Kirchditmold

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Kirche Kirchditmold

Kirchditmold ist seit 1906 ein Stadtteil von Kassel.

Geografie

Bevölkerung

(Stand: 31. Dezember)

2010: 10488 Einwohner (Ausländeranteil: 697 Einwohner = 6.6 Prozent)

Lage

Im Westen grenzt der Stadtteil an den Bergpark Wilhelmshöhe an. Benachbarte Stadtteile sind Bad Wilhelmshöhe, Harleshausen, Rothenditmold und der Vordere Westen.

Es wohnt sich gut in Kirchditmold. Die Nähe zum Habichtswald, der zu Spaziergängen einlädt, verleiht dem Stadtteil eine gewisse Idylle. Auf ihre Kosten kommen auch Jugendliche, denn an der Hessenschanze gibt es eine Dirtbike-Strecke. Verkehrsmäßig ist der Stadtteil gut erschlossen. Dazu hat auch der Ausbau der Regiotram beigetragen, die Kirchditmold noch besser an den öffentlichen Nahverkehr angebunden hat. Für eine Entlastung der Hauptverkehrsadern hat dies trotzdem nicht gesorgt. Kirchditmold ist für viele Pendler ein Durchgangsstadtteil auf ihrem Weg von Harleshausen oder Ahnatal in die Kasseler Innenstadt und zurück. Hauptdurchgangsstraßen sind die Harleshäuser Straße und die Heßbergstraße.

Geschichte

Die bedeutende Stellung Kirchditmolds im Mittelalter

Kirchditmold, das bis 1333 Diethmelle (das Wort "Diet" heißt Volk, der andere Teil "melle" kommt von einem alten Zeitwort (mahal) her, welches "sprechen, mit Nachdruck reden, Recht sprechen" bedeutet; beides heißt soviel wie Gericht) oder Ditmelle genannt wurde, war im Mittelalter vor Kassel der bedeutendste Ort des Kasseler Beckens.

In der Vita Sancti Haimeradi Presbiteri, Auctore Ekkeberto, vom Ende des 11. Jhdts. (MG SS 10, 601) erzählt der Mönch Ekkebert von Hersfeld die Geschichte der wichtigsten Lebensstationen und Lebensereignisse des Heiligen Heimerad, der 1012 in Dietmelle predigte (Kap.9), die Ersterwähnung Kirchditmolds.

Ekkebert berichtet in Diethmelle gebe es 1019 zwei Kirchen, eine alte halb verfallene Kirche, und eine neuere Kirche, die Taufkirche, die dem hl. Martin v.Tours geweiht war. Heimerad wird die alte Kirche als Wirkungsbereich zugewiesen. Heimerad gehörte zu den damals zahlreichen unstet herumziehenden frommen Predigern, die auf strengeres religiöses Leben in der Kirche drängten und damit Änderungen an der Kirchenordnung forderten. Sie waren bei der Bevölkerung sehr geachtet. So konnte der Erzpriester in Diethmelle die Bitte des Wanderpredigers nicht abschlagen, an diesem zentralen Ort Messen zu halten. Aber er verwies ihn auf die alte, halbverfallene Kirche. Dabei spielte gewiss auch eine Rolle, dass der Vikar, der Zweitpriester, verheiratet war. Das war damals durchaus noch möglich, wurde aber gerade von den Wandereremiten besonders angegriffen. Darüber entstand wohl auch der Konflikt, der zur Vertreibung Heimerads aus Diethmelle führte. Heimerad starb am 28.Juni 1019 in (Burg-)Hasungen. Über Heimerads Grab wird 1021 neben einer bestehenden Kapelle auf dem Hasunger Berg ein Kloster errichtet. Hasungen wird Wallfahrtsort (vgl. Geschichte von Hasungen, 1974).

Die alte Kirche, auch Heimeradskapelle genannt, die nach der Überlieferung (keine Belege) aus bonifatianischer Zeit (8. Jhdt.) stammte, vielleicht aber noch älter war (vielleicht iro-schottisch) verfiel nach der Wirkungszeit Heimerads und wurde abgerissen. Der Mönch Winfrid, genannt Bonifatius bekam im Jahre 723 von Rom den Auftrag u.a. "in pago hassorum", im Lande Hessen (Althessen), womit im MA nur Nordhessen gemeint war, zu missionieren, da die Bevölkerung Althessens ein von iro-schottischen und fränkischen Missionaren ca. 200 Jahre zuvor gebrachtes Christentum lebte, das mit den alten germanisch-chattischen Göttern nicht endgültig gebrochen hatte.

