Katlenburg

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Katlenburg entwickelte sich aus der Burganlage auf dem Burgberg, die 1105 erstmals urkundlich genannt wurde und dem ehemaligen Kloster, dem Dorf Duhm unterhalb des Berges sowie dem Vorwerk Albrechtshausen.

Duhm

Duhm war zunächst hufeisenförmig um den Berg gebaut; nach den Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges entwickelte es sich zu einem Straßendorf entlang der Straße von Northeim nach Duderstadt. In der Ortsmitte befand sich außerdem eine für den Frachtverkehr wichtige Abzweigung in den Harz. Duhm war durch die Produktion von besonders reinem Leinen bekannt, da sich das Wasser der Steinlake besonders gut für die Verarbeitung des Flachses eignete. Bedeutung bekam der Ort durch die Errichtung einer Bahnstation im Jahre 1868, die zu einem raschen Bevölkerungswachstum führte. Auch durch den Zuzug von zahlreichen Flüchtlingen nach dem Zweiten Weltkrieg vergrößerte sich das Dorf auf Dauer, da viele hier bei der Fruchtweinfirma Dr. Demuth Arbeitsplätze fanden.

Katlenburg

Die Katlenburg ist eine Burganlage im Ortsteil Katlenburg der Gemeinde Katlenburg-Lindau im Landkreis Northeim.

Die heute als Bücherburg bekannt gewordene Burg entstand zu Beginn des 12. Jahrhunderts und wurde lange Zeit als Kloster und Sitz einer landwirtschaftliche Domäne genutzt, später auch als Bildungsstätte der Schreberjugend (bis 2007).

Das ehemalige Amt Katlenburg war verwaltungsmäßig Nachfolger des Klosters Katlenburg, das von den Grafen von Katlenburg gegründet worden war. Diese waren mächtige Herren, Grafen im Lisgau, gehörten dem Reichsadel an und errichteten hier im 10. Jahrhundert die Katlenburg. Als Graf Dietrich III., wahrscheinlich aus Frömmigkeit, auf dem Burgberg ein Kloster gründete, ließ er die Mauern der Burg niederreißen. Die Stiftung des Klosters wurde durch eine Urkunde aus dem Jahre 1105 bestätigt, die für Katlenburg, Gillersheim, Wachenhausen, Berka und Elvershausen die erste urkundliche Erwähnung bedeutet. Von der Gründungszeit zeugt noch die romanische Krypta der Kirche auf dem Burgberg, in der auch der letzte Katlenburger Graf nach seinem Tode im Jahre 1107 begraben wurde. Im Jahre 1346 brannte das Kloster durch Brandstiftung nieder. Die Kirche wurde im gotischen Stil wieder aufgebaut, wie man noch heute an ihrem Chor sehen kann. Auch das so genannte Magazingebäude mit einer gotischen Kapelle, wahrscheinlich die ehemalige Propstei, stammt noch aus der Klosterzeit.

Das Kloster Katlenburg wurde zum bedeutendsten Grundherren der Umgebung; sein gesamter Besitz wurde 1525 in einem Lagerbuch dokumentiert. Doch nach Beginn der Reformation wurde das Kloster im Jahre 1534 aufgelöst. Der letzte Grubenhager Herzog, Philipp II., erbaute nun auf dem Burgberg ein Schloss und residierte hier für einige Jahre. Die Verwaltung des Besitzes, zu Klosterzeiten in den Händen eines Propstes, übernahm nun ein Amtmann des Fürstentums Grubenhagen. Er hatte seinen Amtssitz auf dem Burgberg, er verwaltete, zog die Abgaben ein und hielt Gerichtssitzungen. Im Jahre 1626 wurde der Amtssitz zerstört, jedoch kurz nach dem Ende des dreißigjährigen Krieges wieder aufgebaut. Der Merianstich aus dem Jahre 1654 zeigt, daß zu ihm mehrere Gebäude und ein Gutshof gehörten. Für die wiederhergestellte Kirche schuf der Osteroder Holzschnitzer Andreas Gröber eine Kanzel und einen wunderschönen Altar, der später zu einem Kanzelaltar umgestaltet wurde.

Die Burg

Am Zufluss der "Oder" (auch "Steinlake" genannt) in die weiterführende "Rhume" wurde im Mittelalter auf einen etwa 50 Meter hohen Sandsteinsporn, dem "Katelberg" die für die Gesamtgemeinde namengebende Burg errichtet. Der Sporn ist nach Süden an einen Bergrücken angegliedert. Die Befestigungsanlage bestand aus einer nördlichen dreieckigen Unterburg (Hauptanlage) und einer südlichen Vorburg. Die Ostseite des Sporns fällt steil zur "Rhume" hinab. Die Westseite neigt sich mäßig steiler zum namengebenden "Catelbach" hinab. Von Nordosten und Südwesten des Talgrundes am Burgberg zogen einst Wege zum Nordwesttor hinauf. Der heutige Torbogen stammt aus dem 18.-Jahrhundert. Früher müsste hier ein Torhaus mit Zugbrücke gestanden haben, denn Nord- und Westseite des Riedels sind mit einem tiefen Graben umgeben. Im Winter ist die Terrasse des ehemaligen Vorwalles des Burggrabens vom westlich gelegenen "Weinberg" gut zu erkennen. Die Hauptburg wurde nach Süden mit einen etwa 15 Meter breiten aber heute verfüllten Graben gegen das leicht ansteigende Gelände geschützt. Deshalb wurde an der Südwestecke der Bergfried errichtet, um die gefährdeten Seiten und das Haupttor einzusehen. Ein fast 10 mal 10 Meter grosser aus der Ringmauer nach Westen vorgeschobener Podest westlich des jetzigen Kirchturmes ist als Stumpf des einstigen Turmes zu deuten. Seine Kellermauern weisen eine Stärke von über 2 Metern auf.

