Karl Anton Theodor Henschel

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Karl Anton Theodor Henschel

Karl Anton Theodor Henschel (1873 - 1924), Sohn von Carl Anton Oscar und Sophie Henschel, war Leiter der Firma Henschel von 1912 bis 1924; er erweitert das Firmengelände mit der Erschließung eines Geländes am Mittelfeld, betrieb den Schwerpunkt Kraftwagenbau, legte Sammlungen für ein Henschel-Museum an und baute das Henschelhaus am Weinberg.

Er war der erste Firmenchef von Henschel, der einen modernen Konzern leitete. Karl Anton Theodor Henschel machte beim Lokomotivbau ordentlich Dampf. Er trieb die Planungen für den neuen Produktionsstandort Mittelfeld voran und verwirklichte eine für Henschel völlig neue Philosophie. Von der Rohstoffgewinnung bis zum fertigen Produkt sollte alles unter einem Firmendach gebündelt werden.

Seine Mutter Sophie ließ ihm dafür früh freie Hand. Als 27-Jähriger stieg er im Jahr 1900 in die Firma ein. Noch bevor Karl die Firma von seiner Mutter übernahm, stellte er wichtige Weichen. Dazu gehörten der Bau des neuen Verwaltungsgebäudes am Holländischen Platz (1902) und der Kauf der Henrichshütte bei Hattingen (1904). Später kamen Erzgruben und Steinkohlebergwerke hinzu.

Anfang des 20. Jahrhunderts war Henschel zu einer international bekannten Marke geworden. Auf der Weltausstellung in St. Louis (USA) im Jahr 1904 wurde die damals modernste Henschel-Schnellbahnlok präsentiert. Die brachte es auf eine für damalige Zeiten sensationelle Höchstgeschwindigkeit von 144 Kilometern pro Stunde. Wichtige Voraussetzungen dafür hatte der Kasseler Ingenieur Wilhelm Schmidt geschaffen, der in seiner Werkstatt in Wilhelmshöhe Pionierarbeit für die Heißdampflokomotive leistete. 1905 produziert Henschel die erste elektrische Lokomotive.

Im Februar 1912 wurde Karl Henschel alleiniger Inhaber der Firma. Die Geschäfte gingen gut, die Zahl der Mitarbeiter stieg von 6000 auf 10 000. Mit dem Ersten Weltkrieg, der 1914 begann, bekam Henschel immer mehr Rüstungsaufträge. Zunächst ging es noch ausschließlich um Lokomotiven, die für den Transport von Soldaten, Munition und Proviant gebraucht wurden. Ab 1917 wurde Henschel zur Waffenschmiede. Im Werk Mittelfeld landeten erbeutete Geschütze aus England, Belgien und Russland. Hier wurden sie umgebaut und für die deutschen Truppen wieder an die verschiedenen Fronten transportiert.

Die einzige militärische Eigenentwicklung war ein Eisenbahngeschütz gegen Flugzeugangriffe, das aber nicht mehr zum Einsatz kam.

Nach dem Ende des 1. Weltkrieges musste Henschel mehrere Anlagen verschrotten. Die Siegermächte befürchteten, dass damit Waffen hergestellt werden könnten. Karl Henschel konzentrierte sich wieder ganz auf den Lokomotivbau, Werkstätten wurden erweitert, die Kesselschmiede wurde modernisiert.

Karl Henschel war zu diesem Zeitpunkt schon gesundheitlich angeschlagen. Den Lkw-Bau hat er noch auf den Weg gebracht, aber nicht mehr erlebt. Er starb am 11. Dezember 1924.

Geschichte

Der Ursprung der Firmen-Geschichte der Firma Henschel liegt im Jahr 1777, als Georg Christian Carl Henschel von Gießen nach Kassel kam. Er entstammt einer Glocken- und Stückgießerfamilie.

Sohn Carl Anton Henschel tritt in den technischen Staatsdienst und wird Assistent beim Baudepartement. Dessen Bruder Johann Werner wird zunächst Bildhauer. 1810 kehrt er aus Paris zurück und gründet zusammen mit seinem Vater eine kleine Fabrik. In die steigt sieben Jahre später Anton, er hatte es inzwischen zum Ober-Berginspektor gebracht, als Teilhaber ein.

Man verlegte sich mehr und mehr auf den Maschinenbau, zu deren Begründern Carl Anton Henschel in Deutschland gehört. Mit seinem Namen werden grundlegende Erfindungen verbunden wie tragende Ketten- und hydraulische Kastengebläse, Röhrendampfkessel- und Turbinenkonstruktionen.

Dessen Sohn Georg Alexander Carl Henschel (*1810; †1860), nahm 1840 den Bau schwerer Werkzeugmaschinen und schließlich den Lokomotivbau auf. Die Nummer 1, der "Drache" für die Friedrich-Wilhelms-Nordbahn zu Kassel verließ im Juli 1848 die Henschelsche Fabrik.

siehe auch