So fällte Bonifatius die Donar (Thor) geweihte Eiche, die wahrscheinlich an der Stelle des heutigen Domes zu Fritzlar stand.

Überall im althessischen Lande wurden die Stätten der "Heiligtümer der Vorfahren" zerstört und oft wurde mit den Materialien des zerstörten Heiligtums an der selben Stelle eine christliche Kapelle gebaut.

Wegen der unmittelbaren Nähe von Bergsporn und Wasser (Quelle) vermutet man, dass auf dem Standort der Heimeradskapelle, der ältesten Kirche in Kirchditmold, ehemals ein Kultplatz der chattischen Bevölkerung war.

Die andere, etwas jüngere Kirche, die Taufkirche, die dem hl. Martin von Tours geweiht war, stand bis 1792 im Bereich des heutigen Hausmeisterhauses und des westl. Teiles des Gebäudes der Friedrich-List-Schule am Kapellenweg 16. Der Stein der Türschwelle zum Turm ist noch vorhanden.

1790 - 1792 wurde in Kirchditmold durch den hugenottischen Architekten und bedeutenden Stadtbaumeister des Landgrafen Simon Louis du Ry im Auftrag Landgraf Wilhelms IX. die jetzige Kirche als reformierte Predigtkirche in der Schanzenstraße erbaut.

Da die für den Bau erforderlichen Mittel aus den Judenschutzgeldern nicht ausreichten und auch weitere Etatmittelbewilligungen des Landgrafen immer wieder zu knapp bemessen waren, gab der Staatsminister Julius von Wittorf einen erheblichen Betrag aus eigenen Mitteln hinzu. Er hatte große Besitzungen im Habichtswald, auch auf Kirchditmolder Grund, und war so dem Kirchdorf besonders verbunden. Für seine Unterstützung des Baues erhielt er vom Landgrafen das Recht auf einen Adelssitz in der Kirche.

Die Kirchen- und Landesorganisation

Kirchditmold war schon vor Einführung des Christentums kultischer Mittelpunkt des Kasseler Beckens. Nach der Christianisierung durch Bonifatius wurde Kirchditmold neben dem Sitz des Kirchspiels Weißenstein zu dem auch die seit 913 entstehende Stadt Kassel(Chassalla)gehörte, Sitz eines Erzpriesters (Archipresbyters) innerhalb des Archidiakonats Fritzlar unter kirchlicher Hoheit des Erzbischofs von Mainz (die Erzdiözese Mainz reichte von Chur(Schweiz) bis Hamburg). Das Archipresbyteriat nannte man auch Sendsprengel oder Hundertschaft.

Die Hundertschaft (Cent) Ditmold (in sede ditmoln) umfassete den nördlichsten Teil des bis 1122 fränkisch- hessischen Gebietes an der Grenze zum Archidiakonat Hofgeismar, dem Hauptort des sächsisch-hessischen Gebietes.Im gesamten Gebiet der Cent Ditmold wurde die niederdeutsche Sprache gesprochen( E. v. L., H.B.Chronik von Kirchditmold, Cassel, 1892)

Die Cent Ditmold reichte über das Kasseler Gebiet hinaus bis (Hann.-)Münden. Das Zentgericht(der Thingplatz)muss auf dem Kratzenberg (heute "Tannenwäldchen"), also in der damaligen Gemarkung Dietmelles gesucht werden. Von diesem Platz wurde noch im 18.Jahrhundert als dem "alten Gericht" gesprochen. Solche Versammlungsstätten unter freiem Himmel lagen nie in einem Dorf, sondern in dessen Gemarkung. Die Gerichtsstätte Dietmelle auf dem Kratzenberg wurde seit dem 13.Jahrhundert immer unbedeutender, verbunden mit dem allmählichen Ende der alten Zentgrafenordnung. Die hessischen Landgrafen zentrierten ihre Verwaltung nach Kassel und bauten die Ämterverwaltung auf.

