Kirche St. Elisabeth

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Kirche Sankt Elisabeth

Die Kirche St. Elisabeth (auch Elisabethkirche) am Kasseler Friedrichsplatz geht zurück auf die älteste nach der Reformation errichtete katholische Kirche in Kassel.

Geschichte

Die im Zweiten Weltkrieg durch Bomben zerstörte erste Elisabethkirche stand ebenfalls am Friedrichsplatz, allerdings an der Stelle des heutigen Staatstheaters. Sie wurde zur Zeit des Landgrafen Friedrich II. in den 1770 – 1777 errichtet und der heiligen Elisabeth geweiht.

Die heute nicht mehr erhaltene Kirche wurde im Auftrag des Landgrafen Friedrich II. von Hessen erbaut, der schon als Erbprinz im Jahre 1754 zum katholischen Glauben übergetreten war. Beim Bau der Kirche verwendete Hofbaumeister Simon du Ry das Motiv eines Zentralraumes auf kreisrundem Grundriß, den er mit einem rechteckigen Bauteil kombinierte. Der Kasseler Hofmusikers Christian Kalkbrenner (1755 - 1806) komponierte eigens für die Elisabethkirche eine Messe.

Als Hoforgelbauer erhielt Stephan Heeren von Landgraf Friedrich II. den Auftrag, 1774 die Orgel für die katholische Elisabethkirche in Kassel zu bauen.

Die heutige Elisabethkirche in Kassel wurde in den Jahren 1959/60 nach den Plänen des Architekten Armin Dietrich aus München erbaut. Auf dem Treppenpodest zur Empore fand der Sarg Friedrichs II. in einem Sarkophag seine Ruhestätte.

Orgel

2015 bekommt die Kirche eine neue Orgel. Die 1964 erbaute und unter Denkmalschutz stehende Bosch-Bornefeld-Orgel hat die katholische Elisabethkirche von ihrem evangelischen Nachbarn übernommen. Bis zum Sommer 2014 stand sie in der Martinskirche in Kassel. Die Orgel wurde von der Niestetaler Orgelbauwerkstatt Bosch gebaut. Werner Bosch hatte die Orgel mit dem evangelischen Kirchenmusiker und Orgelspezialisten Helmut Bornefeld konzipiert. Sie besteht aus weit über 100.000 Einzelteilen mit über 5000 Pfeiffen, von denen die größte über fünf Meter und die kleinste nicht mal einen Zentimeter lang ist. Das Vorgängermodell aus St. Elisabeth, die Euler-Orgel, wurde einer katholischen Gemeinde bei Zagreb in Kroatien überlassen.

Pastoralverbund Kassel - Mitte

Die Kirche St. Elisabeth gehört zum Pastoralverbund Kassel - Mitte. Dem Pastoralverbund gehören als weitere Pfarreien an:

Kirchengemeinde St. Elisabeth

Katholisches Gemeindeleben in Kassel

Über 200 Jahre lang gab es nach der Reformation kein katholisches Gemeindeleben in Kassel und in der weiteren Umgebung. Das änderte sich erst, als Landgraf Friedrich II. von Hessen-Kassel zum katholischen Glauben konvertierte und 1777 die Elisabethkirche als Hofkirche vollendet wurde. Über 120 Jahre hinweg war sie die einzige katholische Pfarrkirche der Region.

Die Kirchengemeinde der ersten Elisbethkirche entstand aus kleinsten Anfängen. Zwar war Landgraf Friedrich II. schon als Erbprinz zum katholischen Glauben konvertiert, aus Gründen der Staatsraison erfolgt dies aber nicht öffentlich und die erste katholische Kirche in Kassel war von außen nicht als Kirchbau gestaltet worden. Zur glanzvollen Ausgestaltung im Innern trugen allerdings die Bilder des Kasseler Hofmaler Johann Heinrich Tischbein d. Ä. aus dem Passions- und Himmelfahrtszyklus bei, die auch in der heutigen Elisabethkirche zu bewundern sind.

Erst mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert war dann ein allmählicher Anstieg der katholischen Bevölkerung in Kassel verbunden und besonders nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Zahl der katholischen Christen durch Heimatvertriebene aus Mittel- und Osteuropa stark an.

Die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Elisbethkirche wurde wiederum am Friedrichsplatz in Kassel als neue Kirche der katholischen Pfarrgemeinde errichtet.

St. Elisabeth und die documenta 13

Im Vorfeld der documenta 13 sorgte die Skulptur des Künstlers Stephan Balkenhol auf dem Turm von St. Elisabeth für Wirbel bei der Leitung der documenta 13. Die künstlerische Leiterin der documenta 13, Carolyn Christov-Bakargiev, zeigte sich im Gespräch mit der HNA „schockiert“ über dieses Kunstwerk.[1] Zudem berief am 9. Mai 2012 die documenta-Leitung kurzfristig eine Pressekonferenz vor dem Kasseler Fridericianum ein, da ein großes Medieninteresse an dem Thema vorhanden war. Der Geschäftsführer der documenta 13, Bernd Leifeld, sagte, dass die documenta am Friedrichsplatz durch diese nicht abgesprochene Figur dominiert werde. Carolyn Christov-Bakargiev, die künstlerische Leiterin, fühle sich durch dieses Kunstwerk bedroht. Es verkörpere das Gegenteil von dem, wie sie Kunst präsentieren möchte. Jeder Besucher werde die documenta 13 unter diesem Eindruck wahrnehmen.[2]

Bei St. Elisabeth verstand man den Unmut der documenta-Verantwortlichen nicht. „Ich habe die documenta bislang für eine starke Veranstaltung gehalten und angenommen, sie halte auch einen Stephan Balkenhol aus“, sagte Dr. Burghard Preusler, Diözesanbaumeister des Bistums Fulda.

siehe auch: Skulptur auf dem Kirchturm von St. Elisabeth

siehe auch

Weblinks und Quellen

  1. Aus HNA.de vom 09.05.2012: documenta-Leiterin schockiert über Skulptur auf Turm von St. Elisabeth
  2. Aus HNA.de vom 09.05.2012:Skulptur auf St. Elisabeth: "Wir ärgern uns über diese Respektlosigkeit"