Kaskade-Kino

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Bis in das frühe zwanzigste Jahrhundert reichen die Anfänge der Kasseler Kinogeschichte.

Eines der berühmtesten Filmtheater in Kassel war das Kaskade-Kino. 1952 am Königsplatz gebaut, wurde das Kino schnell wegen seiner beleuchteten und mit Musik unterlegten Wasserspiele, die vor jeder Vorstellung gezeigt wurden, im ganzen Land bekannt.

Im Jahr 1952 wurden die ersten Pfeiler zum Bau des Kaskade-Kinos am Königsplatz gesetzt.

Im Jahr 2000 kam dann - nach dem Bau zweier Multiplex-Kinos - das Aus. Heute kann man noch durch eine Glastür vom benachbarten Café No. 1 einen Blick in das alte Kaskade-Kino werfen.


Video: Das alte Kaskade-Kino in Kassel

In den 50ern kamen die Stars

Die Helden der Kinoleinwand waren bei den Premieren hautnah zu erleben

von Wilhelm Ditzel

Kassel. Heinz Rühmann, Hildegard Knef, Heinz Erhardt, Hans Moser, Theo Lingen, Maximilian Schell, Alice und Ellen Kessler, Joachim Fuchsberger, Christine Kaufmann oder Johannes Heesters. Zwischen 1953 und 1960 konnte die Kasseler Bevölkerung die Stars von der Kino-Leinwand regelmäßig hautnah erleben. Denn zahlreiche Kinopremieren wurden damals in der Stadt gefeiert. Die Stars kamen am Hauptbahnhof an und wurden nicht selten von über tausend Fans auf ihrem Weg zu den angesagten Lichtspielhäusern - so nannte man die Kinos seinerzeit - begleitet.

So wurde zum Beispiel im Februar 1956 der Film "Ein Herz schlägt für Erika" in Anwesenheit von Grethe Weiser im Capitol in der Wilhelmsstraße uraufgeführt. Die Stars stiegen im Parkhotel Hessenland (heute: Mercure) ab.

Alice und Ellen Kessler luden 1957 zur Premiere ihres Films "Vier Mädels aus der Wachau" Kasseler Zwillingspärchen in die Kaskade ein. Johannes Heesters und Marianne Schönauer kamen im September des Jahres zur Premiere von "Bel ami" ebenfalls ins Kino mit den Wasserspielen.

Zur Premiere von "Immer die Radfahrer" besuchten Corny Collins und Heinz Erhardt im Oktober 1958 das "Gloria". Für den unvergesslichen Heinz Erhardt war das nicht der letzte Aufenthalt in Kassel. 1959 drehte er hier eine Verfolgungsjagd für die Komödie "Natürlich die Autofahrer", 1960 war er "Der letzte Fußgänger" am Altmarkt. Viele Jahre zuvor wurde ein angehender Superstar indes kaum in Kassel beachtet: Die damals 18-jährige Maria Magdalena von Losch gab 1922 im Bergpark Wilhelmshöhe ihr Leinwanddebüt in dem Film "So sind die Männer". Hätten die Kasseler, Kasseläner und Kasselaner gewusst, dass Maria Magdalena nur wenige Jahre später unter dem Künstlernamen Marlene Dietrich Weltkarriere machen würde!

(aus: HNA-online vom 09.04.2008)

Ergänzend möchte ich mitteilen, dass ich eine Hilfsaktion bezüglich der Reinigung des Kaskade-Kinos mithilfe der HNA ins Leben gerufen habe. Mittlerweile haben sich schon 25 Personen bei mir gemeldet die mithelfen wollen. Außerdem habe ich zwei professionelle Reinigungsfirmen gefunden, die auch mithelfen. Eine weitere Idee ist, eine symbolische Vergabe einer Patenschaft zwecks Übernahme der Reinigung der einzelnen Kinosessel durchzuführen: Pro gespendeter 5,-- Euro bekommt der Spender eine Patenschaftsurkunde mit dem Hinweis auf die Stuhlnummer und die Sitzreihe. Dies geschieht nur symbolisch und hat keinerlei Rechtsanspruch. Bisher habe ich an viele Banken in Kassel und auch an die Mieter des Hauses Königsplatz 53 diesen Bittbrief geschickt. 350 Euro Geldspende von der EON und 100 Euro Geldspende von Privatpersonen sind bereits eingegangen sowie Naturalspenden für Wasser und Strom durch die Städtischen Werke zugesagt. Ich warte nur noch auf besseres Wetter, dann kan's losgehen. Wer von Ihnen, liebe Leser sich durch eine kleine Spende beteiligen möchte, kann dies tun. Hier die Nummer des Treuhandkontos, welches ich eingerichtet habe. Postbank Frankfurt - Nr. 11 41 13 606 - BLZ 500 100 60 - Werner Baus. Sollte nach der Reinigungsaktion Geld übrig bleiben, so geht dies an die Aktion Advent der HNA. Ich glaube, dass diese Reinigungsaktion ein erster Schritt ist, um dieses wunderbare, historische Kino auch weiterhin vorerst zu erhalten bzw. zu konservieren. Zwei Großereignisse stehen ja bevor, d.h., in 2012 haben wir die documenta und ein Jahr später die 1100-Jahrfeier der Stadt Kassel. Dies sollte Ansporn genug sein, das Kino in welcher Form auch immer zumindest für eine gewisse Zeit der Öffentlichkeit wieder zugängig zu machen. Für kulturelle Zwecke sicherlich ein geeigneter Raum. Es müssen ja nicht gleich alle 800 Plätze benutzt werden. Im Parkett, so könnte ich mir vorstellen, würden vielleicht 200-300 Sitzplätze ausreichen. Vielleicht könnte man das „Kasseler Kanapee“ wieder ins Leben zurückrufen, oder Vorlesungen, Liederabende oder was auch immer - natürlich auch mal eine Filmvorführung darin durchführen. Ich appelliere an unseren Oberbürgermeister Hilgen, die Gewerbeaufsicht, das Ordnungsdamt, den Brandschutz, die Untere Denkmalschutzbehoerde: Bitte helfen Sie mit, dieses Kino aus 1952 wieder mit Leben zu erfüllen. Kassel ist die Stadt der Künste und Kongresse, Kassel ist eine Stadt der 50er Jahre.

Ich habe mittlerweile einen 2-Stunden-Film über 100 Jahre Kinos in Kassel zusammengestellt. Er wurde erstmals am 3. Advent 2009 im Capitol vorgeführt. Knapp 300 Zuschauer waren da und der Geschäftsführer, Herr Schaefer spendete die kompletten Einnahmen i.H.v. 1500 Euro der Aktion Advent der HNA. Durch den Verkauf meines DVD-Filmes konnte auch ich 500 Euro beisteuern. Sicherlich eine gelungene Aktion!

Für weitere Auskünfte zum Thema „Kasseler Kinos“ stehe ich gerne unter 05602-918833 zur Verfügung. Werner Baus, 34298 Helsa

Chronik

Der Sammler Werner Baus arbeitet an einer kompletten Chronik der Kasseler Kinos. Wer zu diesem Thema etwas erzählen kann oder alte Dokumente hat, kann sich unter der Nummer 0 56 02/91 88 33 an ihn wenden.

siehe auch

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