Karlsaue

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Karlsaue
Orangerie im Winter Foto: Günther Pöpperl

Die 125 Hektar große Karlsaue, von Ortsansässigen schlicht als "Aue" bezeichnet, befindet sich im Gebiet des Kasseler Stadtteils Südstadt. Regelmäßig wird sie auch auch Ausstellungsort der documenta genutzt.

"Die Aue" ist eine ursprünglich barocke, innerstädtische Parkanlage in der Fuldaaue am westlichen Ufer der Fulda und reicht bis an die Innenstadt von Kassel, Staatstheater und Friedrichsplatz sowie Schöne Aussicht mit den Justizgebäuden heran.

Die Parkanlage

Die Parkanlage, die auf dem flachen Gelände einer ehemaligen Fuldainsel zwischen der "kleinen Fulda" und der Fulda angelegt wurde, beinhaltet künstlich angelegte Gewässer, wie Teiche, Seen und Gräben, die die barocke Grundkonzeption der Anlage heute noch veranschaulichen.

Den östlichen Abschluß der Karlsaue bildet die Orangerie mit den Seitengebäuden Küchenpavillon und Marmorbad, von der aus die Mittelachse über die Karlswiese zum Aueteich mit Schwaneninsel und klassizistischem Tempelchen bis über die Blumeninsel Siebenbergen führt. Diese wartet im Sommer mit reichhaltiger Blumenpracht auf.

Küchengraben und Hirschgraben sind "stehende Gewässer" und enden vor der Karlswiese, die sich bis zur Terrasse der Orangerie hin ausdehnt. Die beiden "Gräben" sind in einem sich verengenden Winkel von Südwesten auf die Orangerie hin ausgerichtet. Auf chaussierten Wegen kann man die Aue durchwandern.

Geschichte der Karlsaue

Die noch nicht wiederhergestellte Orangerie Anfang der 1960er Jahre (Postkarte).

Die Karlsaue wurde 1586 als geometrisch geformter Lustgarten auf der Insel zwischen der Fulda und kleiner Fulda angelegt, mit Kräutern und exotischen Pflanzen.

Nachdem die Voraue bereits seit 1568 als Parkanlage mit Schloss ausgestaltet worden war ließ Landgraf Karl (1654 bis 1730) 1680 das Parkareal nochmals nach Plänen der Gartenarchitekten Johann A. Wunsdorf und Marcus Schlichting zur Karlsaue, einem Barockgarten ausbauen und die Orangerie mit ihren Nebengebäuden Küchenpavillon und Marmorbad errichten.

Die Hauptachse der Anlage ging durch den damals offenen Tordurchgang des Mittelbaus der Orangerie hindurch und verband die Voraue mit dem Park.

Von der Orangerie gingen ursprünglich fünf Wegachsen strahlenförmig aus. Die zwei äußeren Wege verlaufen entlang der achsenbildenden Kanäle Küchengraben und Hirschgraben, wovon der Küchengraben hinter dem Aueteich in ein, Wasserbecken mündet, das die Blumeninsel Siebenbergen umgibt.

Hofgartendirektor Wilhelm Hentze gestaltete in den Jahren 1793 bis 1864 die Parkanlage entsprechend den Prinzipien des Englischen Landschaftsgartens um, das barocke Achsensystem wurde jedoch beibehalten.

Zahlreiche Bomben trafen die Karlsaue im Zweiten Weltkrieg. Auch die Orangerie wurde weitgehend zerstört. Danach deponierte man im Bereich vor der Schönen Aussicht eine Million Kubikmeter Trümmerschutt aus der Stadt.

1955 fand in der Karlsaue eine Bundesgartenschau statt. Prof. Hermann Mattern konzipierte diese und ließ an der oberen Auekante zur Schönen Aussicht hin die Gartenterrassen mit dem Rosenhang anlegen. Damit schuf er eine gelungene Verbindung von Stadt und Park.

Fernwärmeleitungen durch die Karlsaue

1981 war die Karlsaue zum zweiten Mal Ort für die Bundesgartenschau in Kassel. Diesmal war die Ausstellung jedoch so groß, dass der Platz in der Karlsaue nicht ausreichte und das Gelände der Kiesgruben auf der rechten Seite der Fulda ebenfalls für die Bundesgartenschau genutzt und umgestaltet wurde.

Zur Bundesgartenschau 1981 erfolgte auch der Wiederaufbau der Orangerie. Während das Innere vollkommen neu ausgebaut wurde, bemühte man sich, das Äußere originalgetreu wiederherzustellen, was mit Ausnahme einiger Fehler an der Südseite auch gelang. Der Karlsaue wurde damit ihr Herzstück wieder zurückzugeben.

2011 wurden mitten durch die Karlsaue Rohre für eine Fernwärmeleitung verlegt, die das neue Schwimmbad am Auedamm sowie das benachbarte Gewächshaus versorgen soll. Die Leitung ist ein Kilometer lang und führt unter dem Küchen- sowie dem Hirschgraben hindurch. [1]


Orangerie

Orangerie mit Marmorbad und Küchenpavillon.jpg


Die Orangerie ist der zentrale Punkt der Karlsaue. Der Bau ist heute Sitz des Astronomisch-Physikalisches Kabinetts.

Sie bildet den nordöstlichen, räumlichen Querabschluss der Karlsaue, die - von ihrer Anlage her - auf die Orangerie hin ausgerichtet ist. Damit bereichert sie die gesamte Parkanlage zu einer einmaligen Komposition von Bau- und Gartenkunst.

