Kali und Salz

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die K+S AG mit Sitz in Kassel ist im Kern ein Bergbauunternehmen mit den Schwerpunkten Kali- und Steinsalzförderung, das die eigenen Produkte weiterverarbeitet und vermarktet. Das Unternehmen ist hauptsächlich in Europa aktiv und steigt zunehmend in Amerika ein. Der alte Name „Kali und Salz Beteiligungs AG“ wurde 1999 in K+S Aktiengesellschaft geändert.


Geschäftsbereiche

  • Kali- und Magnesiumprodukte für Spezial- und Standarddünger sowie industrielle Anwendungen
  • Salze für Haushalt, Lebensmittelindustrie, Pharmazie und gewerblichen Bereich (von Färbereien bis zum Einsatz bei der Erdöl- und Erdgasförderung), Auftausalz
  • Compo: Dünger und Produkte zur Pflanzenpflege
  • Fertiva: Vermarktung von Felddünger, der von BASF exklusiv produziert wird.
  • Entsorgung und Recycling, dazu zählt auch die Untertage-Deponie in Herfa-Neurode
  • Dienstleistungen und Handel: Logistik- und Informatik-Dienstleistungen, Granulierung von Katzenstreu (Catsan)


Geschichte

Eine Vorläufersellschaft der K+S war die Salzdetfurth AG, die ihrerseits aus der 1889 in Goslar gegründeten Aktiengesellschaft für Bergbau und Tiefbohrung hervorging. 1970 verschmolzen die Wintershall AG und die Salzdetfurth AG zur Kali und Salz GmbH, die sich ein Jahr später zur AG wandelte. 1993 übernahm die Kali und Salz AG 51 Prozent der Mitteldeutschen Kali AG, 1998 die übrigen 49 Prozent. Weitere wichtige Übernahmen waren: Compo (2000), Frisia Zout (aus der in Konkurs gegangenen niederländischen Firma, 2000) Esco (zunächst Gemeinschaftsunternehmen mit Solvay, 2004 vollständiger Erwerb durch K+S), Sociedad Punta de Lobos (2006).

Versuchte Übernahme

Der kanadische Rivale Potash versuchte im Jahr 2015, K+S zu übernehmen. Die Chronologie der Ereignisse:

  • Erstes Angebot: Es waren gute Quartalszahlen, die der Kasseler Kali- und Salzproduzent am 12. Mai präsentierte: Der Umsatz im ersten Quartal 2015 legte um 16 Prozent auf 1,38 Milliarden Euro zu. Unterm Strich blieben dem Dax-Konzern 198 Millionen Euro - 40 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Am 31. Mai flatterte dann ein Angebot in die Kasseler Zentrale zu K+S-Chef Norbert Steiner. 41 Euro je Aktie wurden geboten - 7,85 Mrd. Euro für das gesamte Unternehmen. Potash wäre damit zum weltweiten Branchenprimus auf dem Kalimarkt geworden. Das Angebot wurde am 25. Juni bekannt.
  • Angst um Arbeitsplätze: Potash plante zu diesem Zeitpunkt, K+S mit einem freundlichen Angebot im Einvernehmen mit Vorstand, Aufsichtsrat und Belegschaft zu übernehmen. Kernfrage für Beschäftigte und die Landespolitiker blieb, was aus den weltweit 14.300 Mitarbeitern werden würde, von denen 6000 in Nord- und Osthessen beschäftigt wurden. Analysten und Arbeitnehmer sahen Arbeitsplätze und Standorte in Gefahr.
  • K+S lehnt Angebot ab: Am 2. Juli lehnte K+S das Angebot aus Kanada ab. K+S-Chef Norbert Steiner bezeichnete es als zu niedrig. Potash ließt nicht locker und forderte den Vorstand zu Gesprächen auf. Schließlich hatte der Konzern auch andere Möglichkeiten: eine feindliche Übernahme, denn der Großteil der Aktien befand sich im Streubesitz. K+S hattte keinen starken Anteilseigner, der den Käufer hätte abwehren können.
  • Privataktionäre befragt Am 6. August konkretisierte Potash das Angebot. Die Kandier versprachen den Vorständen Posten im neuen Konzern, mehr Geld sowie eine Europazentrale in Kassel und gaben Arbeitsplatz- und Standortgarantieren ab - allerdings mit vielen Einschränkungen. K+S lehnte auch dieses Mal ab. Ende August befragte K+S seine Privataktionäre. 96 Prozent waren gegen die Übernahme.
  • Durchsuchung bei K+S: Am 9. und 10. September umzingelten 150 Ermittler und Polizisten aus Thüringen in einem vorbereiteten Großeinsatz das Gebäude am ICE-Bahnhof. Die Beamten suchten Belege dafür, dass K+S zwischen 1999 und 2007 rund 9,5 Mio. Kubikmeter Salzabwasser illegal in den Untergrund der Gerstunger Mulde südlich von Eisenach versenkt hat. K+S wies die Vorwürfe zurück - schließlich lagen entsprechende Genehmigung des Bergamtes vor.
  • K+S lehnt endgültig ab: Der kanadische Düngemittelriese ließ von K+S ab und zog sein Angebot von Ende Mai zurück. Somit konnten die Kasseler vorerst selbstständig bleiben. Ein mit den Vorgängen Vertrauter aus dem Potash-Lager kommentierte den Rückzug mit so: „Die finanzielle Disziplin hat nichts anderes zugelassen.“ [1]

