Kautabak-Manufaktur in Witzenhausen

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Arbeiterinnen der Fabrik im Jahr 2014.
Die Kruse Kautabak GmbH ist eine Kautabakfabrik in WitzenhausenUnterrieden. Heute ist die Firma die einzige Kautabakfabrik Deutschlands.

Geschichte

Am 14. Juni 1849 gründete Kaufmann Theodor Grimm eine Kau-, Rauch-, Schnupftabak und Zigarrenfabrik in Nordhausen am Harz. Nach kurzer Zeit spezialisierte sich die Firma auf die Herstellung von Kautabak. 1858 trat Adolf Triepel als Teilhaber in den Betrieb ein. Da Grimm und Triepel keine Erben hatten, verkauften sie das Unternehmen im Jahr 1881 an Otto Kruse. Nach ihm leiteten seine beiden Söhne Georg und Otto die Geschäfte.

Grimm & Triepel beschäftigte vor dem Zweiten Weltkrieg 1800 Arbeiter, galt als Europas Kautabak-Imperium. Nach dem Krieg wurde die Familie Kruse enteignet (kommunistische Bodenreform), sie verließ daraufhin den Standort in Nordshausen. Otto Kruse startete neu: In Unterrieden befand sich noch eine Filiale des einst großen Unternehmens. Diese war die einzige Filiale im Westen Deutschlands. Zusammen mit Tochter Elisabeth und Sohn Peter-Otto aute Kruse die Produktion wieder auf. Im Jahr 1961 begann das Unternehmen, Plastikflaschen herzustellen, um sich ein zweites Standbein zu schaffen. 1989 wurden aus rechtlichen Gründen keine Kunststoff-Flaschen mehr in Unterrieden hergestellt. Alleiniger Inhaber war seither Kruses Nachkomme Bernd-Otto Kruse. Mit seiner Frau Heidrun leitet er bis heute die kleine Fabrik.

Kautabak verlor seine Bedeutung

Bergarbeiter und Seeleute stellten füher das Hauptklientel der Kautabakfirmen. Glühende Zigaretten waren auf Schiffen und unter Tage verboten, der Kautabak in der Backentasche sorgte für Nikotin und Speichelfluss - wichtig für staubige Arbeiten im Bergwerk. Doch in den vergangenen Jahren wurden viele Bergwerke geschlossen, vor allem im Saarland. Dadurch ging dem Unternehmen im Werra-Meißner-Kreis viel Kundschaft verloren. In den USA ist Kautabak aber bis heute ein beliebtes Produkt.

siehe auch

Weblinks und Quellen