Im Oktober 2014 sucht der Kampfmittelräumdienst in der Karlsaue nach Bomben und Munition aus dem Zweiten Weltkrieg. Den Auftrag hierfür hat die Museumslandschaft Hessen Kassel gegeben, die Arbeiten sollen bis etwa 20. Dezember andauern.

Planetenwanderweg

In der Karlsaue findet der aufmerksame Beobachter an verschiedenen Stellen die Metalltafeln des Planetenwanderweges des Museums für Astronomie und Technikgeschichte. Hier werden maßstabsgetreu im Maßstab 1:495 Millionen die Abstände und Größen der Planeten zur Sonne veranschaulicht und stichwortartig astronomische und astrologische Sachverhalte aufgeführt. Das Museum befindet sich in der Orangerie.

Boccia-Spieler vor der Orangerie in der Karlsaue Kassel
Foto: Günther Pöpperl

In jüngster Zeit hat es sich einebürgert, kleine Opfergaben zu ehren der Planetengötter an den Tafeln darzubringen. Kerzen, Blumen oder andere, den Planetengöttern zugeordnete Gaben wurden bereits gesichtet. Grundsätzlich empfiehlt es sich den Planetengöttern an den ihnen zugeordneten Tagen zu opfern, jedoch ist auch jeder andere Tag ein guter Tag.

Weitere Darstellungen dieser Art finden Aufmerksame und Interessierte in Kassel auch noch weit von der Karlsaue entfernt bzw. in dem "Astronomischen Zentrum Sonne" in der Orangerie diese interessanten Objekte dann mit entsprechenden metallenen Hinweistafeln. So auch in Kassels Südwesten Oberzwehren an einem Gehweg neben einem Kinderbetreuungszentrum unweit einer Schule, den Planeten Uranus, der hier faustgroß dargestellt und mit seiner maßstabsgerechten Entfernung zur Sonne abgebildet wurde. Diese Darstellung projeziert, dass die "Sonne in der Orangerie" wäre, bzw. die Sonnenoberfläche. Der Uranus ist ca. 3 Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt. Zum Vergleich die Erde 150 Millionen Kilometer, also wäre die Erde hierbei zwar nicht auf der Terasse der Orangerie, aber doch noch knapp auf der Karlswiese. Der Jupiter befindet sich auf dem Tempel der Schwaneninsel.

Siebenbergen

Die Blumeninsel Siebenbergen ist ein kleiner Botanischer Garten. Sie ist der einzige Teil der Karlsaue, der Eintritt kostet.

Die Blumeninsel bildet den südlichen Abschluss der Karlsaue, während sich im nördlichen Teil die Orangerie mit Marmorbad und Küchenpavillon befinden.

siehe auch

Teich

Aueteich Bassin in der Karlsaue Kassel
Der Aueteich, auch "Großes Bassin" genannt, wurde 1722-1728 angelegt und befindet sich auf der Mittelachse der Kasseler Karlsaue, die von der Orangerie über Karlswiese und Aueteich bis zur Blumeninsel Siebenbergen führt.

Der Aueteich umgibt die Schwaneninsel, auf der sich ein klassizistisches Tempelchen befindet. Auf dem Dach des Tempelchens liegt als goldene Kugel der Planet Jupiter, Element des Planetenwanderweges in der Karlsaue.

Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurde im Winter das Bassin zum Schlittschuhlaufen (damals nur für Männer erlaubt) genutzt. Im Rahmen der Bundesgartenschau gab es am Aueteich eine beliebte Seebühne und zur documenta 1992 wählte der kanadische Künstler Rodney Graham den Aueteich als Standort für seine Installation.

ARTIKEL LESEN

Statuengruppen


Die Karlswiese wird durch einen Weg begrenzt. Am südlichen Ende gegenüber der Orangerie befinden sich am Wegesrand zwei Statuengruppen.

Dargestellt sind Figuren aus der Mythologie:

1 Pluto mit Römischer Gott der Totenwelt in der Erdtiefe
Proserpina Gemahlin des Gottes Pluto / Raub der Proserpina durch Pluto
2 Pomona Römische Göttin des Obstsegens, s. unten
3 Amazone Eine Frau des matriarchalisch organisierten Volkes
4 Liktor Ein römischer Diener/Leibwache
5 Vesta Römische Göttin und Hüterin des heiligen Feuers, Göttin von Heim und Herd, s. unten
6 Eirene Personifikation des Friedens
7 Hades Griechischer Gott der Totenwelt in der Erdtiefe
8 Flora Römische Göttin der Blumen und der Jugend
9 Vulkan Römischer Gott des Feuers, der Blitze und der Handwerker, die auf die Kraft des Feuers angewiesen sind (z.B.Schmied)
10 Caritas mit Die barmherzig Nächste Liebende
Romana Eine Römerin

Von Fuldaaue und Bugasee

Der Bugasee

Die Fuldaaue - gebräuchlicher: "Buga", nach der Bundesgartenschau - befindet sich der Karlsaue gegenüber am anderen Fuldaufer.

Sie wurde zur Bundesgartenschau im Jahre 1981 auf dem Gelände alter Kieswerke angelegt.

Die modern gestaltete Parkanlage, beinhaltet einen großen künstlich angelegten See, dessen nördlicher Teil als Naturschutzgebiet abgegrenzt ist.

In dem Naturschutzgebiet brüten viele seltene Vögel, wärend sich auf dem südwestlichen, größeren Teil der Anlage viele Bürger treffen um zu baden, grillen sowie Sport zu treiben.

Die Buga liegt im Stadtteil Waldau und ist eine städtische Anlage, während die Karlsaue ein Staatspark ist und vom Land Hessen unterhalten wird.

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. HNA vom 8.11.11: Fernwärmeleitung durch die Karlsaue

Weblinks