Körle

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Körle
Wappenkoerle.jpg
Wappen der Gemeinde Körle
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Schwalm-Eder-Kreis
Einwohner: 2.863 (31. Dezember 2011)
Postleitzahl: 34327
Vorwahl: 05665
Kfz-Kennzeichen: HR
Gemeindeverwaltung: Im Mülmischtal 2
Website: www.koerle.de
Bürgermeister: Mario Gerhold (SPD)

Körle ist eine nordhessische Gemeinde im Schwalm-Eder-Kreis.

Geografie

Lage

Die Gemeinde Körle liegt am Rande des Naturparks Meißner-Kaufunger Wald, günstig im Dreieck der Städte Kassel (ca. 18 km nördlich), Melsungen und Baunatal. Die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist durch die RegioTram sehr gut. Vom Bahnhof Körle bis zum Bahnhof Wilhelmshöhe braucht die RegioTram nur 19 Minuten. Der Autobahnanschluss an die A 7 bei Guxhagen ist nur wenige Kilometer entfernt.

Körle liegt an einem Süd-West-Hang und bietet in fast allen Lagen einen sonnigen Platz und einen schönen Fernblick in Richtung Langenberge oberhalb von Baunatal.

Ortsteile

Die Gemeinde Körle besteht seit der Gebietsreform am 1. Februar 1971 aus den vier Orten:

Im Hauptort Körle befinden sich das Rathaus, der Bahnhof, Gaststätten, Ärzte und Einkaufsmöglichkeiten. Vor dem Rathaus steht als Bronzefigur der "Körler Esel", welcher an den Spitznamen der Einwohner erinnert. Empfershausen liegt im Tal der Mülmisch und ist durch die mehr als 400 m ansteigenden Erhebungen im Riedforst geprägt.

Geschichte

Obwohl aus Überlieferungen die Klöster Hersfeld und Fulda schon vor dem Jahr 1000 Besitzungen in Körle hatten, geht die erste urkundliche Erwähnung aus einer Schenkungsurkunde aus dem Jahr 1074 hervor. Folgende Namen sind aus den darauf folgenden Jahrhunderten überliefert:

  • 1074 Chrulle
  • 1172 Kurle
  • 1299 Corle
  • 1391 Kirle
  • 1787 Cörla
  • 1830 Koerle

Bis zur Erweiterung des Melsunger Gerichtsbezirkes (um 1620) hatte Körle einen eigenen Gerichtsbezirk.

Die heutige Bundesstraße 83 (Nürnberger Straße) diente im 15. und 16. Jahrhundert als Postverbindung zwischen Kassel und Regensburg, sie wurde deshalb zeitweise auch Poststraße genannt.

Am 15. Juli 1892 wurde in Körle eine Haltestelle für die Eisenbahn eröffnet. Damit war die Möglichkeit eröffnet, ohne größeren zeitraubenden Fußmarsch einen Arbeitsplatz außerhalb von Körle zu erreichen. Bereits im Jahr 1905 fuhren vom Bahnhof Körle täglich 50 bis 60 Arbeiter und Angestellte zu ihren Arbeitsstellen. Die meisten fuhren nach Kassel.

Das Bild und die Struktur von Körle hat sich in den vergangenen Jahrzehnten erheblich verändert. Spielte im Erwerbsleben der Körler früher die Landwirtschaft und in der Mitte des letzten Jahrhunderts auch die "Casseler-Basalt-Industrie" mit der Herstellung von Basaltinplatten und Bordsteinen eine große Rolle, verdient ein Großteil der Bevölkerung heute ihren Unterhalt in Unternehmen wie dem Volkswagenwerk in Baunatal oder dem Werk der B. Braun Melsungen AG. In der Gemeinde Körle selbst gibt es heute rund 400 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze.

Namensgebung: Körler Eselsgeschichte

Körle, im Vordergrund Lobenhausen

Körle war über viele Jahrhunderte bis zum 1. Oktober 1981, kirchlich eine Filiale von Wollrode, wo auch der Pfar­rer wohnte. Sonntags und mittwochs kam der Prediger auf einem Esel nach Körle geritten, um hier den Gottesdienst zu halten. Seinen Esel band er wie gewohnt an die Kirch­hofsmauer. Es dauerte gar nicht lange, da hatte sich eine Schar mutwilliger Jungen um den Esel versammelt. Die Jungen neckten und zerrten an ihm, dass er hinten und vorn aus­schlug. Da kam eine Bauernmagd mit einer Mistgabel. Sie schimpfte anfangs, glaubte aber dann, das neckische Spiel der Knaben würde dem Esel gefallen. So begann auch sie mit der Mistgabel den Esel zu kitzeln. Das arme Tier sprang hinten und vorne hoch, fing an zu schreien, bis es schließlich zusammenbrach und alle Viere von sich streckte. Die Jungen und die Bauernmagd machten sich auf und davon.

