Kirche Hommershausen

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Eingebettet: Seit 1818 steht die Kirche inmitten von Hommershausen. Sie verschafft dem Ortsbild einen eindrucksvollen Akzent. Foto: Klaus Jungheim (Copyright: HNA)

1818 bekam Hommershausen seine eigene Kirche. Ein Jahr zuvor, 1817, war die alte Butzkirche abgebrochen worden. Ihre Reste findet man noch oberhalb der Unteren Butzmühle an der Nuhne zwischen Schreufa und Sachsenberg. Ihre verwendbaren Balkenteile mussten auf Geheiß der kurfürstlichen Obrigkeit zum Bau der neuen Kirche verwendet werden. Auch Teile der Kanzel und der Empore der Butzkirche wurden in dem Neubau übernommen. Gleichzeitig legte die Gemeinde westlich des Ortes einen neuen Friedhof an. Sie konnte die Verstorbenen nun im Ort begraben. Den Bewohnern der beiden Butzmühlen blieb jedoch auch weiterhin die alte Begräbnisstätte überlassen.

Die Grabsteine des Unteren Butzmüllers Wilhelm Mann und dessen Ehefrau aus 1919 geben noch heute Zeugnis des alten Totenhofes, der aber nach 1920 nicht mehr benutzt wurde. Während die Gemeinde Hommershausen Ende des 19. Jahrhunderts ihre damals arg heruntergekommene Kirche restauriert und repariert hatte, war der Ort nach dem Ersten und auch nach dem Zweiten 2. Weltkrieg nicht in der finanziellen Lage, die mittlerweile wieder sanierungsbedürftige Kirche ausreichend zu restaurieren. Es wurden immer nur die nötigsten Arbeiten vorgenommen. 1960 war der bauliche Zustand dieses mittlerweile 142 Jahre alten Kirchengebäudes in solch schlechtem Zustand, dass Gefahr für die Kirchenbesucher bestand.

Zuerst wurde 1961 das schadhafte Kirchendach und der Turm von der Dachdeckerfirma Höhl (Frankenberg) mit einem Kostenaufwand von 3055 Mark teilweise neu eingedeckt. Obwohl man schon 1961 mit den Dachdeckerarbeiten an der Kirche begonnen hatte, waren erst im Jahre 1965 die finanziellen Möglichkeiten von Kirchenvorstand und Gemeindevertretung Hommershausen geschaffen worden, um eine umfassende Restaurierung und Reparatur der Kirche vornehmen zu können. Dieses geschah alles unter der Koordination Pfarrer Kappners, der sich als Bauleiter in Hommershausen wie auch gleichzeitig in Wangershausen und auch in Rengershausen bleibende Verdienste erwarb.

Die Kirchenrenovierung in Hommershausen wurde im Herbst 1965 mit den Außenarbeiten begonnen und wurde im Juli 1966 mit der letzten Innenrenovierung zuende geführt. Die Arbeiten waren bis auf den Orgelneubau Anfang Juli 1966 abgeschlossen, und schon am Sonntag, 17. Juli 1966, erfolgte die Kirchweih der renovierten Kirche zu Hommershausen. Die Gemeinde versammelte sich vor dem Gotteshaus. Der Architekt Schäfer aus Frankenberg übergab den Schlüssel an Kastenmeister Wilhelm Lange, der diesen an Probst Müller-Osten von der Landeskirche weiter reichte. Dieser übergab ihn an Pfarrer Kappner aus Rengershausen, der als der Gemeindepfarrer die Kirche aufschloss.

Die Gemeinde bekam nun wieder ein Gotteshaus, das als bauliches Schmuckstück dem Ortsbild einen eindrucksvollen Akzent verschafft. Bis zur Einweihung der Orgel verstrichen noch fast eineinhalb Jahre, fehlende Gelder hatten ihre Fertigstellung noch einige Zeit hinausgezögert. Umso mehr freute sich die Gemeinde, als am Sonntag, 12. November 1967, die Orgel, wiederum durch Probst Müller-Osten, im festlichen Rahmen eingeweiht wurde. Die tief greifende Umgestaltung des Kirchenraumes bot die Möglichkeit, hinter dem Altarraum eine Orgel aufzustellen. Bereits 70 Jahre zuvor hatten Einwohner den Wunsch geäußert, endlich an Stelle eines einfachen Harmoniums eine Orgel einzubauen. Doch scheiterte das damals am Widerspruch des Lehrers, dessen Nachfolger sich schließlich mit einem Harmonium begnügen musste.

Als man die Finanzierung der neuen Orgel nach mehrjährigen Verhandlungen geregelt hatte, wurde nach einer Ausschreibung der Orgelbaumeister Böttner (Frankenberg) beauftragt, eine Orgel für die Kirche zu bauen, die sich dem Gesamtbild des Kirchenraumes anpassen sollte. Es gelang. Für den Herstellungspreis von 8375 Mark entstand eine wunderschöne kleine Barockorgel mit vier Registern als Positiv. Sie erhielt als Prospekt den Aufbau einer in Allendorf - Lumda ausgebauten Orgel, der in seiner frühbarocken Form von dem selben Meister geschaffen sein könnte, der im 17. Jahrhundert die aus der Butzkirche stammende Kanzel schuf. Aussehen und Farbgebung des Instruments wurden von dem Kirchenmaler Landgrebe dem Altar angepasst, welches diesem auch hervorragend gelang. Auch unterstützt ihr barockes Klangvolumen den Gesang der Gemeinde und füllt den Kirchenraum stimmlich gut aus.

1961 hatte sich der Kirchenvorstand von der Firma Rincker in Sinn Kostenvoranschläge für zwei neue Glocken ausarbeiten lassen, jedoch wegen der anstehenden Kirchenrenovierung vorerst auf die Anschaffung einer neuen Läuteanlage verzichtet. So musste die alte Glocke mit der Jahreszahl 1722 noch sieben weitere Jahre ihr dürftiges Läutewerk über Hommershausen erschallen lassen, bis der Vorstand im Januar 1968 in der Lage war, Gelder für zwei neue Glocken zu beschaffen. Bereits 1961 hatte man einen eisernen Glockenstuhl mit einem Kostenvolumen von 860 Mark einbauen lassen, der in der Lage war, zwei Glocken zu tragen. Die beiden neuen Glocken wurden nach einer Ausschreibung noch 1968 von der Firma Rincker gegossen.

Von Helmut Wirwahn (HNA-Serie Unsere Kirchen)

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