Kirche Frebershausen

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Auf einem Hügel südlich des Dorfs Frebershausen liegt die frühmittelalterliche Kirche, deren exakte Entstehungszeit nur vermutet werden kann. Der frühgotische Chor deutet auf einen Baubeginn um 1250 hin, möglicherweise hatten Chor und Kirchenschiff bereits romanische Vorgängerbauten.

Ein 13-teiliger Bilderzyklus zur Jakobslegende im Chor weist auf eine ehemals selbständige Wallfahrtskapelle hin, die vermutlich als Pilgerstation am Jakobsweg von Fritzlar nach Marburg lag.

Eine der ältesten Kirchen

Kirche zu Frebershausen war vermutlich früher eine Wallfahrtskapelle

Die Kirche zu Frebershausen gehört zu den ältesten Gotteshäusern der Region. Der durch seine Spitzbogenfenster geprägte frühgotische Chor ist vermutlich um 1250 entstanden. Wahrscheinlich war er eine selbstständige Wallfahrtskapelle. Da schriftliche Quellen über die Entstehung fehlen, hat man aufgrund wissenschaftlicher Untersuchungen, der so genannten Dendrochronologie der Eichenbalken, die den Dachstuhl bilden, erfahren, dass auf die ehemals allein stehende Kapelle zusammen mit dem zwischen 1470 und 1490 datierten Kirchenschiffsanbau ein völlig neuer Dachstuhl aufgesetzt wurde. Erst wenn ein Balken aus der Entstehungsgeschichte auftauche, könne das Baujahr genau bestimmt werden, sagt Manfred Albus vom Förderverein Kirche Frebershausen. Dass vermutlich die Kirche in früheren Zeiten eine Wallfahrtskirche an einem Pilgerweg nach Santiago de Compostela war, zeigen Wandmalereien im Chor. Der Kieler Professor Dr. Hans Hattenhauer war über eine kunsthistorische Abhandlung auf die Frebershäuser Kirche aufmerksam geworden und erkannte die Malereien als Botschaft an die frommen Pilger, die auf ihrem langen Weg über Fritzlar und Haina oder Frankenberg in Frebershausen durch die Bilder des so genannten „Galgenwunders“ getröstet wurden. Der Heilige Jakob hatte einen betrügerischen Wirt bloßgestellt, der einen Pilger hintergehen wollte. Der Pilger, der unrechtmäßig an den Galgen kam, war nach der Rückkehr seiner Angehörigen vom Grab des Heiligen noch am Leben und der wahre Bösewicht wurde gehängt. Die Bilder bedeuteten nach Auffassung Hattenhauers also, dass der Heilige auch in der Fremde stets seine schützenden Hände über die Pilger ausbreitet.

Die Kirche zu Frebershausen

Die Ornamente

Die Ornamente im Kirchenschiff, bestehend aus Rosen, Beschlagwerk und (Waldecker) Stern wurden mit Holzmodeln in den noch feuchten Putz eingedrückt. Die Bedeutung des Monogramms KS ist ungeklärt, könnte aber auf den Künstler hinweisen. 1932 führte Malermeister Weishaupt aus Frankenau die Anstreicherarbeiten an Orgel, Bänken, der Kanzel und dem Fußboden durch. Unter Mithilfe der älteren Schulkinder wurden die Stempelornamente freigelegt und in mühevoller Arbeit auch von Kalkresten befreit. Das Kruzifix stammt nach Einschätzung von Professor Luthmer von etwa 1560. Da das Holz, der Corpus, älter ist als das Kreuz, gehören Holz und Kreuz eigentlich nicht zusammen. Die ursprüngliche Holzkanzel ist nicht mehr vorhanden. Lediglich die untere Brüstung mit der geschnitzten Jahreszahl 1697 wurde im Zuge der Renovierungsarbeiten im Jahre 1900 der neuen Kanzel wieder eingefügt. Die Orgel wurde 1932 von der Alten Landesschule Korbach gekauft und von der Orgelbauerfirma Vogt aus Korbach renoviert. Vorher wurden die Gottesdienste mit einem Harmonium begleitet, welches 1879 angeschafft wurde und das Amt des Vorsängers überflüssig machte.

Quelle: Artikel in der HNA vom 17.9.2008 von Sibylle Teuber-Blechschmidt

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Weblinks