Kirche Stormbruch

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Spendenfreude ist groß

Stormbrucher Kirche hat eine lange Baugeschichte und eine aktive Gemeinde

Kirchenältester Erich Fischer vor der Kirche in Stormbruch

Vor der Reformation gehörte Stormbruch zum Archidiakonat Horhusen (Niedermarsberg) und zum Bistum Paderborn. 1526 wird die Stormbrucher Kirche als Filiale von Heringhausen erwähnt. Wann sie erbaut wurde und wie sie ausgesehen hat, ist nicht bekannt, da bei dem großen Brand 1784 auch die Stormbrucher Kirche zerstört wurde. Überliefert ist, dass die neue Kirche 1792 wieder „gebauet” wurde, und zwar am selben Platz. Mauerreste der Vorgängerkirche wurden dafür verwendet. Im Jahre 1798 „war sie im Stande, hat einen hölzernen Altar, eine Glocke, auf der Kanzel ein blaues, seidenes Tuch mit echten silbernen Tressen…”. Geld geliehen Im Jahre 1880 war die Kirche wieder reparaturbedürftig. 1000 Mark mussten bei der Kreissparkasse für die erneute Reparatur in Korbach geliehen werden. Im September 1882 bekam die Kirche eine neue Orgel. Orgelbauer Vogt aus Korbach lieferte sie für 1200 Mark. Auch die seien größtenteils aus Spenden der Gemeinde zusammengekommen, heißt es in der Kirchenchronik. Die Sitzordnung in der alten Kirche war so geregelt, dass jede Familie ihre Bank hatte. Je nach Größe des Betriebes saßen die Großgrundbesitzer von vorne nach hinten in den Sitzreihen. 1956/57 stand abermals eine große Reparatur an. Obwohl die Frauen in einer Haussammlung die überraschende Summe von 19750 Mark zusammenbrachten, stellten sich die Beseitigung der Schäden als beträchtlich teurer heraus. In einer Gemeindeversammlung wurde schließlich der Neubau beschlossen. Die anberaumte Spendenaktion erbrachte 30 000 Mark, ein Ergebnis, das Stormbruch damals weit bekannt machte. Die Landeskirche sicherte die Restfinanzierung zu und der Weg zum Neubau war frei. Ein moderner sechseckiger Bau entstand, wieder an der gleichen Stelle der alten Stormbrucher Kirche. Die Einweihung erfolgte am 27. September 1959 in einem Festgottesdienst. Aus Sicherheitsgründen wurde knapp 40 Jahre später das Läuten untersagt, da sich Risse im Glockenträger zeigten. Wieder musste gebaut werden. Wieder wurden 22 000 DM aus der Gemeinde gespendet und so konnten nach Vollendung des Glockenturmbaus am vierten Advent 1997 zum ersten Mal nach zwei Jahren wieder die Glocken in Stormbruch geläutet werden.


Quelle: Artikel aus der HNA Waldeckische Allgemeine in der Serie "Kirchen im Waldecker Land"