Kalbsburg

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Geschichte

Aus dem Namen "Kalßperk", der um 1543 erstmals erwähnt wurde, bildete sich im weiteren zeitlichen Verlauf bis etwa 1559 "Kalbspurk" und etwas später "Kalbsburg". Jedoch lange vorher wurde der Bereich der heutigen, zur Gemarkung Großenenglis gehörenden Kalbsburg unter dem Namen der Siedlung "Bune- oder Bonebach" erwähnt. So bei der derzeit bekannten erstmaligen Erwähnung im Jahr 1196, als im Güterverzeichnis des Klosters Cappel (Spießkappel) Papst Cölestin III. dem Kloster Einkünfte zu "Bunebach" bestätigt. Erst nach 1450 verschwindet der Name Bune-oder Bonebach allmählich. Mit dem Bau des Wartturms im September 1431, an der Grenze zwischen Mainz und Hessen zur besseren Beobachtung des Mainzer Territoriums erbaut, beginnt die stetige Entwicklung der Kalbsburg bis hin zum Rittergut.

Villa (Baujahr 1911)

Lehen des Landgrafen

Der Landgraf gab zunächst die Warte der Familie Fischbach zu Lehen und danach an Henne Semenbrogke. Am 18. Februar 1448 übergibt Landgraf Ludwig die Warte an den Amtmann Philipp von Borken und dessen Ehefrau. Am 07. Dezember 1457 wird Henne von Wehren der Lehensnehmer. Landgraf Wilhelm III. belehnt am 11.07.1494 seinen Amtmann von Borken und Erbküchenmeister Philipp von Wildungen mit dem Wartturm "gelegen by Großen Englys uf unserer Lantwere". Burkhard von Wildungen wird 1565 als Lehensnehmer der Kalbsburg genannt. Dieser verpfändet seinen Rittersitz an seinen Schwager Melchior von Hanstein. Hier wird erstmals die Bezeichnung Rittersitz/Rittergut erwähnt. Ein Rittergut ist ein vom Landesherren zu erblichen Lehen an einen ritterbürtigen Adeligen gegebener Gutsbetrieb. Weitergeführt wurde das Rittergut von dessen Sohn Kaspar.

Zahlreicher Eigentümerwechsel

Im Jahr 1616 tritt Kaspar von Hanstein die Kalbsburg an Landgraf Moritz ab. Zwischen 1601 und 1626 werden Verkaufs- bzw. Tauschverhandlungen von den Löwensteins und dem Landgrafen geführt. Sie führten jedoch zu keinem Ergebnis, weil der Landgraf kein Geld ausgeben wollte. Ein weiterer Tauschversuch in 1626 scheiterte zwischen dem Hof Brünchenhain (bei Jesberg) und der Kalbsburg. Landgraf Moritz schenkte 1626 seinem Sohn Friedrich das Rittergut, der wiederum belehnte seinen Geheimrat Weinand von Pohlheim im Jahr 1644 mit dem Gut, der es wiederum 1657 an seinen Vetter Wilhelm von Pohlheim weitergab. Die Witwe Wilhelms übergab das Gut an ihre Tochter Beate Maria und ihrem Mann Jost Philipp von Meysenbug aus Züschen. Der wiederum verkauft die Kalbsburg 1679 an Gerhard von Weitershausen. Von ihm ging sie am 10. November 1680 auf Georg Bernhard von Weitershausen über. Johann Georg von Schellert wird 1685 als Besitzer erwähnt. Am 15. Februar 1685 ging der Besitz an Kaspar Dehn Rothfelser und dessen Schwager Jost Heinrich Jungmann. Am 29.September 1689 ging das Gut an den obersten Salzgreben Dr.Johann Christoph Ungefug. Elisabeth Victoria D`orville wird 1704 als Eigentümerin erwähnt. Von ihr übernahmen Tochter Viktoria Elisabeth und deren Ehemann, Oberstleutnant Johann Philipp Schleenstein, das Gut. Im Jahr 1746 wurde das Gut schon wieder verkauft an Frau Dr.Viktoria Elisabeth Kirchmeyer. Am 18.8.1761 heiratete die Tochter von Frau Kirchmeyer,Sibylla den Major von Porbeck zu Marburg. Damit kam das Gut in den Besitz der Familie von Porbeck. Diese Familie gründete eine Armenstiftung und hatte auf dem Großenengliser Friedhof ein Erbbegräbnis eingerichtet, an dem alljährlich am 18.Oktober gemäß Vermächtnis, durch den Pfarrer Gaben an die armen Dorfbewohner verteilt wurden. Etwa um 1780 kaufte die Familie von Porbeck das Linsingische Gutshaus (Amtshaus) in Großenenglis. Bis 1855 war die Familie von Porbeck im Besitz der Kalbsburg. Der Zennerner Landwirt Wilhelm Metz kaufte in diesem Jahr die Kalbsburg. Nach dem Tod von Sohn Georg Metz verkauften die Nachkommen 1908 den Gutsbetrieb an die Familie Mühlenbruch. In der Zeit der Familie Mühlenbruch entstand 1911 eine neue Villa, östlich des Hofes, nach einem verheerenden Brand, durch den nahezu sämtliche Gebäude in Mitleidenschaft gezogen wurden. Adolf Schwenger kaufte 1916 das Gut und schon 1923 wurde es von, dem aus Kleinenglis kommenden, Rudolf Rusche erworben, der es wiederum 1930 an die Familie Hoppstaedter veräußerte.

Verkauf und Aufteilung

Die Familie Hoppstaedter veräußerte das Rittergut 1956 an die "Hessische Heimat". Durch diese wurde das Gut zerschlagen. Ländereien wurden als Austauschland für bergbaugeschädigte Landwirte zur Verfügung gestellt. Die Villa wurde an Privat verkauft. Wirtschaftsgebäude und andere Baulichkeiten wurden an Privat veräußert und als Reiterhof und Privatwohnungen bis zum heutigen Tag weiterbetrieben.



Literatur

  • Friedrich Döring
 - Werner Ide von Adorf bis Zwesten
 - LAGIS, Hist Ortslexikon)

Siehe auch


Weblinks und Quellen