Kino in Kassel

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Bis in das frühe zwanzigste Jahrhundert reichen die Anfänge der Kasseler Kinogeschichte. In der Wilhelmshöher Allee 270 gab es etwa schon früh den Film-Palast. Und Ende der 1920-er Jahre wurden die Capitol-Lichtspiele errichtet.

Geschichte

Mitte der 1950-er Jahre

Mitte der 1950-er Jahre gab es in Kassel zahlreiche „Lichtspielhäuser“, wie man die Kinos damals auch nannte, darunter

In den 50ern kamen die Stars

Die Helden der Kinoleinwand waren bei den Premieren hautnah zu erleben

von Wilhelm Ditzel

Kassel. Heinz Rühmann, Hildegard Knef, Heinz Erhardt, Hans Moser, Theo Lingen, Maximilian Schell, Alice und Ellen Kessler, Joachim Fuchsberger, Christine Kaufmann oder Johannes Heesters. Zwischen 1953 und 1960 konnte die Kasseler Bevölkerung die Stars von der Kino-Leinwand regelmäßig hautnah erleben. Denn zahlreiche Kinopremieren wurden damals in der Stadt gefeiert. Die Stars kamen am Hauptbahnhof an und wurden nicht selten von über tausend Fans auf ihrem Weg zu den angesagten Lichtspielhäusern - so nannte man die Kinos seinerzeit - begleitet.

So wurde zum Beispiel im Februar 1956 der Film "Ein Herz schlägt für Erika" in Anwesenheit von Grethe Weiser im Capitol in der Wilhelmsstraße uraufgeführt. Die Stars stiegen im Parkhotel Hessenland (heute: Mercure) ab.

Alice und Ellen Kessler luden 1957 zur Premiere ihres Films "Vier Mädels aus der Wachau" Kasseler Zwillingspärchen in die Kaskade ein. Johannes Heesters und Marianne Schönauer kamen im September des Jahres zur Premiere von "Bel ami" ebenfalls ins Kino mit den Wasserspielen.

Zur Premiere von "Immer die Radfahrer" besuchten Corny Collins und Heinz Erhardt im Oktober 1958 das "Gloria". Für den unvergesslichen Heinz Erhardt war das nicht der letzte Aufenthalt in Kassel. 1959 drehte er hier eine Verfolgungsjagd für die Komödie "Natürlich die Autofahrer", 1960 war er "Der letzte Fußgänger" am Altmarkt.

Viele Jahre zuvor wurde ein angehender Superstar indes kaum in Kassel beachtet: Die damals 18-jährige Maria Magdalena von Losch gab 1922 im Bergpark Wilhelmshöhe ihr Leinwanddebüt in dem Film "So sind die Männer". Hätten die Kasseler, Kasseläner und Kasselaner gewusst, dass Maria Magdalena nur wenige Jahre später unter dem Künstlernamen Marlene Dietrich Weltkarriere machen würde!

(aus: HNA-online vom 09.04.2008)

Kassel als Kulisse

Klasse! Kulisse Kassel!

von Wilhelm Ditzel

Kassel. Junge Menschen und neu hinzugezogene Kasseler dürften kaum wissen, woran sich ältere Mitbürger mit Wohlgefallen erinnern: Kassel bildete in den 50er-Jahren die beeindruckende Kulisse für etliche erfolgreiche deutsche Spielfilme mit bekannten Leinwandgrößen. Und wer nicht in Kassel drehte, kam zumindest zur Premiere seines Films in die Fuldametropole.

... Als Filmstadt profitierte Kassel zum einen tatsächlich von seinen Kulissen, dem Bergpark, der Treppenstraße, der Kreuzung am Altmarkt und auch den Nachkriegsruinen, zum anderen vom benachbarten Göttingen, wo die Ateliers der Deutschen Filmaufbau-Gesellschaft standen. Über 100 Spielfilme entstanden dort in den Studios. Zu Außenaufnahmen kam man gerne nach Kassel.

Den Anfang machte 1951 die Nord-Lux-Filmgesellschaft, die im Wehlheider Gefängnis und im Kirchweg Szenen für den Krimi "Schuld ohne Sühne" (Hauptrollen: Albrecht Schönhals, Ilse Steppat) drehte. Das Kasseler Rathaus bildete im Februar 1952 die Kulisse für die Komödie "Meine Frau macht Dummheiten" mit Rudolf Platte und Inge Eggert.

Während der Aufnahmen am Hauptbahnhof und Lutherplatz zu "Tagebuch einer Verliebten" kam es im Sommer 1953 nur zu einer kurzen Begegnung zwischen der Kasseler Bevölkerung und den Stars des Films: Wegen eines plötzlich einsetzenden Regengusses wollten O.W. Fischer und Maria Schell ebenso plötzlich wieder nach Göttingen zurück.

Etwas länger blieb da schon Curd Jürgens, der 1956 in "Ohne Dich wird es Nacht" nicht nur Regie führte, sondern auch die Hauptrolle spielte. Für eine Szene, die auf einem großstädtischen Boulevard spielen sollte, wählte er die Treppenstraße, was die Vorgängerzeitung der HNA, die Hessischen Nachrichten, mit dem Satz kommentierten: "Die Atelierszenen sind zwar in Göttingen entstanden, doch das Großstadtflair borgt man sich in Kassel aus." ... (aus: HNA-online vom 09.04.2008)

2011 - 20 Jahre Open-Air-Kino im Dock 4

siehe auch

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