Kasseler Sparkasse

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Die Kasseler Sparkasse ist ein öffentlich-rechtliches Kreditinstitut in Hessen und einer der großen Arbeitgeber in der Region Nordhessen mit Geschäftsstellen bis nach Bad Karlshafen im Norden und von Naumburg im Westen bis nach Helsa im Osten.

Jährlich fließen Erträge in gemeinnützige soziale, kulturelle und sportliche Aktivitäten in der Region.

Geschichte

Der Kasseler Bürgermeister Carl Schomburg regte bereits am 12. November 1823 in einem Schreiben an die kurhessische Regierung die Gründung einer städtischen Sparkasse an. Zu den gemeinnützigen Anstalten einer Stadt gehörte nach seiner Meinung auch eine Sparkasse für Dienstboten, Fabrikarbeiter und andere, die ihr erspartes Geld für Notfälle zurücklegen wollten.

Es dauerte dann noch bis zum 17. Februar 1832, bis der Kasseler Stadtrat den Beschluss fasste, auf eigene Verantwortung und unter eigener Aufsicht eine Sparkasse zu errichten, und diese im Oberneustädter Rathaus in der Oberen Karlsstraße eröffnet wurde.

Die Wurzeln der heutigen Kasseler Sparkasse liegen übrigens nicht nur in Kassel: in den Jahren 1842 wurden in Wolfhagen, 1843 in Karlshafen und 1845 in Hofgeismar weitere Sparkassen gegründet.

Aus den Gründerjahren

Die Kasseler Stadtsparkasse wurde 1832 vom Stadtrat gegründet – zu einer Zeit, als vergleichbare Sparkassen bereits in mehreren deutschen Städten bestanden. Die Initiative des damaligen Oberbürgermeister Carl Schomburg hatte das Ziel, auch Dienstboten, Fabrikarbeitern oder Handwerkern die Möglichkeit zu geben, Kapital für Notzeiten zurückzulegen oder für Investitionen anzusparen.

Mehrere Kasseler Bürger ermöglichten durch eigene Wertpapiere oder Wechsel eine schnelle und sichere Verzinsung. Zunächst war die Sparkasse im Rathaus untergebracht (Obere Karlsstraße 12-14) untergebracht, ab 1895 im Hintergebäude von Königsplatz 32, und ab 1909 im Neubau des Rathauses, daneben bestanden zwischenzeitlich auch Zweigstellen.

Neubau an der Wolfsschlucht

Vor dem Haus Wolfsschlucht 4

Die Räume im Rathaus reichten bald nicht mehr aus, und 1929 erwarb die Sparkasse drei der ehem. Wolffschen Häuser: Wolfsschlucht 7-11. Am 20. Juni 1931 wurde der fertige Neubau bezogen, den die Stadtbauverwaltung (Stadtbaurat Gerhard Jobst und Hans Borkowsky) errichtet hatte. Den Kern des Gebäudes bildeten der eingeschossige Kassenraum, der rückwärtig angebaut war, und der feuerfeste Tresor samt Schließfächern im Keller; die Verwaltung war im Seitenflügel untergebracht.

Den Neubau hatte man bewusst größer geplant als nötig, um Erweiterungsflächen für die Zukunft vorzuhalten. Vorerst wurden die Obergeschosse an die Hessen-Nassauische landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft vermietet, und im Erdgeschoss an der Wolfsschlucht unterhielten die Städtischen Werke einen Ausstellungsraum.

Die Fassadengestaltung im Internationalen Stil fand große Beachtung; der Eingang wurde von großen Reliefs des Kasseler Kunstakademie-Professor Alfred Vocke umrahmt. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Schalterhalle zerstört, das massive Hauptgebäude blieb jedoch benutzbar; bis 1952 wurde es leicht verändert wiederhergestellt, einschließlich einer neuen, großen Schalterhalle.

Ein grundlegender Umbau wurde 1966 beschlossen und bis 1972 realisiert; u. a. errichtete man eine Erweiterung auf dem Nachbargrundstück Wolfsschlucht 5, gestaltete die Schalterhalle um und schuf eine Verbindung zum Ständeplatz. Ein erneuter Umbau erfolgte 1993.

Literatur

  • Siegfried Schmoll, Kasseler Sparkasse - 175 Jahre gut für die Region, in: Jahrbuch des Landkreises Kassel 2008, S. 172 ff.

siehe auch

Weblinks