Karl Höner

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Karl Höner war der erste Landrat im Kreis Hofgeismar nach dem Zweiten Weltkrieg.

Leben und Werk

Karl Höner wurde am 28. November 1877 in Gadderbaum geboren und verstarb am 15.4.1969 in Hofgeismar.

Nach dem Einmarsch amerikanischer Soldaten am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde er zunächst als kommissarischer Landrat im Kreis Hofgeismar eingesetzt und 1946 vom Kreistag in seinem Amt bestätigt. Sein Nachfolger war ab 1948 der langjährige Landrat Dr. Steinbrenner. Dem Aufsichtsrat der EAM (Elektrizitäts-Aktiengesellschaft Mitteldeutschland) gehörte er seit der Gründung 1929/ 30 bis zum Jahre 1948 an.

Bereits im Jahre 1919 gehörte Karl Höner zu den Gründern der Wohnungsbaugenossenschaft der Stadt Hofgeismar und war später ihr Vorsitzender. In diese Zeit fiel eine nennenswerte bauliche Erweiterung der Stadt Hofgeismar, die sogenannte "Kolonie" an der Grebensteiner Straße.

In die Amtszeit von Karl Höhner als Landrat fiel insbesondere die Aufnahme von etwa 25.000 Flüchtlingen im Kreisgebiet und die Einrichtung der Krankenhäuser in Hofgeismar (heute: Evangelisches Krankenhaus Hofgeismar) und Helmarshausen.

Literatur

  • Heinrich Treibert, 150 Jahre Kreis Hofgeismar, in: Heimatjahrbuch des Kreises Hofgeismar 1971, S. 29 ff.

Landräte im Altkreis Hofgeismar

Landräte im Altkreis Hofgeismar nach dem Zweiten Weltkrieg waren:


aus: HNA vom 16.04.1969 - Artikel von Volker Hellenbrecht [1]

Karl Höner wird am 10.4.45 erster Landrat nach dem Krieg im Kreis Hofgeismar

Hofgeismar (a). Am 28.11.1877 wurde Karl Höner in Gadderbaum bei Bielefeld geboren, erlernte nach seiner Schulentlassung den Beruf des Buchdruckers und war in den verschiedensten Städten Deutschlands sowie in Österreich und der Schweiz tätig. Mit seiner damals sechsköpfigen Familie zog Karl Höner vor 56 Jahren nach Hofgeismar, wo er technischer Leiter der Buch- und Kunstdruckerei am Fürstenweg wurde. 1920 gründete er in Kassel ein Fachgeschäft für Druckereibedarf, das er von 1931 bis Kriegsende in Hofgeismar weiterführte.

Seine reichen kommunalpolitischen Erfahrungen und seine demokratische Gesinnung waren der Anlaß, daß die amerikanische Militärregierung den aufrechten Demokraten Karl Höner am 10. April 1945 zum Landrat des Landkreises Hofgeismar ernannte. 1946 wurde er vom Kreistag für weitere zwei Jahre in seinem Amt bestätigt.

Dieses schwere Amt lud er in einer Zeit auf sich, in der seine ganze Kraftanstrengung erforderlich war, um die schwierigen Probleme zu meistern. Post- und Eisenbahnverkehr ruhten, Telefon- und Stromleitungen waren zerstört. Die Diemelbrücke bei Karlshafen war gesprengt worden. Mit großer Energie und Tatkraft setzte er sich dafür ein, den vielen Flüchtlingen und evakuierten Menschen würdige Wohnungen zu beschaffen.

Große Sorge bereitete auch die Unterbringung der Kranken in Krankenhäusern, weil sie zerstört oder überfüllt waren. In Verhandlungen mit dem Hessischen Siechenhaus gelang es ihm, ein Ortskrankenhaus aufzubauen. Zur gleichen Zeit entstand auf Grund seiner Initiative auch ein Krankenhaus in Helmarshausen.

Dank seines Unternehmungsgeistes wurde die zerstörte Weserbrücke in Karlshafen wieder aufgebaut. Sein Verdienst ist es, daß das Berufsschulwesen im Kreis großen Aufschwung nahm.

Eines seiner Hauptanliegen war die Verbesserung der Wohnraumverhältnisse, denn der Krieg hatte eine 60prozentige Zunahme der Bevölkerung bewirkt. Dank seiner fast 40jährigen Erfahrungen hat er den Wohnungsbau entscheidend gefördert. Er war Mitbegründer der 1919 ins Leben gerufenen Wohnungsbaugenossenschaft der Kreisstadt und der 1946 gegründeten Gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaft für den Kreis Hofgeismar, der er lange Jahre als Vorstandsvorsitzender angehörte.

In der Kommunalpolitik trat Karl Höner schon nach dem ersten Weltkrieg hervor. Er war Stadtverordneter, Kreistagsabgeordneter und Mitglied des Provinziallandtages. Seine Erfahrungen durch die Tätigkeit im Vorstand des Überlandwerkes Edertalsperre halfen Widerstände gegen die Einführung der elektrischen Stromversorgung zu überwinden. Nach der Umwandlung des Überlandwerkes in die heutige EAM wurde Karl Höner in den Aufsichtsrat gewählt.

Die zahlreichen Verdienste des Jubilars wurden am 20. November 1952 durch die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes gewürdigt.

Landrat a.D. Höner war über 70 Jahre Mitglied der SPD und des Verbandes der deutschen Buchdrucker (heute IG Druck und Papier).

Politische Ämter von Karl Höner:

  • Mitglied des Kommunallandtages für den Regierungsbezirk Kassel vom Dezember 1919 bis Februar 1926
  • Mitglied des Kreistages des Kreises Hofgeismar vom Januar 1921 bis November 1925
  • Mitglied der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Hofgeismar vom 4. Mai 1924 bis 5. Juni 1930
  • Landrat des Kreises Hofgeismar vom 10.4.1945 bis 30.6.1948
  • Ernennung zum Kreisbeigeordneten des Kreises Hofgeismar am 10.2.1956

siehe auch

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. Informationen aus einem Artikel von Volker Hellenbrecht in der HNA vom 16.4.1969 auf hugv-fuldabrueck.de

Weblinks