Kagida

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Kagida-Demo in Kassel
Die Kagida-Versammlung (Kurzform für: "Kassel gegen die Islamisierung des Abendlandes") ist ein Ableger der Pegida-Bewegung[1] ("Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes"). Ähnliche Demonstrationen fanden 2014 und 2015 auch in einigen anderen deutschen Städten statt.

Führungskreis

Michael Viehmann, Organisator der Kagida-Kundgebungen, bestreitet eine Nähe zu Rechtsextremisten. Dabei nahmen führende NPD-Funktionäre an der Demonstration am 1. Dezember 2014 teil. Viehmann ist bisher nicht als Rechtsextremist in Erscheinung getreten. Aufgefallen ist er, weil er nach seiner Teilnahme an der HoGeSa-Demonstration (Hooligans gegen Salafisten) in Köln versucht hatte, als zentrale Figur in Nordhessen die Anreise zu der Ho-GeSa-Demonstration in Hannover zu organisieren.[2]

Ziel/Forderungen

Ein eigenes Positionspapier stellte Kagida bislang nicht vor. Die Gruppierung teilte die Stellungnahme der Pegida (Dez. 2014) auf deren Facebookseite. [3] Darin stellte die Organisation 19 Punkte vor.

Reaktionen in Kassel

Erste Versammlung:

Die erste Kagida-Demonstration fand am 1. Dezember 2014 statt. Aus Richtung der rund 500 Gegendemonstranten gingen „Nazis raus“-Rufe an die rund 80 Kagida-Anhänger. Veranstalter Michael Viehmann wies den Vorwurf zurück, dass unter den Anhängern Mitglieder der NPD seien. Man demonstriere in friedlicher Absicht, um gegen Stellvertreter-Kriege von radikalen Islamisten in Deutschland vorzugehen. Die Gruppe Kagida wollte jetzt jeden Montagabend auf die Straße gehen, um gegen „die fanatische, radikalreligiöse Unterwanderung unseres Landes und unserer christlich-jüdischen Abendlandkultur“ vorzugehen, hatte Veranstalter Viehmann auf dem Philipp-Scheidemann-Platz angekündigt. [4]

Zweite Versammlung:

Etwa 500 Menschen haben am 8. Dezember 2014 friedlich gegen die Gruppe „Kasseler gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Kagida) protestiert. An der Kagida-Demo nahmen 80 Personen teil. Nach den Kundgebungen, die von mehreren hundert Polizisten getrennt wurden, marschierten die Kagida-Anhänger über Ständeplatz und Weißenburgstraße zurück zum Scheidemannplatz.[5]

Dritte Versammlung

Nach Polizeiangaben nahmen 80 Personen an der dritten Kagida-Demonstration am 15. Dezember 2014 teil. Spontan war noch eine Gegendemonstration angemeldet worden, der sich 130 Menschen anschlossen. Die Polizei hatte 400 Beamte im Einsatz. In einer gemeinsamen Resolution hatten sich am Montagabend die Stadtverordneten für ein „weltoffenes Kassel“ und gegen Gruppen wie Kagida ausgesprochen.[6]

Vierte Versammlung:

Mehr als 2000 Menschen haben am 22. Dezember 2014 in Kassel ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus gesetzt. Sie demonstrierten friedlich für ein „weltoffenes Kassel für alle". Die Aktion, zu der das Bündnis gegen Rechts aufgerufen hatte, richtete sich auch gegen die vierte Kundgebung von Kagida, der sich 170 Teilnehmer angeschlossen hatten. Einen geplanten Rundgang brachen die Kagida-Organisatoren am Ständeplatz ab und kehrten um, weil sie erfahren hatten, dass sie auf der Bürgermeister-Brunner-Straße eine Sitzblockade von 70 Gegendemonstranten erwartete.[7]

Fünfte Versammlung:

Wir stehen nicht allein, sondern im Schulterschluss mit vielen anderen in Deutschland“, sagte Veranstalter der Kagida-Demo Michael Viehmann am 29. Dezember 2014 auf der fünften Kagida-Versammlung, vor rund 200 Teilnehmern auf dem Scheidemannplatz. 130 Gegendemonstranten versammelten sich auf der Gegenseite. Viehmann bekräftigte, dass man nichts gegen die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen oder religiös verfolgten Menschen habe. Der Protest richte sich aber gegen die „total gescheiterte Einwanderungspolitik der vergangenen 20 Jahre.“ [8]

