Kirche Nieder-Waroldern

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Die Kirche in Nieder-Waroldern wurde im 14. Jahrhundert errichtet. Aus dieser Zeit sind noch der Turm und die Westmauer erhalten geblieben. Der übrige Teil der Kirche wurde in den Jahren 1822/ 23 abgerissen und neu aufgebaut.

Die Kirche beherbergt eines der wenigen mittelalterlichen sakralen Kunstwerke im Kirchenkreis der Twiste, den mittelalterlichen Franziskusaltar aus dem Jahre 1519.

Das als Triptychon gemalten Kunstwerk stammt aus dem Franziskanerkloster Korbach. Das Mittelbild zeigt die Kreuzabnahme Christi, der linke und rechte Seitenflügel jeweils Szenen aus dem Leben des heiligen Franziskus.

Nach fast neunjähriger Abwesenheit ist der kostbare Franziskusaltar im April 1995 in die Kirche von Nieder-Waroldern zurückgekehrt. Nachdem auch die klimatischen Bedingungen im Kirchenraum verbessert wurden, konnte der wertvolle Altar am 27. April 1995 wieder aufgestellt werden.

Konstant zehn Grad

Franziskus-Altar in der Kirche von Nieder-Waroldern

Klima in der Kirche muss stimmen, um den Altar zu schützen

Wilfried Thiel kennt die Kirche von Nieder-Waroldern wie kein Zweiter. Er hat 17 Jahre mit seiner Frau Wilhelmine den Küsterdienst geleistet, war 30 Jahre im Kirchenvorstand. Jetzt habe er noch einen Schlüssel, sagt der 67-Jährige und sei gerne nach Anmeldung bereit, die Kirche zu zeigen.

Das ist lohnenswert, verbirgt sich doch hinter der Fachwerkfassade eines der wenigen mittelalterlichen sakralen Kunstwerke im Kirchenkreis der Twiste: Der Franziskusaltar erschaffen höchstwahrscheinlich vom Franziskanermönch Johannes Henßberg aus Korbach. Thiele zeigt alte Fotos, auf denen zu erkennen ist, dass das Mittelbild des als Triptychon gemalten Kunstwerkes als Schalldeckel und die Seitenteile den Kanzelkorb begrenzt haben. Nicht nur dadurch habe der Altar sehr gelitten.

Aufgrund einer sehr hohen Luftfeuchtigkeit und starken Temperaturschwankungen, bedingt durch das Aufheizen jeweils zu Gottesdiensten, fand ein Schimmelpilz idealen Nährboden. Neun Jahre befand sich das Bild in der Restaurierungswerkstatt des Amtes für Denkmalpflege in Biebrich/Wiesbaden, bis es im April 1995 in die Kirche zurückkehrte.

Mittlerweile ist eine Klimaanlage eingebaut, die die Luftfeuchtigkeit reguliert. Die Temperatur muss den ganzen Winter über konstant zehn Grad betragen, bei Gottesdiensten bis 15 Grad. Vorhänge an den Fenstern verhindern, dass Sonnenlicht eindringt. Der Aufwand lohnt sich, das Kunstwerk ist phantastisch. Das Mittelbild zeigt die Kreuzabnahme Christi, der linke und rechte Seitenflügel jeweils Szenen aus dem Leben des heiligen Franziskus.

Quelle

Kirche Nieder-Waroldern

Der vorstehende Artikel stammt aus der HNA - Waldeckische Allgemeine - Serie Kirchen im Waldecker Land.

Unsicher ist die Annahme, dass es sich bei dem Korbacher Maler um den Mönch Johannes Henßberg handelt (siehe dazu: Esther Meier, Kunstproduktion in den Franziskanerklöstern zu Korbach und Meitersdorf, herausgegeben vom Waldeckischen Geschichtsverein 2008, S. 26 f.).

siehe auch

Weblinks