Kassel

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Kassel
Wolkenfenster kassel.jpg
Basisdaten
Portal der Stadt: Stadt Kassel
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Fläche: 106,79 km²
Einwohner: 195.422 (Stand: 31.12.2012)
Postleitzahlen: 34001 - 34134
Telefonvorwahl: 0561
Kfz-Kennzeichen: KS
Adresse der
Stadtverwaltung:
Obere Königsstr. 8
34117 Kassel
Offizielle Webseite: www.stadt-kassel.de
Oberbürgermeister: Bertram Hilgen (SPD)

Kassel (bis 1926 amtlich: "Cassel") ist die Metropole von Nordhessen und war einst die historische Hauptstadt der Landgrafschaft Hessen (später: Landgrafschaft Hessen-Cassel und Kurfürstentum Hessen).

Nach Frankfurt und Wiesbaden ist Kassel die drittgrößte Stadt Hessens. Kassel wird auch als documenta-Stadt bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeine Informationen

Nach Frankfurt und Wiesbaden ist Kassel (195.422 Einwohner Stand:12/ 2012) die drittgrößte Stadt des Bundeslandes Hessen.

Lage

Kassel liegt nur 70 km nordwestlich vom geografischen Mittelpunkt Deutschlands.

Die Stadt liegt im sogenannten Kasseler Becken im Nordhessischen Bergland an der Fulda, in früheren Zeiten eine wichtige Schifffahrtsstraße der hessischen Landgrafen.

Nordhessens Wirtschafts-, Verwaltungs- und Kulturzentrum

Kassel hatte von 1277 bis 1866 Hauptstadtfunktionen inne. Heute ist die kreisfreie Stadt unter anderem Sitz des Regierungsbezirks Kassel und des Landkreises Kassel, des Bundessozialgerichts, des Hessischen Landesamts für Regionalentwicklung und Landwirtschaft, der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche von Kurhessen und Waldeck oder der Gesamthochschule-Universität Kassel.

International bekannt ist Kassel vor allem durch den Bergpark Wilhelmshöhe (siehe auch Wasserkünste) und die seit 1955 stattfindende Kunstausstellung documenta. Seit März 1999 nennt sich Kassel daher auch documenta-Stadt.

Sehenswürdigkeiten

Das Herkules-Denkmal im Bergpark Wilhelmshöhe - seit 2013 Weltkulturerbe (Foto: Günther Pöpperl)

Stadtfest und Musik

Die Stadt

Architektur

Im Zweiten Weltkrieg wurde insbesondere die Kasseler Innenstadt weitestgehend zerstört, bei Luftangriffen am 22.10.1943 über 78 % der Stadt.

An das "alte Kassel" erinnern oft nur noch historische Foto- und Filmaufnahmen.

Historische Bauwerke: So sah Kassel früher aus


siehe dazu auch:

Kasseler Nachkriegsarchitektur

Es sind nur noch wenige historische Gebäude erhalten geblieben, das Stadtbild wird vielmehr durch typische 1950er-Jahre-Architektur geprägt. Die Treppenstraße in Kassel ist besipielsweise aus dieser Zeit und im Jahre 1953 im zeittypischen Stil entstanden.

Allerdings wurden einige historische Bauwerke wieder aufgebaut, beispielsweise die Martinskirche aus dem 14./ 15. Jahrundert, die Brüderkirche aus dem 14. Jahrundert, die Karlskirche, mit deren Errichtung in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts begonnen wurde, der Marstall aus dem späten 16. Jahrhundert (heute Markthalle), das Fridericianum am Friedrichsplatz, in den Jahren 1769 bis 1776 erbaut, das ehemalige Palais Bellevue aus dem 18. Jahrhundert oder die Orangerie, mit den erhaltenen Eckpavillons, dem Marmorbad und dem Küchenpavillon.

Schloss Wilhelmshöhe
(Foto: Guido Walter)
Blick entlang der oberen Treppenstraße Richtung Scheidemannplatz
(Foto: Dirk Schmidt)

Grünflächen

Karlsaue

Kassel ist eine Stadt, die durch viele Grünflächen glänzt.

Am bekanntesten sind

Der Bergpark Wilhelmshöhe im Stadtteil Wilhelmshöhe wird geprägt durch das Schloss und die über einer Wasserkaskade aufragenden Statue des Herkules, zugleich das Wahrzeichen der Stadt; in den Jahren 1793 bis 1801 entstand im Park auch die künstliche Ruine der Löwenburg.

Die Karlsaue wurde im Jahre 1954 im Zuge der damaligen Bundesgartenschau umgestaltet.

Die 125 Hektar große Anlage, von Ortsansässigen schlicht als "Aue" bezeichnet, befindet sich im Gebiet des Stadtteils Südstadt; sie ist eine ursprünglich barocke, innerstädtische Parkanlage in der Fuldaaue am westlichen Fuldaufer und reicht bis an die Innenstadt von Kassel heran.

Die Parkanlage, die auf dem flachen Gelände einer ehemaligen Fuldainsel zwischen Kleiner Fulda und Fulda angelegt wurde, beinhaltet künstlich angelegte Gewässer - Teiche, Seen und Gräben - die die barocke Grundkonzeption der Anlage noch heute veranschaulichen.

Stadtoberhäupter seit 1821

Karl Branner
Lauritz Lauritzen


siehe auch:

Städtepartnerschaften

Martinskirche

Kassel unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:

Stadtteile

Neben den historisch gewachsenen Stadtteilen, sind einige ehemals selbständige Gemeinden und Gemarkungen nach Kassel eingemeindet worden. Das Jahr der Eingemeindung findet sich in Klammern.