Konzern-Geschäftszahlen 2005

  • Umsatz: 2815,7 Millionen Euro
  • Operatives Ergebnis: 250,9 Mio. Euro
  • Konzernergebnis (bereinigt): 161,3 Mio. Euro
  • Investitionen: 107,1 Mio. Euro
  • Beschäftigte: 10.959 (Stand: 30. Juni 2006)

Die Aktie ist im M-Dax notiert. Anzahl der Aktien: 41,2 Mio. Stück.


Zahlen 2010

Am 12. August 2010 teilte K+S mit, dass der Umsatz in den ersten sechs Monaten 2010 gegenüber 2009 um 43 Prozent auf 2, 59 Milliarden Euro gestiegen sei. Dem Düngemittel- und Salzproduzenten blieb somit ein Reingewinn von 273 Millionen Euro - dreieinhalbmal so viel wie in der ersten Hälfte 2009.


Aktionärsstruktur

Größter Einzelaktionär ist die ehemalige Mehrheitsgesellschafterin BASF mit 10,3 Prozent. Am 11. März 2011 hat der BASF-Konzern sein 10,3-Prozent-Paket an Kali und Salz überraschend schnell verkauft und damit seine langjährige gesellschaftsrechtliche Beziehung mit dem Kasseler Kali- und Salzproduzenten beendet. An wen der Anteil gegangen ist, verriet der Chemieriese aus Ludwigshafen nicht. In Finanzmarktkreisen geht man davon aus, dass mehrere Investment- und Pensionsfonds zugegriffen haben.[2]


Weitere Aktionäre:

  • Investmentgesellschaft Prudential und ihre Tochtergesellschaft M&G Investment Management: 5,2 Prozent
  • Deutsche Bank AG und ihre Tochtergesellschaft DWS Investment GmbH: 5,01 Prozent.
  • Streubesitz: knapp 90 Prozent.

K+S schätzt, dass rund 33 Prozent aller Aktien von überwiegend inländischen Privatanlegern gehalten werden. Davon entfallen zwei bis drei Prozent der Aktien auf über 8000 K+S-Mitarbeiter.

Quellen und Weblinks

  1. Artikel aus HNA.de vom 5. Oktober 2015: Potash beendet Wirtschaftskrimi - Chronologie der versuchten Übernahme von K+S
  2. HNA.de vom 11. März 2011: BASF trennt sich von K+S-Anteil