Wie unten erklärt hat schon der Name Diethmelle mit Gericht zu tun.

Nach sicherem Wissensstand gab es einmal das "Oberste Gericht" Diethmelle, so in einer Urkunde 1325 benannt. Amtsrechnungen aus dem 16. Jahrhundert zeigen, dass es damals noch ein eigenständiges Gericht gab, wenn es auch keine größere Bedeutung mehr für die Region besessen hat.

Das Dorfgericht lag im Dorf selbst(Steintisch Ecke Brunnenstraße - Hochzeitsweg, westl. des Lindenbornes(mit Ziegenbockrelief)), wo der Dorfgrebe zu Gericht saß. Für Angelegenheiten der Cent könnte es einen weiteren Gerichtsplatz gegeben haben.

Der Kirchditmolder Heimatforscher Heinrich Heinemann hat neben dem bekannten und erhaltenen Platz des Dorfgerichts im Ortskern zwei alte Gerichtsplätze ausgemacht:

Die Obere Lusthütte und die untere Lusthütte.

Die Obere Lusthütte (Lusthyde, Hute) bezeichnet den Bereich auf dem Kalkfelssporn oberhalb der Prinzenquelle (oberster Diedichsborn) (Died.. ====== Thiet..ahd.Volk) und steht für das Oberste Gericht für den Sendsprengel (Cent) (später aufgelöst).

Der Bereich der unteren Lusthütte bezeichnet den Bereich unmittelbar SÖ des Katharinenhauses oberhalb des (unteren) Diedichsborns. In letzerem Bereich sind noch drei Linden zu sehen, die an diesen Gerichtsplatz erinnern könnten, der für die Gerichtsbarkeit des Kirchspiels zuständig war (später Verlegung zum Kratzenberg).

Bemerkenswert ist, dass alle drei Standorte mit Bergsporn und Quelle zu tun haben, beides Indizien für heilige Orte der vorchristlichen Bevölkerung.

Diese Vorstellungen beruhen nicht auf historischen Grundlagen, sondern entspringen der Wunschvorstellung, den Ort Kirchditmold enger mit dem Zentgericht der alten sächsisch-fränkischen Verwaltungsordnung zu verknüpfen.

Urkundliche Nennungen von Kirchditmold:

  • 1074 Thiedmali und Thiethmalli genannt
  • 1123 Dettmelle
  • 1306 Dithmelde
  • 1333 Kirgditmelle
  • 1418 Ditmol

Der ursprüngliche altsächsische (altniederdt.) Name Thiedmali bedeutet : Versammlungsplatz,Gerichtsstätte des Volkes. Die lippische Stadt Detmold (NRW) hat von ihrem Namen her den selben Ursprung.

Kirchditmolds Entwicklung im Zeichen des Aufstiegs Kassels

1143 Gründung des Klosters Weißenstein am "Weißen Stein" im Habichtswald westlich oberhalb des Dorfes Wahlershausen durch das Erzbistum Mainz, die Märker der gesamten Mark Ditmold stiften das Land am Rand des Habichtswaldes (heute Schloss Wilhelmshöhe).Der Auffassung das Kloster Weißenstein sei in Kirchditmold errichtet worden kann wegen der Existenz Urkunde von 1143, die unzweifelhaft echt ist, nicht gefolgt werden.

Zur gleichen Zeit (ca.1140-50) Gründung des Klosters Ahnaberg in Kassel durch Heinrich Raspe II., Landgraf von Thüringen, Graf von Hessen.

Schon Mitte des 12. Jhdts. prallten hier die Interessen von Mainz und dem Thür. Landgrafenhause aufeinander.

