Kaufunger Wald

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Vom Sensenstein aus blickt man direkt in den Kasseler Graben nach Kaufungen, der Teil eines riesigen Grabensystems ist. Foto: Jürgen Apel

Der Kaufunger Wald ist ein Mittelgebirge in Nordhessen und Südniedersachsen.

Das Gebirge ist bis zu 643 m hoch.

Geografie

Der Kaufunger Wald liegt zwischen Kassel im Westen, Hann. Münden im Norden, Eschwege im Osten und Hessisch Lichtenau im Süden. Er grenzt im Nordwesten jenseits der Fulda an den Reinhardswald.

Innerhalb des Fulda-Werra-Berglands wird der Kaufunger Wald (mit Söhre) untergliedert in:

  • Söhre
  • Kaufunger-Wald-Hochfläche (Vorderer Kaufunger Wald)
  • Hinterer Kaufunger Wald.

Die höchste Erhebung ist der Hirschberg mit 643 m südwestlich von Großalmerode.

Geschichte

Bergbau und Alaunton

Zu den Sehenswürdigkeiten von Kaufungen gehört das Bergwerksmuseum "Roßgang" in Oberkaufungen, u. a. mit begehbarem bergmännischen Braunkohlestollen. In Zeiten, als es noch keine Dampfmaschine gab, wurden die Loren mit Hilfe von zwei Pferden - über einen sog. Wellbaum - in die Höhe gezogen und nach der Entleerung wieder in den Förderschacht herab gelassen. Das in den Jahren 1820 bis 1880 betriebene Göpelwerksgebäude beherbergt heute eine Ausstellung zur Braunkohlegewinnung und Alauntonproduktion.

siehe dazu: Bergwerksmuseum "Roßgang"

Glasbläser seit dem Mittelalter

Im Mittelalter war die Glasherstellung ein wichtiger Produktionsfaktor im Kaufunger Wald. Die erste Glashütte wird bereits 1446 erwähnt. Im Jahre 2009 fertiggestellt wurde der Eco-Pfad Gläsnertal bei Nieste, der an den historischen Standort der Großen Niestehütte erinnert. Weiden-Iglus stehen symbolisch für große Glasöfen. Der Eco-Pfad erinnert den Wanderer in einer heute stimmungsvollen Waldwiesen-Landschaft daran, dass der Kaufunger Wald seit dem späten Mittelalter ein Zentrum der deutschen Glasproduktion war.

Ein weiteres Beispiel - neben dem Gläsnertal bei Nieste - ist der Ort Ziegenhagen, heute ein Ortsteil von Witzenhausen. Um 1500 kamen aus dem böhmisch-sächsisch-thüringischen Raum wandernde Glasbläser und errichteten dort ihre Glasfabrikationsanlagen. Der Baumbestand diente als Brennmaterial, und quarz- haltiger Sand als Rohstoff. Um 1780 entstand hier an der Stelle des heutigen gleichnamigen Ortsteils dann eine feste Glashütte. Zum Transport der mit bis zu 100 Zentnern mit Glas beladenen Wagen wurden zeitweise 15 Pferde gehalten, bevor die Glashütte 1907 nach Immenhausen verlegt wurde. Mit der Hütte zogen seinerzeit an die 200 Menschen von Ziegenhagen fort, was die Bedeutung der Glasproduktion an diesem Ort unterstreicht.

siehe dazu: Glasbläser im Kaufunger Wald

Mittelalterliche Burgen

Reste der Burg Sensenstein

Im nördlichen Kaufunger Wald liegen zu beiden Seiten der Nieste, die hier die Grenze zwischen Hessen und Niedersachsen bildet, nur knapp zehn Kilometer voneinander entfernt die Reste zweier mittelalterlicher Burgen, die fast völlig verschwundene Burg Sensenstein bei der Gemeinde Nieste und die als Ruine erhaltene Burg Sichelnstein.

Die Burg Sensenstein stand bis Anfang des 17. Jahrhunderts als Grenzsicherung zu Niedersachsen auf dem Geroldsberg, einer Erhebung über dem Tal der Nieste nördlich von Kaufungen. Von hier aus blickt man direkt in den Kasseler Graben und zum Kaufunger Wald.

Heute erinnern nur noch hohe Wälle an die einstige Größe der Burganlage. Die Gebäude sind restlos abgebrochen. An ihrer Stelle befindet sich die Jugendburg und Sportbildungsstätte Sensenstein des Landkreises Kassel.

Die imposante Metallskulptur des Österreicher Künstlers Prof. Robert Colnago im Eingangsbereich stellt einen Riesen dar und erinnert an die Sage, nach der sich vor langer Zeit die Riesen der Burg Sensenstein und der gegenüber liegenden Burg Sichelnstein mit Felsbrocken beworfen haben sollen.

siehe dazu: Burg Sensenstein und Burg Sichelnstein

Stift Kaufungen

Der Ort Oberkaufungen wird bis heute von der kreuzförmig angelegten Stiftskirche überragt, die im Jahre 1025 geweiht wurde und seither manche Umgestaltung erfuhr. Das Kloster der Benediktinerinnen und die dreischiffige Stiftsbasilika "Zum Heiligen Kreuz" wurden in den Jahren 1018 - 1025 aufgrund einer Stiftung des Kaisers Heinrich II. und seiner Gemahlin Kunigunde errichtet. Das heute Ritterschaftliche Stift in Oberkaufungen ist die älteste Stiftung in Stadt und Landkreis Kassel.

siehe dazu: Stift Kaufungen

Weitere Informationen

Zahlreiche weitere Informationen unter:

Gewässer

Während die Fulda am Kaufunger Wald nordwestlich verläuft , passiert die Werra den Kaufunger Wald nordöstlich. Zu den weiteren (größeren) Fließgewässern im und am Kaufunger Wald gehören:

  • Nieste (entspringt am Steinberg)
  • Losse
  • Wedemann (5,1 km, 14,5 km², 213 l/s), die westliche Südgrenze
  • Gelster (entspringt nördlich des Hirschbergs (Söhre)).

Zu den Stillgewässern im Kaufunger Wald gehören:

  • Michelskopfsee, direkt am Michelskopf,
  • Roter See, nördlich des Langenbergs,
  • Steinbergseen, am Steinberg,

Höchste Erhebungen

"Der Riese" von Robert Colnago am Sensenstein

Zu den höchsten Erhebungen im Kaufunger Wald gehören:

  • Hirschberg - 643 m,
  • Bilstein - 641 m,
  • Mühlenstein - 607 m,
  • Steinberg - 585 m,
  • Haferberg- 580 m,
  • Langenberg - 565 m,
  • Rohrberg - 536 m,
  • Steinbergskopf - 532 m,
  • Bielstein - 528 m.

Naturpark

Städte und Gemeinden

Zu den Städten und Gemeinden im und am Kaufunger Wald gehören:

siehe auch

Oberkaufungen - Ansicht

Wandertipps

Weblinks