Kirche Mengeringhausen

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Schiefer Turm als Wahrzeichen

Die Kirche in Mengeringhausen birgt einige kulturhistorische Schätze

Die Kirche im Bad Arolser Stadtteil Mengeringhausen

Die St. Georg-Kirche gilt als eine der schönsten gotischen Hallenkirchen Waldecks. Im Jahr 1347 brannte die erste Kirche ab, sie wurde bis 1423 wieder aufgebaut. Einst war sie dem Heiligen Georg geweiht und war, wie üblich im Mittelalter, vollständig verputzt und farbig gefasst.

Der spitze, in sich schief verdrehte Turm aus der Erbauungszeit gilt als Wahrzeichen von Mengeringhausen. Während der jüngstenn Restaurierung von 1993 bis 2004 wurde auch der barocke Hochaltar restauriert. Der Schnitzaltar entstand um 1680.

Der Schreinermeister Berthold Jost Tamm aus Mengeringhausen soll ihn gefertigt haben Er ist sieben Meter hoch und drei Meter breit. Die beiden Bilder zeigen in Ölmalerei das „Letzte Abendmahl” und den „Garten Gethsemane”. Reiche Schnitzereien zeigen Putten, Girlanden, Fruchtgehänge und sieben kunstvoll geschnitzte Skulpturen. Diese werden dem Bildhauer Heinrich Papen zugeschrieben, der auch den Hochaltar im Fritzlarer Dom geschaffen hat.

Die Kirche hat viele Schätze. Einzig erhaltenes mittelalterliches Ausstattungsstück ist ein geschnitztes Kruzifix aus dem 15. Jahrhundert. Als bildhauerische Rarität gilt in der nach 1527 evangelisch gewordenen Kirche die mit der Jahreszahl 1598 versehene steinerne Kanzel mit hölzernem Schalldeckel. Sie wird heute noch benutzt. Die Orgel stammt aus dem 19. Jahrhundert. Der Aufsatz eines Wandtabernakels aus der Mitte des 14. Jahrhunderts ist das älteste Kunstwerk der Kirche. Die Deckenmalerei wurde von dem Lucas Cranach Schüler Friedrich Thorwart um 1572 geschaffen. Von ihm stammen auch die Bilder an der Nord- und Südwand des Chores.

Der Kirchenälteste Dr. Klaus von der Emde hat sich intensiv mit der Kirche und ihrer Historie beschäftigt. Der 78-Jährige war lange Zeit im Kirchenvorstand und hat die Renovierung begleitet. Ihn haben aber schon stets die mittelalterlichen Bauweisen fasziniert und er bewundert die Baukunst der damaligen Zeit. „Wie war es möglich, ohne Strom, ohne unsere modernen Hilfsmittel, solch ein Bauwerk zu errichten?” Hoch oben im Sockel der Christusfigur des Hochaltars habe man alte Dokumente gefunden, erzählt er. Der Bericht der zuletzt erfolgten Restaurierung wurde für spätere Nachfahren dazu gelegt.

Quelle: Artikel aus der HNA - Waldeckische Allgemeine vom 14. März 2007 in der Serie: Kirchen im Waldecker Land

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