Stadtschleuse

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Die Kasseler Stadtschleuse

Die Stadtschleuse in Kassel ist ein Ingenieurbauwerk, welches Wasserfahrzeugen ermöglicht, durch Staustufen zur Schiffbarmachung der Fulda bedingte Wasserstandsunterschiede zwischen einzelnen Abschnitten des Flusses zu überwinden. Die Kasseler Schleuse, die unter Denkmalschutz steht, ist 100 Meter lang (die Innen-Kammer 85 Meter) und zehn Meter breit.

Geschichte

Die Stadtschleuse hatte für Kassel besondere Bedeutung. Sie galt als Tor zur Stadt auf dem Wasserweg und, sie gehörte Anfang des 20. Jahrhunderts auch zu einem Plan im Kampf gegen das Hochwasser, unter dem Stadtteile wie die Unterneustadt und die Altstadt zu leiden hatten.

Nach dem Hochwasser von 1841 wurde unter anderem der Flusslauf erweitert, und mussten die alte Hafenbrücke und Fuldabrücke (Wilhelmsbrücke) weichen. 1913 war neben dem Wehr dann auch die Stadtschleuse an der neuen Fuldastaustufe vollendet. So war auch für Personenschifffahrt und Frachtschiffe der Weg in Stadt frei. Der 1895 erbaute neue Hafen wurde angebunden und die Schlagd als Warenumschlagplatz gewann an Bedeutung. 985.000 Reichsmark kostete die gesamte Schleusenanlage samt Walzenwehr damals. Die Stadt und Bürger beteiligten sich finanziell am Bau.

Nach der Fertigstellung übergab die Stadt die Schifffahrtsschleuse an das Deutsche Reich, betrieb und unterhielt jedoch Schleuse und Wehranlage weiter. Bei Bombenangriffen 1943 wurde der obere Schleusenteil schwer beschädigt. Es dauerte elf Jahre, bis die Schleuse wieder ihren Betrieb aufnehmen konnte. Dabei ging die gesamte Wehr- und Schleusenanlage 1952 mit allen Pflichten in das Eigentum des Bundes über. Der Originalvertrag wurde im März 2014 im Rathaus gefunden. Die Bundesregierung hatte sich damals verpflichtet, die Schifffahrtsschleuse zu unterhalten, auf Dauer zu erhalten und ihren Betrieb sicherzustellen. Seither ist der Bund für die Anlage verantwortlich, die nun zur Bundeswasserstraße Fulda gehörte, allerdings inzwischen zur „sonstigen Wasserstraße“ herabgestuft wurde.[1]

Schließung

In den vergangenen Jahren mussten die Betreiber das im Laufe der Jahrzehnte mehrfach reparierte Bauwerk von Saison zu Saison retten. So war die Schleuse 2013 wegen eines Schadens am Untertor monatelang dicht. Sollten vorher nicht weitere gravierende Schäden auftreten, wird voraussichtlich 2016 mit dem Betrieb der Stadtschleuse endgültig Schluss sein.

Grund dafür ist, dass das Bauwerk sanierungsbedürftig ist und die Sanierung Millionen kosten würde. Eine Schließung der Schleuse würde das Ende der Schifffahrt auf der Fulda bedeuten, kritisierte der Zweckverband Kasseler Sportschifffahrt. Am 3. Juni 2012 demonstierten mehr als 150 Motorboote und 50 Kanu- und Ruderboote mit einem Konvoi gegen die Schließung der Schleuse. Auch der Kasseler Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) war gegen die Schließung der Schleuse.[2]

Ein Konzept für einen kleinen Schleuseneinbau gibt es, dieser würde rund sechs Millionen Euro kosten.

Video: So funktioniert die Kasseler Stadtschleuse

Quellen und Weblinks

  1. Aus HNA.de vom 25. März 2014: Bund muss Kasseler Schleuse erhalten: Alter Vertrag aufgetaucht
  2. Aus HNA.de vom 4. Juni 2012: Für die Stadtschleuse: Lautstarker Protest auf der Fulda