Kirche Heringhausen

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Eine Basilika für Barbara

Romanische Kirche von Heringhausen erfuhr zahlreiche Veränderungen

St- Barbara - Kirche

Die St.-Barbara-Kirche wurde vermutlich zu Beginn des 12. Jahrhunderts, eventuell noch im elften Jahrhundert erbaut. Die Konstruktion der gratigen Gewölbe ist unregelmäßig – ein Hinweis auf das Alter. Sie gehört zu den zahlreichen romanischen Basiliken, in denen sich die enge Nachbarschaft Waldecks zu Westfalen widerspiegelt. Im Laufe ihrer Geschichte hat die Heringhäuser Kirche wenige bauliche Veränderungen erfahren. Um mehr Licht zu erhalten, wurden die Fenster im Mittelschiff im 19. Jahrhundert vergrößert. Nach einem Blitzschlag in den Turm wurde das nördliche Seitenschiff 1922 neu aufgebaut. Die Skulptur der Heiligen Barbara ist ein süddeutsches Kunstwerk, das etwa um 1500 entstand. An dem Turm ist zu erkennen, dass es sich um die frühere Schutzpatronin der Kirche handelt. Er wurde der Heiligengestalt stets beigegeben in Erinnerung daran, dass sie als Märtyrerin in einem Turm gefangen gehalten wurde. Der Kruzifixus stammt vermutlich von dem alten Hochaltar. Der wich bei der Innenrenovierung 1969 einem Altar aus Adorfer Muschelkalk. Weitere Reste des alten Hochaltars sind drei Holztafelbilder von 1690 bis 1700. Sie sind jetzt im Mittel- und Seitenschiff zu besichtigen. Im Chorraum findet sich eine frühe Kopie eines Abendmahlgemäldes von Peter Paul Rubens, das dieser für den Sakramentsaltar der Kirche zu Mecheln gemalt hatte. An der Rückseite des rechten Seitenschiffs stellt ein Denkmal den Reformator des Kirchspiels Daniel Dillen dar, der 1550 bis 1601 Pfarrer in Heringhausen war. Auf dem Denkmal wie auch auf der ältesten Glocke von 1674 ist noch die alte Form des Dorfnamens zu lesen: „Herdinghausen= Heerthinghausen= Heeresgerichtsstätte (vermutlich Karls des Großen).


Quelle: Artikel aus der HNA Waldeckische Allgemeine aus der Serie Kirchen im Waldecker Land