Nach Aussterben des Thür. Herrscherhauses im Mannesstamm 1247 übernahm die Witwe Sophie von Brabant (heute Belgien/Niederl.), Tochter der Hl. Elisabeth v. Thür.und Ludwigs v. Thür. für ihren kleinen Sohn Heinrich (I.) nach langen Kämpfen mit Mainz die Herrschaft über Hessen. Im Frieden zu Langsdorf 1263 musste Mainz Hessen als Inhaber seiner Lehen anerkennen, die ordentliche Belehnung erfolgte jedoch erst 1325. Damit endete die von Mainz organisierte, herausragende politische Stellung Kirchditmolds, da die Landesherrschaft den bereits 1189 als "civitas" genannten Ort Kassel zwischen Königshof und Ahnaberg weiter ausbaute. Anfang des 13.Jhdts. hatte Kassel Stadtrecht erhalten. Im Bereich der Kirchenorganisation, die weiter über Mainz und Fritzlar geleitet wurde änderte sich zunächst wenig.

1425 Subsididienregister des Archidiakonats Fritzlar. "In sede ditmoln" erscheint mit allen zugehörigen Kirchen-Gemeinden der Cent Ditmold, darunter Kassel mit Kirchen und Altären (Falckenhainer).

1505 weiteres erhaltenes Subsidienregister, das im wesentlichen die Daten von 1425 bestätigt (Würdtwein).

1526 führt Landgraf Phlilipp auf der Synode zu Homberg an der Efze die Reformation der Landeskirche ein. Der Klosterbesitz wird säkularisiert, d. h. in Besitz der Landesherrschaft überführt.

1585 hat Kirchditmold 22 Hausgesess(Haushaltungen)(Oek.Staat)

1618 bis 1648 Dreißigjähriger Krieg

Die Pfarrer Heinrich Schutte, Bernhard Rodingus ind Caspar Porta, Seelsorger von 1624 bis 1660 berichten von Gräueltaten in schrecklicher Zeit.

1635/1636 Pestepedemie.

1639 hat der Ort 24 Haushaltungen(Milbradt)

1660 wird das jetzige "Alte Pfarrhaus" auf dem Pfarrhof an der Brunnenstraße erbaut. Das Haus befindet sich bis heute (2007) im Eigentum der Kirche.

Unter dem legendären Oberförster Christian Adolph Grau wird um 1734 das Haus der Oberförsterei (Zentgrafenstraße 156) errichtet.

Der Schulmeister Johann Caspar Martius lässt 1754 das älteste Schulhaus privat errichten(Zentgrafenstraße 170). Das Haus mit herrlichem Fachwerk ist heute im Besitz des ehemaligen Ortsvorstehers Kurt Holzhauer.

1756 bis 1763 Siebenjähriger Krieg, Verwüstungen und Plünderungen im gesamten Kirchspiel Weißenstein, ausführliche Berichte von Pfarrer Johann Christoph Cuntze(*1718*1804), Pfarrer des Kirchspiels Weißenstein 1753 bis 1804. Das Kirchspiel umfasste neben den Gemeinden Kirchditmold(Muttergemeinde), Wahlershausen, Wehlheiden, Rothenditmold und Harleshausen bis 1804 auch die Hofpfarrei Schloss Weißenstein/Wilhelmshöhe.(Chronik von Kirchditmold v.H.B.und E.v.L.1892)

1761 gibt es 60 Haushaltungen in Kirchditmold

1842 732 Einwohner

1885 1449 Einwohner

1895 2001 Einwohner

1905 3153 Einwohner

Im Jahre 1906 wurde Kirchditmold nach Kassel eingemeindet.

Die immer weiter wachsende Großstadt Kassel hat sich somit den früheren Hauptort der Region, dem sie einst selbst unterstand, einverleibt.

1910 Brand des Kirchturms, Wiederaufbau des Turmes nach den Originalplänen von du Ry mit zweitem Turmgeschoss, das beim Bau 1792 entgegen den Plänen du Ry`s wegen "mangelder Proportionen" (und mangelden Geldes) weggelassen worden war.

Mehr noch als vor der Eingemeindung 1906 entwickelte sich danach eine rege Bautätigkeit. So wurde im SW der Ortsgemarkung durch den Architekten und Prof. an der Kunsthochschule /Kunstakademie Hans Söder zwischen 1925 und 1933 die Riedwiesensiedlung errichtet. Das einmalige Konzept, das eigentlichen zweigeschossigen Mietwohnungsbau - hier spitze Dächer mit großem Dachüberstand und dadurch geräumigen Dachgeschossen - mit der Möglichkeit Subsistenzwirtschaft zu betreiben verbindet, ist in dieser Form nur selten nachgeahmt worden.

