Kirche Sachsenhausen

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Die St. Bonifatius Kirche ist die Kirche der Katholiken in Sachsenhausen und Umgebung und gehört als Filialkirche zur St. Maria Himmelfahrt - Gemeinde in Waldeck im Dekanat Waldeck.

Eine Zwiebel auf dem Turm

Die St. Bonifatius Kirche in Sachsenhausen

Die Kirche steht unter dem Patronat des heiligen Bischofs und Märtyrers Bonifatius, dem Apostel der Deutschen.

Vor dem zweiten Weltkrieg gab es nur drei katholische Familien im späteren Sachsenhäuser Gemeindegebiet. Während und nach dem Krieg kamen viele Evakuierte und Vertriebene nach Sachsenhausen und in die Nachbargemeinden.

Den Gottesdienst feierten die Katholiken in der evangelischen St. Nikolaus-Kirche Sachsenhausen, bis die hiesige Synagoge im Jahr 1947 durch die katholische Pfarrei Korbach zunächst gemietet und 1949 gekauft wurde.

Ende 1959 begannen die Bauarbeiten für die heutige Kirche. Der Bonifatiusverein und ein bayrischer Sägewerksbesitzer unterstützten den Bau materiell und finanziell. Das bayerische Sägewerk lieferte die Holzkonstruktion für den für unsere Gegend sehr ungewöhnlichen Zwiebelturm. Über der Tür wurde später der Türsturz der ehemaligen Synagoge eingesetzt. Er trägt auf Hebräisch die Inschrift „Das Haus Jacobs geht und wird geführt ins Licht Gottes“.

Das Innere der Kirche erinnert mit dem spitzen Dach an ein Zelt. Durch bunte Fenster in kräftigen Farben bricht sich das Licht. Zentraler Blickpunkt ist der Altar, der aus Wrexer Sandstein gefertigt wurde. Über ihm hängt ein Kreuz aus Mooreiche mit Bronzekorpus. Es ist ein Werk des Bildhauers Hubert Janning.

In der Kirche gibt es seit der Renovierung im Jahr 2002 einen neuen Kreuzweg aus 14 Bronzeplastiken, die den Leidensweg Jesu darstellen. Der Kreuzweg ist eine volkstümliche Andachtsform, entstanden aus Umgängen, auf denen man in Jerusalem unter Führung der Franziskaner seit dem 14. Jahrhundert die Heiligen Stätten besuchte. Im Abendland baute man Nachbildungen. Etwa um 1700 begann man, auch im Kircheninneren Kreuzwege zu errichten, indem man an den Wänden 14 Stationen markierte.


Quelle: Artikel aus der HNA Waldeckische Allgemeine aus der Serie Kirchen im Waldecker Land

siehe auch

Weblinks