Kirche Battenfeld

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Die Kirche in Battenfeld
Innenansicht der Kirche von Battenfeld
Foto: Klaus Jungheim (HNA)

Battenfeld gehört zu den ältesten Siedlungen im Oberen Edertal. Der Ort wurde 778, die älteste Kirche 879 erstmals erwähnt.

Bauwerk und Geschichte

Die ursprüngliche Marienkirche wurde als spätromanische kreuzförmige Pfeilerbasilika um 1200 errichtet, die später nochmals umgebaut wurde. Die älteste Glocke (Alphabetglocke) stammt aus dem 14. Jahrhundert. Zur Ausstattung gehören zwei Kruzifixe aus dem 15. Jahrhundert, Emporen (1661) mit Malerei (1742). Die Voigt-Orgel aus dem Jahr 1871 sorgt für musikalische Fülle in der Kirche. Im Turm hängt noch heute eine mehr als 600 Jahre alte Glocke, die dank ihres hohen Denkmalswertes die Zwangsabgaben der beiden Weltkriege überdauert hat: die Alphabetglocke. Der Gießer hat die beabsichtigte Buchstabenfolge in falscher Richtung, nämlich rückläufig und zum Teil spiegelschriftlich aufgelegt.

Manche Buchstaben hat er zudem so ungeschickt aufgebracht, dass sie auf der fertigen Glocke schief- oder gar querliegend, ja auf dem Kopf stehend erscheinen. Andere sind beim Guss bis zur Unkenntlichkeit verlaufen oder ganz ausgefallen. Solche Alphabet-Inschriften gibt es auf mittelalterlichen Glocken zahlreich, besonders im 13. und 14. Jahrhundert. Darunter befinden sich auffallend oft rückläufig-spiegelschriftliche, was nicht bloß als technisches Versehen des Gießers anzusehen ist, sondern häufig aus der Absicht einer beschwörenden Wirkung geschah, die die bösen Geister bannen sollte. Ursprünglich hatte die Kirche, wie eine echte Basilika, Seitenschiffe. Die waren sehr schmal und niedrig und ließen nur den Blick frei auf einen kleinen Seitenaltar. Diese Altäre verschwanden in der Reformationszeit.

Vermutlich im Dreißigjährigen Krieg wurden die Seitenschiffe abgebrochen. Die Pfeiler versperrten die Sicht auf die Kanzel. Der Dreißigjährige Krieg lag erst 13 Jahre zurück, als 1661 zur Zeit von Pfarrer Wallenius (hier 1652 bis 1672) die Emporen eingebaut wurden. Es mussten Treppenaufgänge zur Rennertehäuser Empore (Chor) und zur Berghöfer Empore hergestellt werden. Die Battenfelder und die Allendorfer Empore hatten ihren Aufgang von innen.

Am Gurtbogen vor bzw. oberhalb der Orgel ist das Wappen des Mainzer Domherren Siegfried von Biedenfeld in den ursprünglichen Farben zu sehen: Die Wolfsangel, silbern auf schwarzem Untergrund, gehört den Freiherren von Biedenfeld (sie hatten ihren Stammsitz in Berghofen). Die zwei voneinander abgekehrten Halbmonde - golden - über einem sechsstrahligen silbernen Stern auf blauem Untergrund waren das Wappen der Mutter des Domherrn. Sie war eine geborene von Allendorf. Eine romantische Vermutung bzw. Parallele zu den beiden Halbmonden und dem Stern findet sich im Wappen der Grafen von Finckenstein im Schloss Madlitz (Oder-Spree-Kreis). Die Sage erzählt dort die traurige Geschichte von zwei Brüdern, die die selbe Frau liebten - deshalb zwei Halbmonde und nur ein Stern. Im dortigen Wappen befindet sich der Stern allerdings oberhalb der Monde.

siehe auch

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