01 Mitte
02 Südstadt
03 West
04 Wehlheiden (1899)
05 Bad Wilhelmshöhe (1926, Wahlershausen 1906)
06 Brasselsberg
07 Süsterfeld-Helleböhn
08 Harleshausen (1936)
09 Kirchditmold (1906)
10 Rothenditmold (1906)
11 Nord-Holland
12 Philippinenhof-Warteberg

13 Fasanenhof (1926)
14 Wesertor
15 Wolfsanger - Hasenhecke (1936)
16 Bettenhausen (1906)
17 Forstfeld
18 Waldau (1936)
19 Niederzwehren (1936)
20 Oberzwehren (1936)
21 Nordshausen (1936)
22 Jungfernkopf
23 Unterneustadt
24 Bossental

Hauptartikel: Stadtteile von Kassel

Stadtverkehr und Verkehrsanbindung

Autobahn und Bundesstrassen

Durch seine zentrale Lage ist diese Stadt gut zu erreichen. Kassel liegt an den Bundesautobahnen A 7, A 44 und A 49.

Das Dach auf dem Vorplatz des Bahnhof Wilhelmshöhe am Willy-Brandt-Platz bei Nacht; dieses war beim Bau nicht nur für Nordhessen eine Sensation.
(Foto: Phillip Donth)

Bahn

Neben dem Fernbahnhof Bahnhof Wilhelmshöhe verbindet die RegioTram am Hauptbahnhof die Stadt mit dem Umland.

siehe dazu:

Flughafen

siehe dazu:

ÖPNV

siehe dazu:

Radwege

Der Fulda-Radweg verläuft mit 215 km von der Fuldaquelle unterhalb der Wasserkuppe in der Rhön bis nach Hann. Münden, wo "Fulda und Werra sich küssen und ihren Namen büßen müssen", dann entlang der Fulda durch Kassel.

Streckenverlauf: Wasserkuppe - Gersfeld - Ebersburg - Fulda - Schlitz - Bad Hersfeld - Bebra - Rotenburg a. d. Fulda - Morschen - Melsungen - Röhrenfurth - Lobenhausen - Körle - Wagenfurth - Grebenau - Büchenwerra - Guxhagen - Edermünde - Baunatal-Guntershausen - Baunatal-Rengershausen - Dittershausen - Dennhausen - Fuldabrück-Bergshausen - Kassel - Kassel Wolfsanger - Wahnhausen - Hann. Münden

Strassen und Plätze

Karl-Branner Brücke

In Kassel gibt es 1365 benannte Straßen, davon 505 mit einem persönlichen Namensbezug. Seit 2002 werden alle neuen Straßenschilder, die sich auf Personen beziehen, automatisch von der Stadtverwaltung mit Zusatzschildern versehen - beispielsweise auf der Marbachshöhe. Wer bestehende Namensschilder - wie kürzlich die Malwida-von-Meysenbug-Gesellschaft - mit Zusatzschildern bestücken will, muss pro Schild, so Friedhelm Brandt vom Vermessungsamt, 50 Euro Materialkosten bezahlen.

Im Amt für Vermessung und Geoinformation wird ein „verstärktes Interesse“ an Zusatzschildern festgestellt. Der Text, der mit dem Stadtarchiv Kassel abgestimmt werden muss, ist maximal drei Zeilen lang. Inzwischen haben im Stadtgebiet 88 Straßenschilder Zusätze. Insgesamt 43 Schilder für 13 Straßen gehen auf das Konto des Bürgervereins Bad Wilhelmshöhe.

siehe zu den Strassen und Plätzen in Kassel auch die Übersichten unter:

Wetter

Forschung und Bildung

siehe dazu auch:

Galerie

siehe auch:

Geschichte

Aus der Stadtgeschichte

In seiner wechselvollen Geschichte wird Kassel bereits im Jahre 913 als fränkischer Königshof erwähnt, erhielt 1189 Stadtrechte und war ab dem Jahre 1277 Residenz der Landgrafen (seit 1803 der Kurfürsten) von Hessen.

Im Jahre 913 wurde Kassel erstmals urkundlich erwähnt. Konrad I. war in den Jahren 911 bis 918 König des Ostfrankenreichs. Zu seinem Herrschaftsbereich gehörte auch die Burg „Chassalla“ (Kassel) an der Fulda. Die Burg schützte eine Furt, die vermutlich schon zur Zeit der Kelten und Römer genutzt wurde. Bei einem Aufenthalt Konrads am 18. Februar 913 im befestigten Königshof "Chassella" unterzeichnete er zwei Urkunden, die als die ältesten bekannten schriftlichen Dokumente zur Geschichte der Stadt Kassel gelten.

Löwe und Stadtwappen Kassel
(Foto: Günther Pöpperl)

Später übertrug Kaiser Heinrich II. seiner Gemahlin Kunigunde die Pfalzen in Kassel und in Kaufungen und ihr Bruder Friedrich wurde Gaugraf im fränkischen Hessengau.

Um das Jahr 1150 wurde der ehemalige fränkische Königshof dann als Residenz ausgebaut, zur Zeit des ludowingischen Grafen Heinrich Raspe. Zwischen 1140 und 1148 gründeten er und seine Mutter Hedwig von Gudensberg das Prämonstratenserinnenstift auf dem Ahnaberg am Nordrand der damaligen Siedlung.

Als Stadt ist Kassel erstmals 1189 bezeugt, seit dem 13. Jahrhundert (1277) erfolgte dann - zunächst unter Landgraf Heinrich I. - der Ausbau als Hauptstadt der Landgrafschaft Hessen, später der Landgrafschaft Hessen-Kassel.

