Kippe Dosenberg

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Örtlichkeit

Der Dosenberg ist eine künstliche, bewaldete Anhöhe in Nordhessen, am westlichen Rand, der zu Wabern gehörenden Gemarkung Uttershausen und nördlich des Borkener Stadtteils Singlis. Am südöstlichen Fuß der Anhöhe, in der Gemarkung Uttershausen, befinden sich unweit der Schwalm die "Wichtellöcher", die schon bei den Gebrüdern Grimm Gegenstand von Sagen über die "Wichtelmännchen" waren. Laut Feststellung von Fachleuten wurden die Gänge bergbaulich in den Muschelkalk getrieben. Im Jahr 1982 wurde, am Osthang des Dosenbergs, ein vorgeschichtliches Erdwerk (Siedlung) aus dem Jungneolithikum (4.200 - 2.800 v. Chr.) entdeckt.
Wichtellöcher bei Uttershausen

Namen

Der Namen "Dosen" (-berg) ist offenbar ein germanischer Begriff der, nach Wilhelm Arnold 1881, abgeleitet ist von dem Wort "Dase", "Duse" oder "Dause", was soviel bedeutet wie "Schwarz" (-bach). Wilhelm Sturmfels beschreibt im Jahr 1909 den Begriff "Dusen" (-bach), der mit "Dosen" verwandt sein dürfte, mit "Sumpf" - oder "Schilf" (-bach). Eine interessante Deutung, da auch Singlis in seiner Ersterwähnung, im Jahr 775 "Sungsule" genannt wird, was ebenfalls etwas mit Feuchtgebiet oder Sumpf zu tun hat. Es erscheint deshalb durchaus realistisch zu sein, dass der Dosenberg als die "Anhöhe über dem Feuchtgebiet oder dem Sumpf" gedeutet werden kann.

Namensursache

Der Ursprung der Namensbedeutung "Dosen" (-berg) ist offensichtlich dem Umstand geschuldet, dass vor etwa 2.000 Jahren weder Eder, durch Edertalsperre, noch die Schwalm, durch mehrere Rückhaltebecken reguliert waren. Diese Situation führte mehrmals im Jahr zu Überschwemmungen im Borkener-/Waberner Becken. Es entstanden größere Feuchtgebiete oder auch Sümpfe und damit Brachflächen, die nicht landwirtschaftlich genutzt werden konnten. Im Mittelalter und noch bis in die Neuzeit hinein war der Reiher in diesem Bereich als typischer Vogel, in großer Population vorhanden. Die Namensursprünge "Dosen", "Dase", "Duse", "Dause", "Dusen" oder "Sungsule" weisen auf diese Umstände hin.

Bergbauliche Einflüsse

Kippe Dosenberg

Die Anhöhe Dosenberg diente in der Zeit von 1950 - 1960, auf einer Betriebsfläche von 122 ha als Aussenkippe für Abraum des Borkener Braunkohlereviers. Es wurden dort etwa 25 Mio.m³ Abraum aus den Tagebauen Altenburg 2 (zwischen Gombeth und Großenenglis, heute landwirtschaftlich rekultiviert) und Altenburg 4 (zwischen Borken und Nassenerfurth, heute Borkener See), abgelagert. Da zur vollständigen landwirtschaftlichen Rekultivierung nicht genügend Mutterboden zur Verfügung stand, konnten lediglich ca. 25 ha rekultiviert werden. Die übrige Fläche wurde forstwirtschaftlich begrünt und bildet heute die künstliche, bewaldete Anhöhe Dosenberg.

Literatur

  • Friedrich Döring
 - Wilhelm Arnold, Ansiedlungen und Wanderungen deutscher Stämme, Elwert Verlag Marburg 1881, Seite 46
 - Wilhelm Sturmfels, Die Ortsnamen Hessens 1909, Seite 25
 - Magistrat und Geschichtsverein Borken, 100 Jahre Braunkohle Borken 1998, Seite 60