Als nun der Pfarrer aus der Kirche kam und seinen Esel wieder besteigen wollte, fand er ihn tot und klagte sehr darüber. Denn das fromme Tier, das ihn schon so manches Jahr nach Körle getragen hatte, war ihm sehr ans Herz gewachsen. Das rührte einen alten Bauern, der den Frevel mit angesehen hatte und erzählte dem Pfarrer die Geschichte. Da die Übel­täter nicht genau zu ermitteln waren, musste die Gemeinde Körle seitdem einen jährlichen Zins, den "Eselszins" oder auch das "Kitzelgeld" genannt, zahlen.

Die Körler wurden früher sehr böse, wenn man sie an die Geschichte erinnerte. Wer es wagte, die Zipfel seiner Jacke wie ein paar Eselsohren an den Kopf zu halten und durchs Dorf ging, kam nur selten ohne eine Tracht Prügel davon. Wenn jemand übermütige Streiche machte, bekam er oft von ande­ren zu hören: "Dem ist zu wohl, wie der Magd von Körle." Soweit die Sage.

Als 1974 die Vorbereitungen zur 900-Jahrfeier liefen, fand sich eine schriftliche Bestätigung dieses bis dahin mündlich überlieferten Geschehens. Das Rätselraten um das so genannte "Kitzelgeld", schreibt Schullei­ter Karl Suck in einem Beitrag des Jubiläumsbuches, ist durch ein Schreiben vom 31. Januar 1821 des Metropolitans und Pfarrers Hupfeld zu Spangenberg an den Zentgreben geklärt. In diesem Schreiben wird bezeugt, dass die Ge­meinde Körle an den Metropolitan zu Spangenberg jährlich am Michaelistag 10 Albus so ge­nanntes "Kitzelgeld" zahlen mußte.

Die Körler ärgern sich heute nicht mehr über diese Eselsgeschichte. Im Gegenteil, sie sind auf ihren Esel stolz. Und so schrieb der im Jahr 1993 verstorbene blinde Heimatdichter Wilhelm Pfeiffer in seinem Mundartgedicht "Der Kerlsche Esel un der Bortenwetzer" den Körlern etwas ins Stammbuch, was Folgen haben sollte.

Die wichtigsten Verse dieses Gedichts lauten:


Der Kerlsche Esel äß bekännt,
kritz un quer im Hessenländ.
Un geht en Kerlscher mol metonger
so ewer Feld - es äß ken Wonger -
dänn gogen se: "En Esel kemmet!",
un wem me dos dänn ewel nemmet,
dänn fangen se erscht rechtig ohn,
un Krach gett’s mänchmol bes off’s Schlohn.

Heert mol höbsch zu, dä Kerlschen Liere:
Mä sin den Esels-Ärjer miere!
Mä wun’s nu wie die angern machen,
un ewern Kerlschen Esel lachen! (...)

Dä Kerlschen Männer, Kerlschen Frochen:
wenn mä ens mol en Rothüß bochen
- es brucht net grare groß zu sin -
der Esel äwer, der muß nin! (...)

Läwend'je Esel große, kleene,
gett’s dänn in Kerle gänz alleene.
Dänn werd erscht Kerle recht bekännt:
„Stoodt Eselshüsen“ bloß genännt.


Als die Gemeinde Körle in den Jahren 1983 und 1984 einen Bauernhof zum Rathaus und Dorfplatz umbaute, wurde auf einem Sandsteinsockel neben der Rathaustreppe eine Eselsfigur aus Bronze errichtet.

Politik

Bürgermeister

Bürgermeister von Körle ist Mario Gerhold (SPD).

Wahlkreis

Dr. Edgar Franke (SPD) ist Mitglied des Deutschen Bundestages für den Wahlkreis 171 Schwalm-Eder / Waldeck-Frankenberg.

MdL: Günter Rudolph

Radwege

siehe auch:

Siehe auch

Vereine

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Weblinks


Ortsteile der Gemeinde Körle
Wappenkoerle.jpg

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WappenSchwalmEderKreis.jpg

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