Die Stadtgeschichte ist seither eng verflochten mit dem hessischen Herrscherhaus.

Unter Landgraf Philipp I. dem Großmütigen wurde die Landgrafschaft Hessen 1526 in Folge der Homberger Synode protestantisch. Hessen gehörte neben Sachsen und Württemberg zu den mächtigen Vorkämpfern der Reformation im Deutschen Reich. Nach dem Tod des Landgrafen gehörte Kassel dann zur Landgrafschaft Hessen-Kassel, die 1567 entstand, als die Landgrafschaft Hessen nach den Erbregeln des Hauses Hessen aufgeteilt wurde. Der älteste Sohn des Landgrafen, Wilhelm IV. erhielt etwa die Hälfte des Landesterritoriums einschließlich der alten Hauptstadt Kassel, woraus die Landgrafschaft Hessen-Kassel entstand.

Entscheidend prägte in der Folgezeit Landgraf Carl von Hessen-Kassel (1654 – 1730) das Stadtbild durch seine ambitionierten barocken Bauten.

Auf Schritt und Tritt begegnet man in Kassel und Umgebung den Zeugnissen aus der Zeit seiner Herrschaft, darunter die Karlsaue, das Marmorbad oder die Orangerie. Im Bergpark Wilhelmshöhe entstand der Herkules, heute das Wahrzeichen der Stadt.

Landgraf Carl siedelte in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts auch französische Glaubensflüchtlinge (Hugenotten) an, die nach dem Edikt von Fontainebleau und der Aufhebung der Religionsfreiheit in Frankreich im Jahre 1685 ihre Heimat verloren hatten. Der Dreißigjährige Krieg hatte auch der Landgrafschaft Hessen-Kassel schwere wirtschaftliche Schäden zugefügt, so dass nach Kriegsende ein Hauptaugenmerk auf die Neubesiedlung von Wüstungsgemarkungen, zum Beispiel in der Nähe der Städte Hofgeismar oder Trendelburg gelegt wurde.

Herkules und Kaskaden
(Foto: Dirk Schmidt)

Für die nach 1685 aufgenommenen Hugenotten entstand in Kassel die Oberneustadt. Am 3. August 1688 legte Landgraf Karl den Grundstein. Hier sollten sich die Hugenotten eine neue Heimat aufbauen. Neben Karlshafen war es die zweite Neugründung einer Stadt für die angesiedelten Hugenotten, hinzu kamen 19 kleinere Orte, beispielsweise das Dorf Carlsdorf als älteste hessische Hugenottenkolonie, oder ab dem Jahr 1699 die Dörfer Kelze oder Schöneberg, nahe der Stadt Hofgeismar.

Seitdem haben die hugenottischen Namen einen festen Platz in der Geschichte des Landes und der früheren Hauptstadt Kassel. Zu ihnen gehört die Baumeisterfamilie du Ry. Über drei Generationen waren in Kassel tätig; besonders der letzte, Simon Louis du Ry, prägte die Architektur Kassels von Friedrichsplatz und Königsplatz bis zum Schloss Wilhelmshöhe.

Zu Beginn des 19 Jahrhunderts gehörte Kassel unter französischer Herrschaft zum Königreich Westfalen, das mit König Jérôme, dem jüngsten Bruder von Napoléon Bonaparte, an der Spitze errichtet wurde.

1806 besetzten napoléonische Truppen die Stadt. Nach dem Frieden von Tilsit im Jahre (1807) entstand aus dem ehemaligen Herzogtum Braunschweig, Kurhessen und vormals hannoverschen und preußischen Gebietsteilen das Königreich Westphalen mit der Hauptstadt Kassel.

Von 1807 bis 1813 war Kassel Hauptstadt des Königreichs Westphalen.

Nach der Völkerschlacht bei Leipzig löste sich das Königreich Westfalen auf. Durch den Wiener Kongress 1814/1815 wurden die alten Regierungsstrukturen weitestgehend wiederhergestellt und Veränderungen aus der Zeit des Königreichs Westphalen abgeschafft, die unter anderem in der Einführung der Gewerbefreiheit und des Code Civil zum Ausdruck gekommen waren.

Zum Teil heftige Auseinandersetzungen mit dem wirtschaftlich erstarkenden Bürgertum fielen in die nachfolgenden Jahrzehnte und damit in die Regierungszeit von Kurfürst Wilhelm I., vor allem aber seiner beiden Nachfolger, Kurfürst Wilhelm II. und Kurfürst Friedrich Wilhelm I.. Differenzen mit dem Kurfürsten zogen sich bereits durch die Amtsjahre des ersten Kasseler Bürgermeisters Carl Schomburg, dessen Auffassung von Bürgerrecht und Bürgerfreiheit in dieser Zeit viel Zuspruch in der Bevölkerung fand.

Das neue Rathaus (ca. 1912) nach einer Ansichtskarte

Die Märzrevolution in Hessen im Jahre 1848 endete damit, dass Bürgerdeputationen aus dem ganzen Land dem Kurfürsten Friedrich Wilhelm I. ihre Forderungen überbrachten. Etwa fünfzig Reformgesetze wurden bis zum Herbst 1848 im Kurfürstentum verabschiedet. Es war die Zeit, als zwischen Juni und September 1848 die "Grundrechte des deutschen Volkes" in der Nationalversammlung der Frankfurter Paulskirche leidenschaftlich diskutiert wurden.

