die Kirche eine weitere Empore eingebaut.

1743 stirbt der Pfarrer Johann Werner Hassenpflug am 1. Weihnnachtstag wohl bei der Abhaltung des Gottesdienstes morgens um sieben Uhr. Er wurde am 30. Dezember in der Harler Kirche, in einem gemauerten, teilweise in den unter der Kirche liegenden Basaltfels geschalgenen Gewölbe beigesetzt.

Wiederholt schlug der Blitz in den Harler Kirchturm ein, so am 10. Juli 1858, sodass dieser anschließend gänzlich erneuert werden musste, wobei die Kosten hierfür 800 Taler betragen.

Am 16. Juli 1965 schlägt der Blitz erneut in den Kirchturm ein und verursacht einen Schaden von rund 40.000 D-Mark.

Im Jahre 1974 erhielt die Kirche eine neue Orgel.

Glocken

Die Weihe der drei neuen Harler Glocken (Pfingstmontag 2006)

Die Harler Bonifatiuskirche besitzt ein fünfstimmiges Bronzeglockengeläut in den Schlagtönen es'-f'-as'-b'-des". Eine weitere eiserne Uhrschlagglocke (Schlagton h') befindet sich ebenfalls im Turm. Die Weihe der drei neuen Glocken erfolgte am 05.06.2006 (Pfingstmontag).

Nr. Schlagton Name Gussjahr Gießer
1 es' Johannes (Harler Glocke) 1520 Hans Kortrog zu Homberg
2 f' St. Kilian 1521 Hans Kortrog zu Homberg
3 as' Apostelglocke Andronikus und Junia 2006 Bachert, Karlsruhe
4 b' Prophetenglocke Jeremia 2006 Bachert, Karlsruhe
5 des" Dietrich Bonhoeffer 2006 Bachert, Karlsruhe

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