Kirche Affoldern

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Kirche in Affoldern
Kirche Affoldern - Innenansicht

Der gotische Wehrturm der Kirche in Affoldern, mit seinen charakteristischen Wichhäusern stammt aus der Zeit um 1300.

1754 bis 1759 wurde unter dem späterem waldeckischen Baudirektor, dem Ingenieur-Leutnant Mathias Kitz, ein neues Kirchenschiff gebaut, dessen Material von dem abgebrochenen Johanniterhospital von Nieder-Wildungen stammte.

Das Haus der Gemeinde

Erstmals 1425 erwähnt, im Zweiten Weltkrieg zerstört und wiederaufgebaut

Die Kirche von Affoldern wird erstmalig 1425 erwähnt. Zur Pfarrei gehörten schon im Mittelalter Buhlen und Mehlen. Von dieser Kirche waren bis zur Zerstörung durch die Wasserflut am 17. Mai 1943 nach der Attacke auf die Sperrmauer noch der Turm und der gotische Chor erhalten. Auch das in den Jahren 1754 bis 1765 nach den Plänen des Hofbaumeisters Johann Mathäus Kitz errichtete Langhaus der Kirche wurde vernichtet und von dem Kirchturm blieb nur ein Rest übrig.

Eine sieben Meter hohe Welle verwüstete seinerzeit das Edertal und zerstörte viele Gebäude. Das Kirchenschiff war schwer beschädigt und wurde abgebrochen. Der Kirchturm erinnerte bis zum Frühjahr 1945 an die schöne alte Kirche. Dann marschierten die Amerikaner ein, es wurde wieder geschossen und die Haube des Turms stürzte brennend zusammen.

1953 begannen die Arbeiten für den Wiederaufbau, der Turmhelm wurde, wie vorher, viereckig, etwas niedriger, mit nur wenig geänderten Wichhäusern, wieder hergestellt. Am 19. Oktober 1953 waren die Arbeiten beendet und als Bekrönung wurden Knauf, Turmkreuz und Hahn auf die Kirchturmspitze gesetzt. Schon vorher, am 17.5. 1952 war die neue Kirche feierlich wieder eingeweiht worden. Überliefert sind die Worte des damaligen Pfarrers Nickel, der vor der Schule, in der zuletzt Gottesdienst gehalten wurde, sprach: Es sei weniger wichtig, wieder eine neue Kirche zu haben, als zu wissen, was in dieser Kirche geschieht. In der Festschrift zum 50-jährigen Bestehen der Kirche 2002 schreibt Pfarrer Klemens Blum: „Nicht ein Ort wird die Kirche genannt, auch nicht ein Haus aus Stein, noch Lehm erbaut, noch kann an und für sich der Mensch selbst Kirche genannt werden. Denn ein Haus wird zerstört und ein Mensch stirbt. Was ist nun die Kirche? Die heilige Versammlung der in Gerechtigkeit Lebenden.“ So drückte es Hippolyt im dritten Jahrhundert aus und so möge auch für uns Heutige die Kirche mehr als ein Gebäude sein, sondern immer das Haus einer lebendigen Gemeinde.


Quelle: Artikel aus der HNA Waldeckische Allgemeine aus der Serie Kirchen im Waldecker Land

siehe auch

Weblinks