Letztlich wurden auch die Errungenschaften der Märzrevolution in Kurhessen, ebenso wie in anderen deutschen Staaten, in den Folgejahren weitgehend rückgängig gemacht. Zwar hatte die Revolution von 1848 noch einmal die liberalen Kräfte gestärkt, doch ab 1850 setzte sich die Restauration durch und bereits im Jahre 1852 wurde auch die Kurhessische Verfassung wieder außer Kraft gesetzt.

Unter Kurfürst Wilhelm II. und dessen Sohn Friedrich Wilhelm I. wurde bereits ab 1844 im Kurfürstentum Hessen mit dem Bau der Friedrich-Wilhelms–Nordbahn von Karlshafen über Kassel bis nach Bebra begonnen. Die Friedrich-Wilhelms-Nordbahn war die erste kurhessische Eisenbahnstrecke. Der erste eröffnete Abschnitt war die Strecke GrebensteinHümme am 30. März 1848. Zeitgleich wurde der Streckenabschnitt Hümme-Bad Karlshafen eröffnet, der auch als Carlsbahn bezeichnet wurde und die einzige Eisenbahnverbindung von Kassel zu einem Weserhafen (in Karlshafen) darstellte.

Nach der preußischen Annexion Kurhessens 1866 wurde die Friedrich-Wilhelms-Nordbahn in Hessische Nordbahn umbenannt.

Kassel Innenstadt mit Martinskirche

Der kurhessische Staat erlosch 1866, nachdem er von Preußen in Folge des Deutschen Krieges annektiert worden war. Zwei Jahre später wurde er mit dem ebenfalls annektierten Herzogtum Nassau und der durch preußische Truppen besetzten Freien Stadt Frankfurt zur preußischen Provinz Hessen-Nassau vereinigt, in der das bisherige Kurhessen den Regierungsbezirk Kassel bildete.

Von 1866 bis 1945 war Kassel die Hauptstadt der preußischen Provinz Hessen-Nassau.

In den Jahren zwischen 1933 und 1945 war Kassel die „Gauhauptstadt“ der damaligen Provinz Kurhessen. Wirtschaftlich war die Stadt besonders aufgrund Ihrer Industrie von Interesse. Die Stadt war nicht nur ein bedeutender Eisenbahnknotenpunkt sondern beherbergte auch wichtige Rüstungsbetriebe wie Henschel (Panzerbau) oder die Fieseler-Werke (Flugzeuge) (siehe dazu auch den Regiowiki-Artikel Zweiter Weltkrieg).

Die Geheime Staatspolizei (Gestapo) hatte ihren Sitz in der Straße Königstor. Von dort aus wurden in großem Umfang die taktischen Säuberungen, die Pogrome sowie Verfolgung und Deportation politischer, religiöser und rassischer Gegner der NS-Ideologie geplant und organisiert.

Am Abend des 7. November 1938 wurden die Kasseler Synagoge und andere jüdische Einrichtungen von Angehörigen der SA und SA verwüstet, zwei Tage vor der Novemberpogromen. Vor den Augen der Öffentlichkeit wurde in Kassel am 7. November 1938 die Große Synagoge gestürmt. Es waren die dunkelsten Stunden, die die Jüdische Gemeinde am 7. November 1938 über sich ergehen lassen musste. Hunderte Menschen sahen am Abend an der Bremer Straße/Ecke Untere Königsstraße zu, wie ein aufgebrachter brauner Mob die 1839 eingeweihte große Synagoge stürmte. Männer schleppten Gebetsrollen und andere Gegenstände auf die Straßen und zündeten sie an. Auch in der Großen Rosenstraße, im Schul- und Verwaltungsgebäude der Gemeinde mit Altersheimplätzen und der benachbarten orthodoxen Synagoge kannte der Pöbel keinen Halt mehr. Während die beschädigte große Synagoge abgetragen wurde und 1939 verschwunden war, durfte in dem orthodoxen Gotteshaus noch bis 1942 weitergebetet werden. In jenem Jahr, am 7. September, mussten die letzten Juden in Deportationszügen die Stadt verlassen; es war das unmenschliche Ende einer Jahrhunderte alten jüdische Geschichte, die mit dem Bau der ersten Synagoge im Jahre 1398 begonnen hatte. Sie stand in der Judengasse in der Altstadt.

Während des Zweiten Weltkriegs war Kassel ein Zentrum der Rüstungsindustrie und damit wichtiges Ziel für die alliierten Luftangriffe. Die größten der insgesamt 21 Standorte waren die Fieseler-Werke, das Henschel - Flugmotorenwerk Altenbauna und das 1940 errichtete Zweigwerk der Firma Junkers in Bettenhausen.

Ab Mitte 1942 wurden in Kassel die von Henschel und Porsche entwickelten schweren Kampfpanzer Tiger I und Tiger II gebaut. Damit gehörte Henschel zu den drei größten Panzerherstellern des Reichs. Der wichtigste Zulieferer war die als Waggonfabrik gegründete Kasseler Firma Wegmann, die die Türme für den "Tiger" herstellte. Allein bei Henschel wurden 1942 in der Rüstungsproduktion über 6000 Zwangsarbeiter eingesetzt.

Am 22. Oktober 1943 wurde die Altstadt von Kassel bei einem Luftangriff nahezu zerstört (vgl. dazu auch: HNA zur Bombennacht von 1943). „Insgesamt registrierten die Behörden 5830 Tote, 11.600 Verwundete und 150.000 Obdachlose – das waren ¾ der Bevölkerung“ schreibt Jörg Adrian Huber in Kapitel 15 „Kassel im Zweiten Weltkrieg" seiner Kasseler Stadtgeschichte. [1]

Am 4. April 1945 kapitulierten die in Kassel befindlichen Einheiten der Wehrmacht, als Truppen der US-Armee von Süden her kommend in die Frankfurter Straße einmarschierten und bis zum 5. April auch Bettenhausen als letzten Stadtteil eroberten. Und die Tätigkeit des damaligen Kasseler Oberbürgermeisters endete mit dessen Verhaftung am 6. April 1945 durch die in Kassel einmarschierenden US-Truppen.

