Katgut

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Katgut bezeichnet das chirurgische Nahtmaterial zum Vernähen von Wunden. Das Produkt hatte den Vorteil, dass es resorbierbar war, sich im Körper nach einiger Zeit auflöst und galt nicht als Keimüberträger. Ärzte bevorzugten im frühen 20. Jahrhunderts zur Schließung von Wunden Seide, Zwirn, Pferde- oder Frauenhaar. Die Firma B. Braun Melsungen AG war das erste deutsche Unternehmen, das chemisch steriles Katgut herstellte.
1908 beschloss der Melsunger Apotheker Carl Braun, das aus Hammeldarm bestehende Nahtmaterial Katgut herzustellen.

Katgut der Firma B. Braun

Das Verfahren zur sterilen Produktion stammt von dem Chirurgen Dr. Franz Kuhn, Chefarzt des Elisabeth-Krankenhauses in Kassel. Durch Carl Braun konnte das Produkt im großen Stil angefertigt werden.

Im Katalog von 1910 wurde das Sterilkatgut Kuhn zum ersten Mal angeboten, schon in den folgenden Katalogen stand es an erster Stelle. Ab 1919 produzierte man in Melsungen auch andere organisch chirurgische Fäden.

Heute spielt Katgut bei der B. Braun Melsungen AG keine große Rolle mehr, sowohl in Europa als auch in den USA ist es seit Jahren in der Humanmedizin verboten. Chirurgen benutzen hauptsächlich synthetische Fäden, die von dem Tochterunternehmen Aesculap produziert werden.

siehe auch

Weblinks und Quellen