Karlshospital

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Landgraf Karl ließ das Karlshospital in den Jahren 1720/1721 als Erziehungs- und Besserungsanstalt in Kassel errichten. Nach einem Brand des Dachstuhls im Jahr 1889 wurde das Gebäude verändert wiederhergestellt. In der jüngsten Zeit ließen sich gastronomische Betriebe im Gebäude nieder.

Geschichte

Im Laufe der Jahrzehnte - bis zur Zerstörung im Jahr 1943 - diente das Gebäude an der Fulda dann wechselnden Nutzungen, als Gefängnis, Zuchthaus aber auch als Hospital. Ein echtes Zuchthaus für Schwerverbrecher war das Karlshospital allerdings nicht. "Kinder, Verschwender und Müßiggänger" sollten beispielsweise in der Einrichtung zur Arbeit angehalten werden und sich dort in ihrem Benehmen bessern. Auch war das Karlshospital eine Besserungsanstalt für Jugendliche, die zu Gottesdienstzeiten sowie an Sonn- und Feiertagen beim Alkoholkonsum oder Glücksspiel erwischt wurden. Auch Prostituierte und Paare, die sich außerhalb des Landes trauen ließen wurden ins Karlshospital gebracht. Das Erdgeschoss war für männliche, das Obergeschoss für weibliche Gefangene vorgesehen.

Zufluchtsstätte

Nach dem Ersten Weltkrieg entstand eine Zufluchtsstätte für Bedürftige. Arbeitslose standen auch während der Weltwirtschaftskrise in langen Reihen an, um sich eine warme Suppe zu holen. Hier gab es Suppe für zehn bis zwanzig Pfennig. Das Geld für die Mahlzeiten kam aus Spenden sowie aus Einnahmen einer Theatergruppe der Arbeitslosen. Täglich wurden dort zwischen 1000 und 2000 Essen ausgegeben.

Internierung

Während der Zeit des Zweiten Weltkriegs wurden dann im Karlshospital Regimegegner und andere missliebige Personen willkürlich interniert.

Ruine und Neubeginn

In den Folgejahren verkam das denkmalgeschützte Gebäude mehr und mehr zu einer Ruine. Gotthard Fels übernahm im Jahr 2008 die verblienene Ruine neben dem ehemaligen Polizeipräsidium - heute Finanzamt - an der Weserstraße mit der Planung zum Ausbau und zur Sanierung des denkmalgeschützten Barockbaus und der Eröffnung eines gastronomischen Betriebs. Er investierte 5,2 Millionen Euro in das Bauwerk.

siehe auch

Weblinks und Quellen