Karlshafener Museumspfad

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Start des Museumspfads: das Hugenottenmuseum

Der „Karlshafener Museumspfad“ führt zu zahlreichen Sehenswürdigkeiten der Stadt Bad Karlshafen.

Die Strecke durch die Stadt von etwa 1 ½ Stunden beginnt am Hugenottenmuseum und endet am Hugenottenturm.

Das Hugenottenmuseum ist im ehemaligen Gebäude der Baurmeisterschen Tabak-, Zigarren- und Kautabakfabrik aus der Mitte des 19. Jahrhunderts untergebracht. Das im Jahre 1989 eröffnete Museum gibt Einblicke in das Leben der französischen Glaubensflüchtlinge, die ab dem Jahre 1701 in die neugegründete Stadt Karlshafen zogen.

Benachbart ist das ehemalige Baurmeistersche Wohnhaus, am Hafenplatz 7. Das Gebäude stammt aus dem Jahre 1768 und wurde von 1817 bis 1833 als Posthalterei der Thurn- und Taxisschen Post genutzt.

Ziel des Spaziergangs ist der Hugenottenturm, der sich oberhalb von Bad Karlshafen, auf einem steilen Berghang befindet und im Jahre 1913 im Auftrag des Kaufmanns Johann Joseph Davin aus Bremen errichtet wurde, dessen hugenottische Vorfahren in der Stadt Aufnahme fanden.

Sehenswürdigkeiten am Museumspfad

Hafen und Karlskanal

Am Landgraf Karl - Kanal

In unmittelbarer Nähe des Hugenottenmuseums liegt der ehemalige Hafen. Etwa ab 1713 verfolgte Landgraf Carl den Plan, die Stadt an der Weser über den Landgraf-Carl-Kanal mit der Fulda im Süden zu verbinden, offenbar um das Mündener Zollrecht zu umgehen.

Nachdem zunächst damit begonnen wurde, die Diemel schiffbar zu machen, wurde mit den eigentlichen Kanalbauarbeiten erst 1720 begonnen, wobei auch Soldaten zu den friedlichen Arbeiten herangezogen wurden.

Von Karlshafen führte der Kanal bereits bis zum heutigen Hofgeismarer Stadtteil Hümme und der Landgraf soll im Jahre 1717 stolz festgestellt haben, er sei bereits bis nach Stammen "geschiffet".

Die Pläne des Landgrafen erwiesen sich aber als wenig erfolgreich, so dass nach seinem Tod im Jahre 1730 der weitere Kanalausbau aufgegeben wurde. Ein von zwei Pferden gezogenes kleines Marktschiff, so heißt es, brauchte von Karlshafen bis Trendelburg im Jahre 1727 einen ganzen Tag, weil es immer wieder flottgemacht werden musste. Und in Hümme ist kaum eines dieser Schiffe jemals angekommen.

Eine Güterverbindung von Kassel nach Karlshafen auf dem Lande wurde gut ein Jahrhundert später mit einer Eisenbahnlinie, der Carlsbahn geschaffen, nachdem man zunächst - unter der Herrschaft des Landgrafen Friedrich II. - eine gut ausgebaute Straße für Transporte von Kassel über Karlshafen bis nach Bremen gebaut hatte, wodurch die Stadt einen deutlichen Aufschwung nahm.

Vom Hugenottenmuseum bis zum Hugenottenturm

Der Museumspfad beginnt mit dem Hugenottenmuseum;
weiterhin erreicht man auf einem etwa 1 ½ - stündigen Spaziergang

Hotel "Zum Schwan"
Rathaus der Stadt
  • vor dem Hugenottenmuseum das Denkmal zu Ehren des Stadtgründers Landgraf Carl, das zur 200-Jahr-Feier von Karlshafen im Jahre 1899 errichtet wurde;
  • die evangelische Stephanuskirche – im Jahre 1962 erbaut;
  • das Hotel „Zum Schwan" – ein ehemals zweigeschossiges landgräfliches Gästehaus aus dem Jahr 1780, das 1832 aufgestockt wurde;
  • das imposante Freihaus an der Ecke Conradi-/ Carlstraße - das Haus wurde 1723 erbaut, es war Wohnhaus von Georg Spiegel von Pekkelsheim und Anna Sophia von Stockhausen zu Wülmersen, später - ab 1772 - dann im Besitz der neugegründeten „Carlshafener Handlungs-Compagnie";
  • das vierflügelige Invalidenhaus (gegenüber dem Freihaus) - es wurde nach den Plänen des Karlshafener Stadtplaner Friedrich Conradi gebaut (der nach seinem Tode im Jahre 1750 in der Kapelle des Hauses auch seine letzte Ruhe fand) und diente als Altersheim für kriegsinvalide Soldaten des hessischen Heeres;
  • das ehemalige landgräfliche Zollhaus – ein Haus aus dem Jahre 1768 mit sieben Achsen zur Invalidenstraße und fünf Achsen zum Hafenplatz hin;
  • das Rathaus der Stadt mit dem Landgrafensaal im ersten Stock und einer Spiegelstuckdecke nach den Entwürfen des Italieners Andrea Gallasini, das in den Jahren 1715-1718 errichtet wurde - das Gebäude diente verschiedenen Zwecken, z. B. als Pack- und Lagerhaus, es beherbergte aber auch vorübergehend das Amtsgericht und wird seit 1920 von der Stadt- und Kurverwaltung genutzt;
  • der Gasthof „Zum Landgraf Carl" – das erste Gebäude, dass 1699/ 1700 an der Weserstraße und am Hafenplatz auf einem trockengelegten Sumpfgelände der Weserniederung erbaut wurde.
  • Von hier führt der Museumspfad weiter zum Ziel des Spaziergangs, dem Hugenottenturm oberhalb von Bad Karlshafen.

Der vollständige Weg ist unter dem Titel Vom Hugenottenmuseum zum Hugenottenturm auf der Homepage des Hugenottenmuseums dargestellt.

siehe auch

Invalidenhaus

Weblinks