Kirche Ottlar

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Baubeginn der St. Margarethenkirche in Ottlar war 1872. Das belegt die in Stein gemeißelte Jahreszahl an der Außenwand des Chores.

Schon 1537 wurde am Ort eine Kapelle genannt. Das Dorf Ottlar hatte 1541 acht Wohnhäuser und 57 Einwohner. Der Waldecker Graf Philipp IV. bestimmte seinerzeit die neue Religion nach Martin Luther für sein Land.

In der Pfarrstelle Heringhausen, wozu Ottlar seit 1550 gehört, befand sich der gemeinsame damals so genannte Totenhof. Einen eigenen Friedhof erhielten das Dorf erst im Jahre 1846. Das Fürstlich Waldeckische Consistorium, dem die kirchlichen Angelegenheiten unterstanden, erklärte sich 1855 bereit, ein neues Gotteshaus mit zu finanzieren. Die alte Kapelle war baufällig geworden.

Alles brauchbare Material wurde nach dem Abriss der alten Kapelle aufbewahrt oder für den Neubau versilbert. Die Glocke wurde neben der Schule aufgehängt, da sie für das tägliche Dorfleben von großer Bedeutung war. Dreimal täglich wurde geläutet: zum Gebet und als Zeitmesser.

Die Steine kamen aus den Giebringhäuser Marmorbrüchen. Vorbild für die Außenansicht war die Evangelische Kirche in Brilon.

Die Orgel, ursprünglich für die Kapelle auf Schloss Waldeck gebaut, wurde 1750 der Gemeinde Ottlar übergeben.

Die Einweihung der Kirche fand 1874 statt, die Bauabnahme erfolgte 1875. Doch bereits im darauf folgenden Jahr regnete es durch. So musste das Dach schon 1876 neu eingedeckt werden.

Die letzte Restaurierung erfolgte 1992. Seit der Wiedereinweihung der neu gestalteten Kirche im Februar 1993 herrschen im Innenraum helle Farben vor. Das Kirchenfenster des Glaskünstlers Klonk aus Marburg hinter dem Altar bildet mit dem hellen Kruzifix und den farblich passenden Antependien ein harmonisches Ganzes.

(Quelle: Artikel in der HNA Waldeckische Allgemeine in der serie Kirchen im Waldecker Land)