Video: Bombennacht '43: In den Trümmern las er: Die Familie ist tot

Video: Bombennacht 1943: Bilder des zerstörten Kassels


Weitere Informationen zur Stadtgeschichte

Zur Geschichte Kassels in den Jahren von 1900 bis 1999 schrieb die HNA eine Serie: "100 Jahre Kassel".


zur Stadtgeschichte siehe auch:

Hymnen auf Kassel

Jubiläumsjahr 2013

Ihr 1100-jähriges Jubiläum feierte die Stadt im September 2013 mit dem "Stadtjubiläum Kassel 1100" als Fest der Bürger für die Bürger. Höhepunkt war der wohl größte Festzug in der Geschichte der Stadt mit annähernd 6000 Teilnehmern am Sonntag, dem 15.9.2013.

Weiterhin fand der 53. Hessentag vom 14. bis 23. Juni 2013 in Kassel statt.

Kasseläner Kommunikation

Kasseläner gelten zuweilen als mürrisch und inkommunikativ. Bestimmte Verhaltensregeln erleichtern jedenfalls den Umgang mit ihnen. Gespräche beginnen oft mit: "Unn, wie iss?" und mit der Antwort: "Muss schonn" wobei dem Gespräch ein pessimistischer Grundton zugrunde liegt, auch "mähren" genannt - oder wie es ein Kasseläner ausdrücken würde: "Als hoste was ze mähren!".

Vorsichtshalber gibt es im Regiowiki neben den Lexikon-Artikeln ein Mundartwörterbuch Kasselänisch.

Kirchen und Religionsgemeinschaften

Altkatholische Kirche

Evangelische Kirchengemeinden

siehe auch:

Katholische Kirchengemeinden

Islam

Im Jahr 2008 legte Oberbürgermeister Bertram Hilgen den Grundstein für eine Moschee für etwa 300 Gläubige in der Mattenbergsiedlung. | Link

Über das gesamte Stadtgebiet verteilt gibt es verschiedene islamische Gemeinden und Glaubenshäuser.

Judentum

Kultur

Kassel aus der Luft (Blickrichtung Nordwest)
(Foto: Thomas Meder)
Documentahalle
Das Staatstheater in Kassel
Neue Galerie
Foto: Museum Fridericianum Kassel
(Foto: Günther Pöpperl)

Kassel verfügt über ein Staatstheater, diverse Kunstsammlungen und Museen (unter anderem das Deutsche Tapetenmuseum und das Brüder Grimm-Museum); im Hauptbahnhof ist seit dem Jahre 1995 auch das Zentrum für Film, Medien und Kunst ansässig (siehe: Kulturbahnhof).

Alle fünf Jahre findet im Sommer die Kunstausstellung documenta (zuletzt 2007) statt.

siehe dazu auch:

Bühnen und Theater

siehe auch: > Übersicht über Theater und Varieté in Kassel und Umgebung

Feste, Musik, Veranstaltungen

Kasseler Kultursalon

Museen und Galerien

Die Ursprünge der Kasseler Sammlungen reichen bis an das Ende des Mittelalters zurück. Bereits Ende des 16. Jahrhunderts wurde im Obergeschoss des Marstalls eine eigene Kunstkammer eingerichtet. und Landgraf Karl, der von 1677 bis 1730 regierte, setzte nach außen ein Zeichen. Er ließ 1696 das 1604/05 als Theater errichtete Ottoneum zum Kunsthaus umbauen. Es war das erste (nicht öffentliche) Museum in Kassel, in dem die Kunstkammer, naturwissenschaftliche Sammlungen und Gemälde Platz fanden.

Die Stadt Kassel verfügt heute über eine große Anzahl von bedeutenden Museen und Galerien, wovon hier nur einige erwähnt werden können (siehe auch Sammlungen und Museen):

Das Fridericianum am heutigen Friedrichsplatz gilt als der erste öffentliche Museumsbau auf dem europäischen Kontinent.

Seit 1976 hat das Deutsche Tapetenmuseum sein Domizil im Hessischen Landesmuseum am Brüder-Grimm-Platz 5. Sein heutiger Bestand umfasst etwa 18000 Ausstellungsstücke.

Einmalig in Deutschland ist das Museum für Sepulkralkultur, das neben einer Dauerausstellung von Grabmälern, Grabartikeln, Informationen zu Sterbe- und Begräbnisriten, über Tod und Sterben und damit auch über das Leben immer wieder Sonderausstellungen zu diesen Themen bietet.

Im barocken Palais Bellevue an der Schönen Aussicht, oberhalb der Karlsaue gelegen, ist das Brüder-Grimm-Museum zu Hause, das Einblicke in Leben und Werk der Brüder Grimm bietet. Ein Ort, an dem sich Touristen, aber auch Germanisten aus aller Welt einfinden, die sich vor allem für die Grimm’schen Märchen interessieren.

