Kelzer Aschermittwoch

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Kelze – Kirche und Gasthaus

Der Kelzer Aschermittwoch ist inzwischen ein fester Begriff im Landkreis Kassel. Im Hofgeismarer Stadtteil Kelze ist am Aschermittwoch noch längst nicht „alles vorbei“. Ganz im Gegenteil: hier in Nordhessen ist dann noch einmal der „Bär los“ (in Kelze: der Tanzebär).

Beim Faschingszug von Haus zu Haus sind inzwischen nicht nur die Dorfbewohner sondern auch viele Gäste auf den Beinen. Was zuvor an den Türen eingesammelt wurde, etwa Speck, Eier oder nordhessische Ahle Worschd wird anschließend im Dorfgasthaus verzehrt.

Geschichte

Der Karneval am Aschermittwoch erinnert ebenso wie das Mayencefest am ersten Maisonntag bis heute an die Volksbräuche der französischen Bewohner, die ab 1699 in Kelze eine neue Heimat fanden. Landgraf Carl von Hessen-Kassel siedelte im 17. Jahrhundert auch in der Umgebung der Stadt Hofgeismar französische Glaubensflüchtlinge (Hugenotten) an, die nach dem Edikt von Fontainebleau und der Aufhebung der Religionsfreiheit in Frankreich im Jahre 1685 ihre Heimat verloren hatten und nach einer Zwischenstation in der Schweiz nach Nordhessen kamen.

Unterschiedlich wird der Ursprung des Kelzer Aschermittwochs gedeutet: nicht alle teilen die Auffassung, dass die Fastnachtsumzüge mit katholischem Hintergrund von den Hugenotten „auf die Schippe“ genommen wurden. Ebenso denkbar ist ein Ursprung in der alemannischen Fastnacht, die zum Beispiel im schweizerischen Basel acht Tage nach dem Karneval beginnt.

Kelzer Aschermittwoch

Fester Bestandteil des Kelzer Aschermittwoch-Zuges, der erstmals um 1706 schriftlich erwähnt wurde, sind der Tanzebär mit seinem Bärenführer und der Kiepenkerl, der in seiner etwa 100 Jahre alten Kiepe die Eier trägt, die die Kelzer Einwohner spenden. Dazu gehört auch der Wurstgabelmann, der eine mit gespendeten Würsten behängte Holzgabel trägt. Festzugwagen und Fußgruppen mit verkleideten Narren schließen sich an. Manche hochprozentige Lösung und viel Süßes wird von den Festzugteilnehmern an die Besucher verteilt.

Nach dem Festzug werden die gespendeten Eier in die Pfannen des Dorfgasthauses „Zum Jean Bonnet“ geschlagen und anschließend mit der eingesammelten „Ahlen Wurscht“ und Speck an Gäste und Festzugsteilnehmer gereicht.

Für die Kinder gibt es bis zum frühen Abend ein Unterhaltungsprogramm. Daran schließt sich der traditionelle Karnevalstanz an.

siehe auch

Video

Aschermittwoch in Kelze 2012:

Weblinks