Sechste Versammlung:

Etwa 250 Menschen hatten sich am 5. Januar 2015 zu einer Kundgebung auf dem Scheidemannplatz versammelt, um gegen die sechste Kagida-Bewegung zu protestieren. Aufgerufen hatte dazu die Partei "Die Linke". An der Kagida-Demonstration beteiligten sich nach Schätzung der Polizei etwa 200 Menschen. [9]

Siebte Versammlung:

Die siebte Kagida-Kundgebung vom 12. Januar 2015, hatte nach Polizeischätzungen etwa 230 Anhänger mobilisiert, die nach ihrer Kundgebung durch die Kasseler Innenstadt zogen. An einer Gegendemonstration des Bündnisses gegen Rechts nahmen rund 500 Menschen teil. Erstmals hatte auch die Gruppierung Antirassistische Jugend gegen Kagida vor der Alten Hauptpost mit etwa 50 Teilnehmern demonstriert.[10]

Achte Versammlung:

Bei der achten Kagida-Versammlung vom 19. Dezember 2015 waren etwa 160 Kagida-Anhänger und 550 Gegner vor Ort. Als Zeichen gegen die Kagida-Demonstration am Scheidemannplatz blieb die Außenbeleuchtung des Fridericianums an diesem Montagabend ausgeschaltet. Dies sei ein Zeichen gegen die Pegida-Bewegung und ein Signal für die Offenheit für Kulturen, teilen die documenta GmbH mit. Seit Bestehen der Beleuchtung sei es das erste Mal, dass das Fridericianum nachts dunkel bleibe..[11]

Politische Reaktionen in Kassel

Nur mit Auflagen durfte die Demonstration der Gruppe Kasseler gegen die Islamisierung des Abendlandes (Kagida) stattfinden. Dasselbe gelte für weitere Kundgebungen in Zukunft. Das sagte Bürgermeister Jürgen Kaiser (SPD) in seiner Funktion als städtischer Ordnungsdezernent. Der Bürgermeister wies darauf hin, dass Kundgebungen wie die von Kagida ebenso wie die des Bündnisses gegen Rechts nicht genehmigungspflichtig seien. Nach dem Versammlungsrecht im Grundgesetz müssten diese lediglich angemeldet werden, was auch geschehen sei. In diesem Zusammenhang habe die städtische Ordnungsbehörde allerdings Auflagen gemacht. Dazu zählte eine vorgeschriebene Zahl an Ordnern, die Anfangs- und Schlusszeiten sowie den klar eingegrenzten Ort der Demonstration.[12]

Weblinks und Quellen

  1. Wikipediaeintrag
  2. Artikel aus hna.de vom 6. Dezember 2014: Rechtsextremismus-Experte Helge von Horn über Kagida-Demos
  3. Facebookseite der Pegida
  4. Artikel aus hna.de vom 2. Dezember 2014: Nach Anti-Islamisten-Demo: Künftig jeden Montag Proteste
  5. Artikel aus hna.de vom 9. Dezember 2014: 500 Menschen protestierten in Kassel gegen Kagida
  6. Artikel aus hna.de vom 15. Dezember 2014:Gleich drei Demonstrationen in der Kasseler Innenstadt
  7. Artikel aus hna.de vom 22. Dezember 2014:2000 demonstrierten friedlich gegen Rechts
  8. Artikel aus hna.de vom 29. Dezember 2014:Fünfte Kagida-Demo verlief ohne Zwischenfälle
  9. Artikel aus hna.de vom 5. Januar 2015: Sechste Kagida-Demo: Polizei trennt Demonstranten mit Großaufgebot
  10. Artikel aus hna.de vom 12. Januar 2015: Attacke auf Polizei nach Kagida-Demo
  11. Artikel aus hna.de vom 19. Januar 2015: Kagida und Gegner: Drei Demos in Kasseler Innenstadt
  12. Artikel aus hna.de vom 2. Dezember 2014: NPD-Vorstände nahmen an Kasseler Kagida-Kundgebung teil