Museen in Kassel

Antikensammlung | Astronomisch-Physikalisches Kabinett | Ausstellung Stadtmuseum Kassel | Brüder-Grimm-Museum | Fridericianum | Gemäldegalerie in Kassel-Wilhelmshöhe | Henschel-Museum | Hessisches Landesmuseum | Stadtmuseum | Landesbibliothek | Marmorbad | Naturkundemuseum | Museum für Sepulkralkultur | Neue Galerie | Neue Mühle | Ottoneum | Stadtarchiv | Technik-Museum Kassel | Torwache | Zwehrenturm


Documenta-Stadt Kassel

siehe dazu auch: Documenta

documenta-Arbeiten im Kasseler Außenraum:
aus der gleichnamigen Broschüre zur Ausstellung "50 Jahre documenta"

Seit 1977 sind einige Außenskulpturen der documenta für den dauerhaften Verbleib angekauft worden oder als Geschenke in der Stadt verblieben.

  • 1) Jonathan Borofsky: Man walking to the sky, 1992

(Himmelsstürmer) lackierter Stahl, Fiberglas, Aluminium, Höhe ca. 25 m, documenta 9 (1992), Vorplatz Kulturbahnhof (ursprünglich Friedrichsplatz)

  • (2) Thomas Schütte: Die Fremden, 1992

Die Fremden, Keramik glasiert, documenta 9 (1992), Portal ehemaliges Rotes Palais (heute Kaufhaus Sinn Leffers), Friedrichsplatz

  • (3) Walter de Maria: Der vertikale Erdkilometer, 1977

Der vertikale Erdkilometer, Messing, Länge 1 km, Durchmesser 5 cm, Einfassung: Sandstein 200 x 200 cm, documenta 6 (1977), Friedrichsplatz

  • (4) Joseph Beuys: 7000 Eichen - Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung, 1982-1987

7000 Eichen: 3826 Eichen, 1086 Eschen, 651 Linden, 549 Platanen, 391 Ahorne, 216 Rot-Apfeldorne, 163 Robinien, 91 Kastanien, 7 Ulmen, 6 Mehlbeeren, 6 Japanische Schnurbäume, 7 Hainbuchen, 2 Walnussbäume, 1 Ginko, 1 Lederhülsenbaum, 1 Tulpenbaum und je eine Basaltstele documenta 7 (1982) - documenta 8 (1987), Stadtgebiet Kassel

  • (5) Horst H. Baumann: Laser-Environment, 1977

Laser-Environment: (seit 2000: Laser Scape 2000), Laserstrahlen, Reflektoren, documenta 6 (1977) - Zwehrenturm, Herkules, Orangerie, Vesta/Karlswiese, Karlsaue

  • (6) Max Neuhaus: Three to one, 1992

Klanginstallation, documenta 9 (1992), Treppenhaus des AOK-Gebäudes, Schöne Aussicht

Himmelsstürmer am Kulturbahnhof
(Foto: Rosmarie Stiehl)
  • (7) Ulrich Rückriem: Ein Granitblock in drei Teile gespalten, der mittlere Teil in vier Teile geschnitten.

Granitblock: Alle Teile zur ursprünglichen Blockform zusammengefügt, der untere Teil als Fundament in die Erde eingelassen, 1982; Südafrikanischer Granit, 330 x 198 x100 cm, documenta 7 (1982) Neue Galerie, Schöne Aussicht, Freigelände

  • (8) Per Kirkeby: Raumskulptur, 1992

Raumskulptur: Ziegelmauerwerk, 875 x 1074 x 399 cm, documenta 9 (1992), An der Karlsaue, östlich der documenta-Halle

  • (9) Haus-Rucker-Co: Rahmenbau, 1977

Rahmenbau: Stahl, Stahlgitter, 14 x 16,5 x 31 m, documenta 6 (1977), Gustav-Mahler-Treppe, Auehang

  • (10) Claes Oldenburg: Spitzhacke, 1982

Spitzhacke, Stahl, Höhe 12 m, documenta 7 (1982), Fuldaufer, Nähe Drahtbrücke

  • (11) Anatol: Das Traumschiff Tante Olga, 1977

Traumschiff, documenta 6 (1977), Polyester, Höhe ca. 3 m, Heinrich-Schütz-Schule, Freiherr-vom-Stein-Straße, Freigelände

  • (12) Jimmie Durham: "This Stone is from the Mountain / This Stone is from the Red Palace",

documenta 9 (1992), Sandstein, 2 Teile, Karlsaue, Gustav-Mahler Treppe

  • (13) Erich Hauser: Stahlskulptur, 1977

Stahlskulptur, documenta 6 (1977), Friedrichsplatz, Anfang der Gustav-Mahler Treppe

Kino

siehe dazu:

Literatur

Medien

Fridericianum - Documenta 2007(Foto: Günther Pöpperl)

Die Hessische/Niedersächsische Allgemeine ist die einzige in Kassel erscheinende Tageszeitung. Sie stellt auch die Plattform für dieses im Januar 2004 gestartete Wiki. Sie entstand in den 1970er Jahren durch die Fusion mehrerer Kasseler Zeitungen und bedient auch das weitere Umland, genauer gesagt die Kreise Waldeck-Frankenberg, Schwalm-Eder-Kreis, Werra-Meißner-Kreis sowie Hersfeld-Rotenburg. In Südniedersachsen unterhält die HNA Redaktionen in Göttingen, Hann. Münden, Northeim und im Solling (Uslar). Seit dem Verkauf im Jahr 2002 an die Gruppe des Münchner Verlegers Dirk Ippen wird der Lokalberichterstattung wesentlich mehr Platz eingeräumt als zuvor. Insbesondere im Ressort Politik bedient sich die HNA weniger bei Agenturen, sondern setzt verstärkt auf eigene Hintergrundartikel.

Zwei Mal in der Woche wird das Anzeigenblatt Extra-Tip an alle Kasseler Haushalte verteilt. Er finanziert sich durch Anzeigen und verfügt über einen kleinen, stark umstrittenen redaktionellen Teil.

