Kategorie:Zissel

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Der Zissel ist das Volksfest der Stadt Kassel und Nordhessens Seit 1926 findet alljährlich am ersten Wochenende im August (Freitag bis Montag) der Kasseler Zissel statt. Um das Volksfest als Vergnügungspark zu verwirklichen, werden insbesondere am Auedamm an der Fulda, die im Volksmund Fulle genannt wird, auf dem Südteil der Karlswiese in der Karlsaue, Getränke- und Essensbuden, dazu Karussells, Los- und Schießbuden sowie an der Spitzhacke (von Claes Oldenburg zur documenta 6 geschaffenes Kunstwerk) eine Bühne für Live-Musik aufgestellt. Auch zwischen der Fulda- und Hafenbrücke, beispielsweise auf der Flussinsel Finkenherd und am Kasseler Hafen wird gefeiert. Hängen mäh en uff ist der Ausspruch wenn der Zisselhäring uffgehangen wird. Mäh Zisseln hört man es dann in Kassel. Nach dem Ende des Zissels wird der Zisselhäring mit großem Zeremoniell abgehängt: „Nun holt'n runner den Häring an der Schlagd - schwimm hinaus in alle Meere und verkünde, in 361 Tagen ist wieder Zissel in Kassel“.

Woher der Begriff "Zissel" stammt konnte bisher nicht eindeutig geklärt werden, so gibt es Spekulationen darüber, dass "zisseln" aus dem Plattdeutschen stamme, etwa von: Geld verzisseln, Geld verzusseln, zum Lustig- und Fröhlich sein. Sicher ist jedoch, dass der Ausdruck "Zissel" etwas mit feiern und Lebensfreude zu tun hat.

Als im Jahr 1926 erstmals ein gemeinsames Fest des städtischen Verkehrsamtes und der Wassersport treibenden Vereine unter dem Namen "Zissel" stattfand, hatten Wasserfeste auf der Fulda und am Fuldastrand bereits eine jahrhundertelange Tradition. Die hessischen Landgrafen Moritz, Friedrich und Karl - von schönen Festen in Frankreich inspiriert - veranstalteten auf der Fulda schon anno 1486 und 1722 Wasserfeste und Lampionfahrten mit geschmückten Booten. Ab dem 16. Jahrhundert wird von Wasserfesten der Zünfte berichtet.

Bis 1900 gab es in Kassel noch eine Zunft der Fischer und Schiffer, die an der Bleiche in der Nähe der Hafenbrücke ihr jährliches Wasserfest feierte.

Vor der Reformation fand dieses Fest immer Anfang August zu Ehren des heiligen Cyriakus, dem Schutzheiligen der Fischer und Schiffer, mit hell geschmückten Booten statt. Belege für ein Volksfest auf der Fulda finden sich auch in den Akten des 1830 gegründeten Gesangsvereins "Liedertafel". Daraus geht hervor, dass es bereits im Gründungsjahr Ausflüge flussabwärts nach Freienhagen zu Schiff gegeben hat, die unter Fackelschein nach Kassel zurückkehrten. Am 30. Juli 1863 berichtet die "Kasseler Tagespost" von dem unter dem Zudrang unzähliger Schaulustiger auf der Fulda fahrenden, bis zur Mastspitze illuminierten und von einer großen Zahl kleinerer Fregatten und Linienschiffe begleiteten Admiralsschiff der Gesellschaft "Chatoulle". Musik wechselt mit Gesang, Raketen, Feuerräder, Leuchtkugeln und bengalischem Feuer ab, und hauptsächlich war es letzteres, welches das dunkle Grün der Karlsaue, die abenteuerlichen Häuser am Ufer der Fulda und die Tausende von Zuschauern in herrlichem Glanz erscheinen lies. In den folgenden Jahrzehnten wurde lediglich von bescheidenen Veranstaltungen der an der Fulda lebenden Gärtner und Schiffsbesitzer berichtet. Auch der Gesangsverein Liedertafel und der Männergesangsverein veranstalteten Fahrten von der Drahtbrücke bis zur Fuldabrücke und zurück auf mit Lampions geschmückten und mit einem Fass Bier versehenen Sandkähnen, wobei zahlreiche Zuschauer von der Fuldabrücke, der Schlagd und vom Rondell aus dem lustigen Treiben beiwohnten.

Quelle: Hermes Zisselheft 1987 Seite 50ff.)

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