Das mittelalterliche Torgebäude südöstlich der Kirche besitzt gotische Stilelemente. Neben der Durchfahrt in der östlichen Fachwerkwand über einem Türbalken sind gotische Vorhangbögen vorhanden.

Nördlich der Kirche befindet sich das Magazingebäude. In dessen Kellergeschoss befinden sich neben Tonnengewölben auch rippenlose Kreuzgewölbe.

Von der östlichen Ringmauer der Unterburg ist das Kellergeschoss erhalten. Ursprünglich stand hier ein Massivbau mit Fachwerkobergeschossen, ähnlich wie beim Welfenschloß in ((Herzberg)). Teile der mit Gips verputzten Kellergewölbe sind mit Schutt zugefüllt. Der Unterteil der Mauer steckt so tief im Hangschutt, daß selbst die Schießscharten mit Unrat zugedeckt sind. Auf einem ((Merianstich)) sind diese Lichtöffnungen mindestens 5 bis 6 Meter über dem Erdboden zu erkennen. Nord-, West- und Südbereich der ehemaligen Ringmauer sind nur teilweise erhalten.

Direkt nördlich anschließend an das Nordwesttor befindet sich als Wohnung genutzt das ehemalige Amtsgefängnis.

Das heute "Magazin" genannte Gebäude besteht im Erdgeschoss aus einer im Westteil ehemals befindlichen Kapelle mit Anbauten eines repräsentativen massiven Gebäudes. Die engräumige Kapelle besitz gotische Gewölbe, wie der angesetzte grössere Ostteil. Scheinbar hatte das Gebäude ursprünglich noch ein oder mehrere Obergeschosse. Im Gebäude an der Südseite befindet sich ein massives Halbrund als Rest eines ehemaligen Rundturmes oder Treppenturmes. Die Aussenmauer ist gerade geradlinig gebaut, so als wenn man den Turmrest abgeschnitten hätte. Eine Tür führt von außen in das Halbrund. Die Südwand des "Magazingebäudes" zeigt östlich eines Knickes in der Mauerflucht verschieden hoch angesetzte hohe frühgotische Fenster und Zugänge. Am südlich gegenüber gelegenen "Philippschlösschen" weisen heute noch vermauerte gotische Mauerdurchbrüche auf eben jene ältere Untergliederung der Geschosse und den Ansatz des die beiden Gebäude ehemals verbindenden östlichen Wohntraktes hin.

Die nördlich des "Magazins" befindlichen jüngeren Gebäude entstammen dem achtzehnten Jahrhundert.

Die südlich der Kirche vorhandenen Massiv- und Fachwerkbauten des Amtshofes enstanden erst nach dem 30-jährigen Krieg. Der in der Mitte des Wirtschaftshofes im 17.Jahrhundert erstellte "Reitstall" besitzt eine für damalige Zeiten erstaunliche freitragende Deckenkonstruktion.

Neben der heutigen südlichen Zufahrt stehen links die Überreste des "Ochsenstalles". Er wurde erst durch einen schweren Sturm in den achtziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts durch unterlassene Baureperaturen zur Ruine.

Die ehemalige Klosterkirche

Die ehemalige Klosterkirche besteht aus vier in verschiedenen Zeiträumen errichteten Bauteilen. Die im Osten gelegene Krypta (Unterkirche) besitzt romanische rippenlose Kreuzgewölbe wie auch das Erdgeschoß im Magazingebäude. Der darüber gebaute Chor wurde im gotischen Stil errichtet. Das westlich anschließende Kirchenschiff wird erst nach dem Brand 1626 enstanden sein. Verbaute Werksteine kleiner älterer Fenster in der Südmauer entstammen aber einer älteren Bauperiode. Der angesetzte Kirchturm ist erst in neuerer Zeit entstanden.

Die ehemalige untere nördliche Hauptburg gehört heute der Kirchengemeinde. Der Südteil mit den Gebäuden des ehemaligen Amtshofes ist im Besitz der Gemeindeverwaltung. Dieser Bereich ist zusammen mit dem südlichen Gartengelände als Jugendgästehaus und Herbergsbetrieb verpachtet. Im ehemaligen Amtsgarten wachsen als botanische Seltenheit kleinwüchsige Wildtulpen. Den südlichen Abschluß der Burg nach Süden bilden im Garten die im Erdboden steckenden Reste eines Kanonenturmes. In der Renaissance wurden Burgen und Schlösser durch vorgelagerte Bastionen gedeckt, um das Vorfeld gegen Feinde mit Geschützen abzusichern. Zur hier südlichen Feindesseite war der Turm in allen Geschossen massiv gebaut, zum Schloss hin aber nur in Fachwerk ertellt, um ein geschütztes Festsetzen der Feinde bei Eroberung des Vorwerkes zu verhindern. Im Merianstich der "Catlenburg" ist das links sichtbare Gebäude mit Fachwerkobergeschossen und Welscher Haube der im Renaisancestil zum Lustschloss umgebaute Runddturm. Dieses Gebäude scheint das vom Grubenhagener Fürsten Phillip II. umgebaute "Schlösschen" zu sein.

Die vorhandene Zentscheune und das "Magazingebäude" beherbergen eine höchst interessante umfangreiche Sammlung ehemaliger DDR-Literatur des Pastors Martin Westkott.

siehe auch

Weblinks