Zwehrener Turm

Medizinische Versorgung

Museen

Museen in Kassel


Nachbargemeinden

Landgraf Friedrich II.

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Kassel und gehören zum Landkreis Kassel:

Ahnatal, Vellmar, Fuldatal, Niestetal, Kaufungen, Lohfelden, Fuldabrück, Baunatal, Schauenburg, Habichtswald, Guxhagen. Davon wachsen Vellmar und Fuldatal im Norden, Kaufungen im Osten, Lohfelden im Südosten und Baunatal im Süden immer näher an das Stadtgebiet heran.

Persönlichkeiten

siehe dazu:

siehe auch:

Politik

Oberbürgermeister und Magistrat

Bertram Hilgen (SPD)
Oberbürgermeister von Kassel

Oberbürgermeister der Stadt Kassel ist Bertram Hilgen, SPD.

Er hat den Vorsitz im Magistrat, der Verwaltungsbehörde der Stadt. Der Kasseler Magistrat setzt sich zurzeit aus fünf hauptamtlichen und 13 ehrenamtlichen Magistratsmitgliedern zusammen, die die Bezeichnung Stadträtin bzw. Stadtrat führen.

Außer dem Oberbürgermeister werden alle Mitglieder des Magistrats von der Stadtverordnetenversammlung gewählt.

Stadtverordnetenversammlung

Die Stadtverordnetenversammlung ist das oberste Organ der Stadt und besteht in Kassel aus 71 Stadtverordneten.

Bei der Kommunalwahl am 27. März 2011 wurden die Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung und der 23 Ortsbeiräte für die Stadt Kassel für die Wahlzeit vom 1. April 2011 bis 31. März 2016 gewählt.

Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung

Wahlergebnisse vom 27.03.2011 in Kassel. - Quelle: HNA vom 29.03.2011

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 hatte in Kassel folgendes Ergebnis:

SPD: 26 Sitze | CDU: 17 Sitze | Grüne: 18 Sitze | Kasseler Linke: 5 Sitze | FDP: 2 Sitze | FWG 1 Sitz] | Piraten 2 Sitze

siehe auch:


Wahlkreise

Bundestag Europaparlament Landtag
MdB Mechthild Dyckmanns MdEP Martin Häusling MdL Dr. Andreas Jürgens
MdB Ulrike Gottschalck MdEP Barbara Weiler MdL Eva Kühne-Hörmann
MdL Uwe Frankenberger
MdL Wolfgang Decker


Sehenswertes

... oder: "Kassel für Anfänger":

Baudenkmale und Parks

Löwenburg im Nebel

Kirchen und Friedhöfe

Brüderkirche und Renthof in Kassel

Kultureinrichtungen und öffentliche Institutionen

Straßen und Plätze

Brüder-Grimm-Platz

siehe dazu auch:

Sehenswürdigkeiten in der Umgebung

siehe auch

Das Landespolizeiorchester Hessen beim Hessentag 2013
Foto: Günther Pöpperl

Soziales

Spezialitäten und Brauchtum

Kasseler Schmeckewöhlerchen:

Merke: Die Einwohner der Stadt unterscheiden zwischen Kasselern, Kasselanern und Kasselänern.

siehe dazu auch:

Volksfeste:

Sport

Fans des KSV Hessen Kassel auf der Tribüne im Auestadion.
(Foto: J. Herzog)

siehe dazu auch:

Stadtrundfahrt

Straßennamen

siehe dazu auch:

Universität Kassel

Blick auf Kassel mit Universität und Martinskirche
(Foto: Günther Pöpperl)

Die Universität Kassel feierte am 15. Februar 2002 ihren ersten Universitäts-Tag. Entsprechend einem Senatsbeschluss änderte sie ihren Namen von Gesamthochschule Kassel (GhK) in "Universität Kassel".

Die Kasseler Uni hatte zahlreiche Vorläufer-Einrichtungen. Denn eine Universität stampft man nicht einfach aus dem Boden. Sie muss allmählich wachsen und Profil gewinnen. Als die Gesamthochschule Kassel (GhK) 1971 als eine von vielen Universitätsneugründungen in der Bundesrepublik ihren Betrieb aufnahm, wirkte sie wie ein Retortengeschöpf. Das schnell hingesetzte Aufbau- und Verfügungszentrum (AVZ) inmitten einer westdeutschen Plattenbaulandschaft verstärkte den Eindruck.

Doch dieses Gefühl täuschte. Denn wesentliche Einrichtungen wie die Ingenieurschulen in Kassel und Witzenhausen sowie die heutige Kunsthochschule wurden zwar umstrukturiert, setzen aber ihre zuvor begonnene Arbeit selbstverständlich fort.

Die älteste Einrichtung war die 1777 von Friedrich II. gegründete Kunstakademie, aus der die Kunsthochschule hervorgegangen ist. Friedrich II. war ein vom Geist der Aufklärung ergriffener Fürst, dem wir das Fridericianum als ein für die Öffentlichkeit erbautes Museum zu verdanken haben. Unter seiner Regentschaft kam 1778 der Weltumsegler und Naturforscher Georg Forster (1754-1794) als Professor an das 1709 gegründete „Collegium Carolinum“, das um 1767 nach dem Vorbild einer Universität umgestaltet worden war.

Damals begann für Kassel eine verheißungsvolle wissenschaftliche Entwicklung. Auch das spätere Schaffen von Wilhelm und Jacob Grimm (siehe auch Brüder Grimm) ist dazuzurechnen. Sie wirkten zwar vornehmlich als Bibliothekare im frühen 19. Jahrhundert in Kassel, doch sie legten dabei die Grundlagen für die Germanistik.

