Kilianskirche Usseln

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Kirche St. Kilian in Usseln
Innenansicht der Kirche in Usseln mit dem Altaraufsatz von J. W. Brützel

Die Kilianskirche in Usseln, das Gotteshaus der evangelischen Kirchengemeinde, beherbergt einen Altar des Barockbildhauers Josias Wolrad Brützel aus dem Jahr 1693.

Geschichte

Nach Ansicht von Fachleuten ist die erste Usselner Kirche bereits um 870 als Pfarrkirche des Bistums Paderborn gegründet worden. Erstmals urkundlich erwähnt wird der Ort jedoch erst in einem gräflich-waldeckischen Lehnsregister aus den Jahren 1332 bis 1348, in dem die Herren von Rhena als Zehnten ausgewiesen werden.

Im 14. Jahrhundert wurde die Usselner Kirche als Steinbau errichtet (dreischiffige Basilika), einige Teile (Chor und Teile vom Mittelschiff) sind noch vorhanden. Usseln wurde immer mehr kirchlicher und wirtschaftlicher Mittelpunkt des Uplandes und der weiteren Umgebung.

Aus diesem Grund wurde Usseln zu dieser Zeit Sitz eines Marktes und eines Freigerichts, zu dem 12 Orte gehörten. Im Jahr 1367 sprach Graf Otto II. von seiner Grafschaft Usseln ("grapschapft to Uslon"). Im Jahr 1510 wird erstmals die Usselner Kirchenmühle im Landregister erwähnt, auch wenn die Mühle schon viel länger bestand. Die Mühle war bis 1903 verpachtet, dann wurde sie an die Müllersfamilie Wilke verkauft, die seit Jahrhunderten Pächter war.

Da die Waldecker Grafen sich schon im Jahre 1529 (im Anschluss an den Landgrafen von Hessen) für die Reformation entschieden, wurde die Kirchengemeinde zu dieser Zeit evangelisch.

Während des Dreißigjährigen Kriegs (1618 bis 1648) wurde der Ort mehrfach, unter anderem 1622 von bayerische Soldaten, geplündert, von 69 Häusern wurden 43 zerstört. Durch Pestepidemien und Hungersnöte sank die Zahl der Bewohner von Usseln um zwei Drittel und viele Felder lagen Brach. Der Ort erholte sich von diesem Rückschlag nur sehr langsam.

Zudem brannten am 1. November 1642 in Usseln 14 Häuser und die Kirche ab. Von den drei Kirchenglocken fielen zwei herunter und zerbrachen, eine zerschmolz. Man nahm damals an, dass das Feuer von Fremden gelegt worden sei, um die Dorfschaft wegen eines beabsichtigten Diebstahls oder eines Überfalls abzulenken. Noch im Jahr 1650 konnte kein Gottesdienst in der Kirche abgehalten werden, weil das notdürftig mit Stroh gedeckte Dach durch Regen und Schnee verfaulte.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde die Kirche neu errichtet. Ein neues Pfarrhaus wurde erst im Jahr 1710 gebaut.

siehe auch

Kilianskirche - rückwärtige Ansicht

Weblinks