Der Stadtteil Kirchditmold hatte 1929 4000 Einwohner und erreichte 1950, nach dem Zweiten Weltkrieg die Bevölkerungszahl von 11000. Heute, 2008, wohnen ca. 12000 Menschen in Kirchditmold.

Kirchditmold als Stadtteil Kassels

Statt zwölf Jahre war er nur zwei im Amt. 1904 wurde Paul Trömel zum letzten Bürgermeister Kirchditmolds gewählt. Zwei Jahre später, am 1.April 1906, wurde Kirchditmold eingemeindet. Die Gemarkungsgrenzen Kirchditmolds und der Residenzstadt Cassel waren ohnehin bereits nicht mehr zu erkennen. Zu nah waren die Wohngebiete aneinandergewachsen. Ein beliebtes Wohngebiet war Kirchditmold schon damals. Wegen natürlicher Quellen wurde der Kalkhöhenrücken Lindenberg bereits früh als Wohnplatz genutzt. Die Bevölkerungszahl stieg kontinuierlich an.

Wie hoch die Bevölkerungszahl 1012, dem Jahr der urkundlichen Ersterwähnung, war, ist nicht belegt.

Die Geschichte Diethmelles verläuft in der Folgezeit beschaulich. Gelitten hat der Ort jedoch unter dem Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) und unter den Folgen einer Seuche, die sich um 1760 in dem kleinen Ort ausbreitete. Fast 200 Menschen starben in nur zwei Monaten.

Wenige Jahre später erhielt Kirchditmold ein neues Gotteshaus: 1792 wurde die heutige Kirchditmolder Kirche eingeweiht. Entworfen hatte das Gebäude der bedeutende Architekt Simon Louis du Ry.

Inden folgenden Jahrzehnten entwickelte sich Kirchditmold immer mehr zu einem beliebten Wohnort. Ein Jahr vor der Eigemeindung lebten in Kirchditmold 3153 Menschen in 220 Häusern. Nach dem Anschluss an die Residenzstadt Kassel erlebte der Ortsteil einen regelrechten Bauboom. Gerade Häuser für den gehobenen Anspruch entstanden, wie beispielsweise in der Baumgartenstraße.

Zur "Berliner Brücke"

Gastwirtschaft "Glebe", früher Meiß, aufgenommen etwa 1935-40. Foto: Hahmann

Die 320 Meter von der Berliner Brücke bis zur Zentgrafenstraße haben mehr zu bieten als einen trocken gelegten und zugeschütteten Teich. Hier standen einst die beliebten Gasthäuser der Stadt. Und das machte die Teichstraße zu einem der gut besuchten Ausflugsziele in Kassel.

Eine besondere Rolle nimmt dabei die Gastwirtschaft Meiß in der Teichstraße Nummer 18 ein, die später Glebe hieß. Der Weg dorthin soll einst sehr romantisch gewesen sein – am Druselbach entlang und von Brombeersträuchern und Heckenrosen gesäumt. Damals gab es dort nur Bahnschranken und noch keine Brücke. Als der Brückenbau dann beschlossene Sache war, sah der Plan vor, die Konstruktion mehr in Richtung Rothenditmold und als Anschluss an die Zentgrafenstraße über die Bahnschienen zu führen. Zu jener Zeit war Gustav Meiß, Mitglied der Wirtsfamilie Meiß, eine Persönlichkeit im Stadtteil und in der ganzen Stadt.

Er war vor dem Anschluss an Kassel vor Paul Trömel (1904-06) von 1898 - 1904 vorletzter Bürgermeister von Kirchditmold und anschließend Kasseler Stadtrat. Der gute Mann reiste nach Berlin ins Ministerium - und erreichte dort, dass die Brücke an der Stelle gebaut wurde, an der sie auch heute noch steht. Also genau so, dass der Verkehr durch die Teichstraße und vorbei am Wirtshaus Meiß floss. Und diese Berlinreise von Gustav Meiß hat der Brücke den Namen „Berliner Brücke“ beschert.

Kirchen

Paul-Gerhardt-Kirche

siehe auch

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Parteien

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