Eine weitere akademische Blüte verdankte Kassel der 1832 geschaffenen Höheren Gewerbeschule (polytechnische Lehranstalt), an der Naturforscher wie Friedrich Wöhler, Robert Wilhelm Bunsen, Burhenne und Philippi wirkten.

Andere wichtige Vorgängerinstitutionen der heutigen Kasseler Universität waren neben der Höheren Gewerbeschule (Polytechnikum) auch die Höhere Wirtschaftsfachschule oder die landwirtschaftliche Hochschule in Witzenhausen.

Im Jahre 1970 wurde dann die Universität Kassel zunächst unter Einbeziehung bereits bestehender Höherer Fachschulen und Fachhochschulen als Gesamthochschule Kassel (GhK) gegründet und nahm 1971 den Lehrbetrieb auf. Erst 2002 erfolgte die Umbenennung in Universität Kassel.

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Wirtschaft

Das VW-Werk Kassel / Baunatal
(Foto: Günther Pöpperl)
2008 - 50 Jahre VOLKSWAGEN - Werk
(Foto: Günther Pöpperl)
(Foto: Günther Pöpperl)
Entfernungen vom Kasseler Königsplatz
Quelle: Dr. med. Peter M. Raasch - Orthopädische - Praxis am Königslatz
Moskau 1881 km London 668 km New York 6192 km Tokyo 9218 km Madrid 1582 km Sydney 16404 km

Henschel

Zu den bekanntesten alteingesessenen Firmen in Kassel gehören die Firmen Wegmann und Henschel. Mehr als 150 Jahre war die sogenannte Henschelei, von Carl Anton Henschel gegründet, größter Arbeitgeber der Stadt.

Führend im Lokomotivbau erreichte das Unternehmen später auch mit Produkten im Lastwagen- und Panzerbau weltweiten Bekanntheitsgrad.

Das Familienunternehmen Henschel existiert seit 1957 nicht mehr. Das Unternehmen erfuhr im Laufe der letzten Jahrzehnte neben der Umwandlung der Unternehmensform verschiedenste Zusammenschlüsse, Übernahmen und Verkäufe unterschiedlicher Produktionsbereiche, wobei Industriestandorte zum Teil weitergeführt und zum Teil umgewidmet wurden. Aus dem Kasseler Traditions-Unternehmen Henschel ist unter anderem die heutige Gesellschaft ThyssenKrupp Transrapid GmbH hervorgegangen, ein Unternehmen mit weltweitem Ruf als führender Lokomotivhersteller Europas.

VOLKSWAGEN

In Zeiten einer kritischen Arbeitsmarktlage für die Region kam es am 1. November 1957 zur Ansiedlung eines Zweigwerkes der Volkswagen AG in Baunatal vor den Toren der Stadt Kassel. Hohe Arbeitslosenzahlen in Nordhessen und die schlechte wirtschaftliche Situation im Kasseler Raum, hatten zuvor zu Abwanderungen aus der Region geführt.

VW kaufte im Oktober 1957 ein Grundstück von 1,08 Millionen Quadratmetern von der Firma Henschel & Sohn GmbH, ein Gelände der ehemaligen Henschel-Flugmotoren-Werke.

Am 23. Juni 1958 beginnt mit der Aufbereitung von Zylinderköpfen, Vergasern, Kraftstoffpumpen und Kupplungen die Fertigung von Austausch-Teilen in den alten Henschel-Hallen.

Das VW-Werk Kassel in Baunatal ist heute das weltweite Kompetenzzentrum des VW-Konzerns in den Bereichen Getriebebau und Gießereitechnik.

Ebenso entstand hier ab 1991 das heutige Orginal Teile Center OTC des Werks – die größte Logistik-Anlage Europas.

Industriepark Kassel

SGS Direkt ist ein Geschäftsbereich der SGS Grundstückentwicklungs GmbH

Der Industriepark Kassel ist einer der größten Wirtschaftsstandorte zwischen Hannover und Frankfurt. Inzwischen arbeiten hier mehrere hundert Unternehmen mit etwa 9000 Beschäftigten.

Das inzwischen auf annähernd 300 Hektar gewachsene Areal ist bis auf wenige Restflächen fast vollständig ausgebucht.

Wohnungsbau

Wohnungsbaugenossenschaften

Wohnungsbaugesellschaften

Wussten Sie schon ...

  • ...dass das Kasseler Rippchen (auch: Rippenspeer) - zumindest sprachgeschichtlich gesehen - nicht aus der ehemaligen kurhessischen Hauptstadt kommt? Die saftigen Schweinerippchen haben ihren Namen offenbar vom hebräischen „kasser“ oder jiddischen „chaser“ = Schwein. Hiervon lässt sich der Begriff „Kaßler“ einleuchtender ableiten als von einem gewissen Berliner Schlächtermeister Cassel, der vor 1880 als erster die zarten Rippchenstücke gepökelt und geräuchert haben soll.
    Arndt Böttcher, Frankenberg

Aktuelles

... zum Blog

Einen Überblick über das Stadtgebiet bietet ein Panorama-Foto vom Turm der Lutherkirche:

>> Panorama-Foto: Blick vom Turm der Lutherkirche über Kassel

Weiterhin hat Michael Mehle aus Göttingen ein interaktives Kugelpanorama im Bereich Fridericianum/ Staatstheater erstellt:

>> Interaktives Kugelpanorama

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. Jörg Adrian Huber, Kasseler Stadtgeschichte, Petersberg 2012

Weblinks

Im Dezember 2010 gestaltete Wilhelm Schlote ein neues Stadtplakat für Kassel.






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