Kirche Nikolaigemeinde Korbach

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Die Nikolaikirche in Korbach mit ihrem markanten schiefen Turmdach entstand im 14. Jahrhundert als Pfarrkirche in der Neustadt.

Gotteshaus der Neustadt

St. Nikolaikirche war bis zur Reformation eine Pfarrei-Filiale der Kilianskirche

Die Nikolaikirche in Korbach mit dem markanten schiefen Turmdach
Blick auf Kirche und Stadt

Die St. Nikolaikirche ist eine der beiden großen mittelalterlichen Kirchen in Korbach. Sie war die Pfarrkirche der Neustadt und wurde anstelle der vorherigen St. Nikolauskapelle (1359 bis 1450) erbaut. 1359 wurde der Turm errichtet. Das Schiff und der Chor wurden erst 100 Jahre später errichtet und gegen 1460 vollendet. Die jetzige Ausmalung stammt aus der letzten gründlichen Erneuerung, die 1965 abgeschlossen worden ist.

Bis zur Reformation war die Nikolaikirche Filiale der Pfarrei an der Kilianskirche. Im Innern der Kirche befindet sich der berühmte Marienaltar des Korbacher Franziskanermalers von 1518 und ein barockes Grabepitaph für den Fürsten Georg Friedrich von Waldeck. Aus der Entstehungszeit der Kirche stammt das Wandbild des Christophorus an der Nordwand des Schiffes. Auch das Bild an der Ostwand, auf dem Maria und Josef unter dem Kreuz Christi zu sehen sind, stammt aus dieser Zeit. Das Kreuz ist eine Holzschnitzarbeit. Der Außenumgang des Turms wurde 1725 wegen Baufälligkeit entfernt.

1702 musste der Turmhelm nach einem Brand durch Blitzschlag erneuert werden. Ob der Turm der Nikolaikirche seitdem schief ist, ist nicht genau bekannt.

Kirche der Kaufleute

Die St. Nikolaikirche ist eine der beiden großen mittelalterlichen Kirchen in Korbach. Im 13. Jahrhundert bot Korbach innerhalb seiner Mauern nicht mehr genügend Platz für die vielen Menschen. Daher entstand eine Neustadt. Dort wohnten vorrangig Kaufleute und Handwerker. Der Heilige St. Nikolaus galt als Schutzpatron der Kaufleute und hatte vielen städtischen Kirchen seinen Namen gegeben. So auch der bereits vorhandenen Neustädter Kirche.

Zur Zeit der Vereinigung von Alt- und Neustadt wurde die Kirche vergrößert. 1359 wurde der Turm der neuen ­ jetzigen ­ Nikolaikirche errichtet. Die Jahreszahl ist über der Tür eingemeißelt. Erst 100 Jahre später wurden Chor und Schiff errichtet und gegen 1460 vollendet.

Als bedeutendstes Kunstwerk gilt das Altargemälde, geschaffen vom Korbacher Franziskanermaler um 1518. Die Altartafel zeigt die Weihnachtsgeschichte. Das Kruzifix über dem Hochaltar ist um 1500 entstanden. Fast die gesamte Nordwand des Chores wird vom Grabmal des Fürsten Georg Friedrich von Waldeck eingenommen. Ein Grabmal des Dr. Konrad Bachmann und seiner Familie ist 1588 entstanden. Die Orgel wurde 1979 bis 1982 erneuert.

Der Prospekt aus dem Jahre 1744 blieb erhalten. Die Kanzel, die aus der Entstehungszeit der Kirche stammt, hat eine Tür aus dem Jahr 1567. Darin ist unter anderem die Abkürzung VDMIA eingeschnitzt, was bedeutet: Verbum Dei manet in Aeternum. Zu deutsch: Das Wort Gottes bleibt in Ewigkeit. (ztb)

(Artikel aus der HNA - Waldeckische Allgemeine am 31. Januar und 14. Februar 2007, Serie: Kirchen im Waldecker Land)

Literatur

  • Peter Witzel, Der Marienaltar in der Nikolaikirche zu Korbach, Museumshefte Waldeck-Frankenberg - Heft 23

siehe auch

Weblinks